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Wölfe töten deutlich häufiger

Raubtierrisse in Brandenburg Wölfe töten deutlich häufiger

Wölfe reißen deutlich häufiger Nutztiere als noch vor wenigen Jahren – seit 2012 hat sich die Zahl der Risse verdoppelt. Bauern und Hobby-Tierhalter können sich Schadenersatz auszahlen lassen. Die Summe dieser Entschädigungen ist 2016 geradezu in die Höhe geschossen.

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Rudel Wölfe

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Die Zahl der Wolfsrisse ist im laufenden Jahr sprunghaft angestiegen. Wurden im gesamten Jahr 2015 noch 30 Nutztiere in Brandenburg von Wölfen getötet, sind es im laufenden Jahr bis zum Stichtag 16. August bereits 46. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Freie Wähler hervor.

Schadenersatz hat sich verdreifacht

Verdreifacht hat sich im selben Zeitraum der Schadenersatz, den das Land an Tierhalter ausgezahlt hat: Flossen im Jahr 2015 11.536 Euro, sind es im laufenden Jahr bis Mitte August bereits 31.262 Euro gewesen. Das Geld zahlt das Land freiwillig im Rahmen des Wolfsmanagements – „um die Akzeptanz für diese rückkehrende, europarechtlich geschützte Art zu erhöhen“, wie es in der Erklärung der Landesregierung heißt.

12 Wochen warten auf das Geld

Ein Tierhalter muss – auch das schreibt die Landesregierung – derzeit zwölf Wochen warten, ehe er das Geld erhält. Hobby-Haltern ersetzt das Land den Tierwert sowie Tierarzt- und Entsorgungskosten für den Kadaver. Landwirte erhalten einen Ausgleich für den betriebswirtschaftlichen Schaden.

Die in der Aufstellung genannten Zahlen sprechen allesamt dafür, dass sich die Wolfsbestände zügig erholen. So wurden vor vier Jahren nicht einmal halb so viele gerissene Nutztiere gezählt wie 2016. So fielen im laufenden Jahr bisher 89 Schafe Wölfen zum Opfer, während es 2012 und 2013 nur etwa halb so viele waren.

Landesregierung will Abschussverbot aufweichen

Die Landesregierung ist bei der Bundesregierung bislang nicht erfolgreich gewesen mit dem Ansinnen, das absolute Abschussverbot für Wölfe aufzuweichen. Laut Landesregierung lehnte es der Bund ab, den Wolf ähnlich dem Biber in eine Liste eintragen zu lassen, die eine „Entnahme aus der Natur“ unter besonderen Umständen erlaubt. Die Jagd auf diese bedrohten Arten ist nur in Übereinstimmung mit Artenmanagement-Maßnahmen zulässig. Von September 2015 bis Mitte März 2016 wurden im am stärksten betroffenen Landkreis Märkisch-Oderland 22 Biber getötet.

Bauernbund fordert Abschusslizenz

Der Deutsche Jagdverband definiert seine Haltung zur Wolfjagd so: „Das in letzter Konsequenz notwendig werdende Töten verhaltensauffälliger Tiere auch aus Gründen der öffentlichen Sicherheit darf nicht tabuisiert werden.“ Eine Abschusslizenz fordert der Deutsche Bauernbund in Brandenburg. „Wir brauchen nicht mehr Wölfe in Brandenburg und wir müssen dafür sorgen, dass die Tiere scheu bleiben – indem wir sie schießen, wo sie nicht hingehören“, sagt Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung.

Rund elf Rudel in Brandenburg

Seit dem Jahr 2000 sind laut Naturschutzorganisation Nabu in Brandenburg 42 Wölfe tot aufgefunden worden, fünf wurden illegal geschossen. Hinzu kommt ein kürzlich geköpft aufgefundenes Tier aus dem Kreis Dahme-Spreewald. Tierschützer schätzen die Zahl der in der Mark beheimateten Wölfe auf etwa 120. Das entspricht elf Rudeln.

Warum Wolfsmorde so gut wie nie aufgeklärt werden

Von Ulrich Wangemann

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