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Brandenburg Der Wolf in Brandenburg – Die wichtigsten Fragen und Antworten
Brandenburg Der Wolf in Brandenburg – Die wichtigsten Fragen und Antworten
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14:00 19.09.2018
Ein Wolf steht in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Potsdam

Er galt als ausgerottet. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Wolf in Deutschland nahezu ausgelöscht. Doch seit der Jahrtausendwende ist das Raubtier wieder zurück. Und Brandenburg bietet dem Wolf als eines der wildreichsten Bundesländer optimale Lebensbedingungen.

Der Wolf polarisiert. Seine Rückkehr hat Ängste ausgelöst, aber auch Jubel. Während sich Naturschützer über die wachsende Wolfspopulation in Brandenburg freuen, hat gerade die Landwirtschaft mit der Rückkehr der wilden Vierbeiner ihre Probleme.

Auf MAZonline liefern wir Ihnen nützliche Fakten zur Rückkehr des Wolfes nach Brandenburg und beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wie viele Wölfe gibt es in Brandenburg?

Seit 2006 sind die Wölfe wieder zurück in Brandenburg. Die ersten Wolfswelpen wurden hier zwei Jahre später aufgezogen. Der Bestand an Tieren hat danach kontinuierlich zugenommen. Im laufenden Wolfsjahr 2018/2019 (1.Mai bis 30. April) wurden laut dem Landesamt für Umwelt (LfU) bislang 29 Rudel gezählt. Die Zahl könnte sich aber noch weiter erhöhen, da der Status einiger Wolfsterritorien in Brandenburg derzeit noch unklar ist.

Wo kommen die brandenburgischen Wölfe eigentlich her?

Die Wölfe haben immer wieder aus Polen ihren Weg nach Deutschland gefunden. Erst seitdem die Tiere in beiden Ländern unter Schutz stehen, konnten sie sich jedoch nahezu ungestört ansiedeln. 1998 fanden polnische Wölfe auf einem Truppenübungsplatz nahe der brandenburgischen Landesgrenze ein neues Revier. 2000 gab es hier den ersten Nachwuchs. In Brandenburg wurden 2006 die ersten Tiere wirklich heimisch.

Welchen Schaden richten sie an?

Der Wolf ist ein Raubtier. Dementsprechend sieht sein Speiseplan aus. Es kommt deshalb auch in Brandenburg zu Angriffen der Wölfe auf Haus- und Nutztiere. Im Zeitraum vom 1. Januar 2007 bis zum 31. Juni 2018 wurden in Brandenburg laut LfU insgesamt 1037 Schafe, 20 Ziegen, 136 Kälber, 134 Stück Gatterdamwild getötet. Weiterhin kam es möglicherweise seit 2015 zu drei Attacken auf Pferdefohlen.

Wie können sich Nutztierhalter vor dem Wolf schützen?

Das Land Brandenburg fördert sowohl den technischen Herdenschutz (spezielle Wolfschutzzäune) als auch nichttechnische Maßnahmen wie die Anschaffung eines Herdenschutzhundes. Die Zahl der geförderten Projekte hat sich mittlerweile von zwei Maßnahmen in 2008 auf 67 Maßnahmen in 2018 gesteigert. Insgesamt wurden mehr als 1,2 Millionen Euro seit 2008 ausgezahlt.

Was passiert nach dem Übergriff eines Wolfes auf ein Nutztier?

Der Betroffene sollte sich schnellstmöglich bei der Schadenshotline des Landesamtes für Umwelt (0172/5641700) melden. Danach folgt die Begutachtung toter Weidetiere durch einen sogenannten Rissgutachter. Um einen finanziellen Ausgleich nach einem Wolfsangriff zu erhalten, müssen zahlreiche Voraussetzungen erfüllt sein. Alle Informationen hierzu finden Sie online auf den entsprechenden Seiten des LfU.

Ich habe einen Wolf gesehen. Wem melde ich das?

Sie haben möglicherweise einen Wolf beim Spaziergang mit dem Smartphone fotografiert oder sind über Spuren & Losungen gestolpert? Das LfU ist auch in diesem Fall Ihr Ansprechpartner. Für Nord- und Süd-Brandenburg gibt es dabei unterschiedliche Kontaktadressen, die Sie hier im Internet finden. 

Darf man Wölfe in Brandenburg jagen?

Nein, aber es gibt Ausnahmegenehmigungen, die das LfU erteilt. Die Behörde stellt dabei zunächst fest, ob es sich um einen Wolf mit auffälligem Verhalten handelt. In der brandenburgischen Wolfsverordnung (BbgWolfV) wird dieses auffällige Verhalten klar definiert.

Ein Wolf verhält sich demnach auffällig, wenn er …

... wiederholt Menschen außerhalb von Fahrzeugen bis auf eine Entfernung von wenigen Metern aktiv annähert und es sich nicht um einen Welpen handelt,

... tagsüber wiederholt in geschlossenen Ortslagen von Dörfern und Städten oder

... über mehrere Tage hintereinander in der unmittelbaren Nähe von Siedlungsbereichen aufhält.

In diesem Fällen ist es nach vorheriger Prüfung durch das LfU erlaubt, den Wolf zu „vergrämen“ – sprich ihn zu vertreiben. Zugelassen sind dafür unter anderem Gummigeschosse, Warn- oder Schreckschüsse, künstliche Lichtquellen oder Spiegel. Das LfU kann weiterhin auch das Fangen des Wolfes mit Hilfe einer Falle genehmigen.

Sollten all diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, dann kann das LfU einen Jäger mit der tierschutzgerechten Tötung des Wolfes beauftragen. Wölfe, die sich aggressiv gegenüber Menschen verhalten, können dabei auch ohne Vergrämungsversuche zum Abschuss freigegeben werden.

Unabhängig davon erlaubt das BbgWolfV das Verscheuchen von Wölfen bei zufälligen Begegnungen mit dem Menschen. Insbesondere wenn Wölfe in Dörfer oder Städte eingedrungen sind oder sich in der unmittelbaren Nähe befinden. Wichtig: Die Wölfe dürfen bei den Vertreibungsversuchen nicht verletzt werden.

Die BbgWolfV finden Sie zum Nachlesen im Internet hier.

Was sind die größten Gefahren für Wölfe?

Die meisten Wölfe sind in Brandenburg aufgrund von Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Weiterhin gab es im Laufe der Jahre immer wieder illegale Abschüsse der Tiere.

Seit 1990 wurden im Land Brandenburg 97 tote Wölfe aufgefunden. Davon wurden 16 Wölfe ohne Genehmigung abgeschossen. 66 Tiere fielen bislang dem Straßenverkehr (darunter eines der Eisenbahn) zum Opfer. Bei elf der gefundenen toten Wölfe gab es andere Todesursachen (z.B. Krankheiten). Nur bei vier Tieren konnte die Todesursache nicht mehr ermittelt werden.

Wer sind die Ansprechpartner des Landes für Wolfsfragen?

Wenn es um Präventionsmaßnahmen und deren Förderung oder die Beratung von Nutztierhalten sowie dem Herdenschutz geht, dann sind Brandenburgs Wolfsbeauftragte die richtigen Ansprechpartner. Ihre Kontaktdaten finden Sie hier auf den Internetseiten des LfU.

Von Denis Krick/MAZonline

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