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Brandenburg Hier kann man in Brandenburg und Berlin überm Supermarkt wohnen
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00:22 03.03.2019
Aldi Nord plant solch einen Wohnriegel in Berlin-Lichtenberg. Quelle: Aldi Nord/dpa
Potsdam

Wie man neuen Wohnraum schaffen kann, ohne dafür Platz zu brauchen, hat eine neue Studie der Technischen Universität Darmstadt mit dem Techel-Institut erforscht. Dabei haben die Forscher sich speziell auf solche Gebäude konzentriert, in denen bisher niemand lebt. Innerstädtische Parkhäuser, Discounter und Bürogebäude bergen der Studie zufolge bundesweit Potenzial für 2,3 bis 2,7 Millionen Wohnungen.

Dazu muss man sie aufstocken, umnutzen oder Flächen um sie herum wie beispielsweise Parkplätze neu verwerten. Allein auf den Flächen von Discountern und anderen Einzelhandelsgeschäften könnten bundesweit 400.000 Wohnungen entstehen, errechnet die Studie. Die Verkaufsfläche soll dabei erhalten bleiben.

In Berlin hat Aldi bereits mehrere solcher Projekte angeschoben, wobei die ersten schon in diesem Jahr fertig sein könnten. An mindestens 30 Orten in der Bundeshauptstadt sollen mehr als 2000 Wohnungen entstehen. Lidl hat in Berlin neben der Filiale in der Prenzlauer Allee, die im April 2017 eröffnet wurde, bereits vor einigen Jahren an der Bornholmer Brücke mehrere Wohnungen auf einer Filiale errichtet.

34 Wohnungen auf dem Bornstedter Feld

Auch in Brandenburg werden bereits Gewerbegebäude aufgestockt, um Wohnraum zu schaffen. Vor allem der Discounter Aldi ist auf diesem Gebiet schon aktiv. In Potsdam baut die Supermarktkette im Bornstedter Feld einen neuen Markt mit einer Tiefgarage darunter und Raum für 34 Mietwohnungen in den Obergeschossen. Im März 2020 soll das Projekt fertig sein. Baustart war Ende 2018. Zwei weitere Projekte sind in der Stadt geplant.

Außerdem hatte Aldi den Bau von Wohnungen über Filialen in Wildau (Dahme-Spreewald) angekündigt. Hier will das Unternehmen einen bereits bestehenden Markt in der Schwartzkopff-Siedlung neu auflegen und dazu ein knapp einen Hektar großes Areal bebauen.

Auf dem Gelände der Wildauer Lokomotivenfabrik

Das Gelände liegt zentral an einem historischen Ort: inmitten der denkmalgeschützten Anlage, die um 1900 für Mitarbeiter der Lokomotivenfabrik errichtet wurde. Ein eingeschossiger Aldi-Markt steht dort schon, daneben eine ebenfalls niedrige Bibliothek. Garagen und ein Parkplatz gehören zu dem Ensemble, das Aldi nutzen möchte.

Dieses Sammelsurium könnte einem neuen Komplex weichen. „Die Nachfrage nach Wohnraum ist groß, wir haben in Wildau absolut keinen Leerstand, die kommunale Wohnungsbaugesellschaft führt Wartelisten“, sagt der Leiter der Wildauer Bauverwaltung, Wilfried Kolb. Die Gespräche zwischen Aldi und dem kommunalen Wohnungsunternehmen liefen schon seit zwei Jahren – sie begannen also weit vor der groß angekündigten Immobilien-Offensive des Unternehmens.

Wohnen an der Brücke über die Oder

Aldi, dem in Wildau ein Teil der Fläche gehört, verfolgt mit seiner Immobilienstrategie natürlich kommerzielle Pläne. Innerstädtische Standorte sollen größer werden. Außerdem ist die Immobilienbranche ein boomender Sektor, in dem sich langfristig Geld verdienen lässt in einer Wachstumsregion wie Berlin-Brandenburg. Die einstöckigen Märkte mit ihren Satteldächern sollen Mehrgeschossern weichen.

Auch für Frankfurt (Oder) war ein Ensemble aus Supermarkt und Wohnungen avisiert worden. Dort hat die Stadt ein Gelände unmittelbar an der Brücke über die Oder ausgeschrieben. Der städtische Baubeigeordnete Markus Derling (CDU) sprach gegenüber der MAZ von einer dreistelligen Anzahl Wohnungen und Gewerbeflächen, die auf dem Gelände entstehen sollen, wo früher einmal Plattenbauten und eine Gaststätte standen.

Von Ulrich Wangemann

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