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Woidke von Trump-Wahlsieg „geschockt“

Reaktionen aus Brandenburg und Berlin Woidke von Trump-Wahlsieg „geschockt“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ist entsetzt über den Wahlsieg von Donald Trump. Auch in anderen Reaktionen zeigt sich wenig Begeisterung für das Wahlergebnis. Die Linke spricht zum Beispiel von einer sozialen Spaltung Amerikas. Nur eine Partei freut sich richtig und twittert „Wir sind Präsident!“.

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Donald Trump in der Wahlnacht.

Quelle: EPA

Potsdam. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich entsetzt über den Wahlsieg des US-Republikaners Donald Trump geäußert. „Ich habe die Nachrichten heute Nacht intensiv verfolgt und es war ein Wechselbad der Gefühle. Ja, ich war geschockt“, erklärte Woidke am Mittwoch. Jetzt müsse man aber nach vorne schauen und auch eigene Schlüsse ziehen.

Dietmar Woidke ist nicht begeistert über den Wahlausgang in den USA

Dietmar Woidke ist nicht begeistert über den Wahlausgang in den USA.

Quelle: dpa-Zentralbild

„Offensichtlich gibt es inzwischen ein immer größeres Wählerpotential, das schlicht das Bestehende beseitigen will, auch wenn das Neue nur Verschlechterungen verheißt“, sagte Woidke. „Diese Gefahr besteht auch für Europa, für Deutschland und Brandenburg.“ Deshalb sei es umso wichtiger, gute Politik zu machen, sie zu erklären und den Menschen zuzuhören. „Zu dieser guten Politik gehören vor allem gute Bildung, soziale Gerechtigkeit und tatsächliche Aufstiegschancen.“

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Linke spricht von Spaltung Amerikas

Der Wahlsieg von Donald Trump zeigt nach Ansicht der Linkspartei tiefe Gräben in der US-Gesellschaft. „Die Wahl von Donald Trump offenbart die soziale Spaltung in Amerika und eine Demokratie-Entleerung. Und das ist nicht nur in den USA so, sondern das ist auch schon in Europa angekommen“, sagte Brandenburgs Linken-Chef Christian Görke am Mittwoch in Potsdam. Dem müsse die Politik unter anderem mit einer stärkeren Besteuerung von Reichen entgegensteuern.

CDU -Fraktionschef Ingo Senftleben sagte, die demokratische Wahl sei zu respektieren. „Wir gehen davon aus, dass der Präsident Trump ein anderer sein wird als der Wahlkämpfer Trump.“ Den Europäern müsse aber klar sein, dass Trump vor allem die amerikanischen Interessen vertreten werde. „Europa wird daher konzentriert zusammenarbeiten und mit geeinter Stimme sprechen müssen, um als starker Partner wahr- und ernstgenommen zu werden.“

Der AfD -Landtagsabgeordnete Steffen Königer zeigte sich dagegen erfreut über das Ergebnis: „Wir wollen unseren amerikanischen Freunden zu ihrer demokratischen Entscheidung gratulieren“, sagte er.

Der Grünen -Landeschef Clemens Rostock sagte: „Es ist erschreckend, dass mit Donald Trump jemand gewählt wurde, der pubertär mit Dreck um sich wirft.“ Die Hoffnung sei jetzt, dass er als Präsident anders auftrete.

Müller: Trumps Wahlsieg ist „tragisch“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat mit Bestürzung auf die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten reagiert. „Trump hat mit rückwärtsgewandten, rassistischen und frauenfeindlichen Parolen gewonnen“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Trump habe das alte, weiße Amerika mobilisiert, das in den sechziger Jahren durch Kennedy längst überwunden schien. „Das ist tragisch“, so Müller. Aus seiner Sicht sollte eine Gesellschaft nicht zulassen, dass Populisten wie Trump Erfolg haben, die ein Land mit Hasstiraden und Ausgrenzung spalteten. Dem müsse man sich entgegenstellen.

Die Berliner AfD dagegen freut sich über Trumps Sieg und twitterte „Wir sind Präsident!“.

Potsdamer Klimaforscher schreibt USA ab

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat skeptisch auf den Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl reagiert. „Die Welt muss sich nun ohne die USA vorwärts bewegen auf dem Weg zur Begrenzung von Klimarisiken und zu sauberen Technologie-Innovationen“, erklärte deren Direktor Hans Joachim Schellnhuber am Mittwoch. Trump habe mehrere Berichte des Instituts für die Weltbank auf Twitter attackiert und damit ironischerweise zu deren Erfolg beigetragen. Das Wahlergebnis werde Folgen für die globale Klimastabilisierung haben, warnte Schellnhuber.

Wirtschaftsverband: USA „wichtigster Absatzmarkt“

Die Wirtschaft der Hauptstadtregion hofft, dass der künftige Amtsinhaber Donald Trump keine Handelsbarrieren aufbaut. „Die USA sind der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für die Produkte der Berliner Industrie. Die Handelspolitik unter dem neuen Präsidenten ist deshalb für uns von zentraler Bedeutung. Eine Abschottung der USA wäre auf beiden Seiten des Atlantiks schädlich“, stellte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) , Christian Amsinck, am Mittwoch fest. „Die deutsche Wirtschaft als ein wichtiger Partner Amerikas braucht Klarheit darüber, wie es konkret weitergehen soll.“

Ähnlich äußerte sich auch Brandenburgs Ministerpräsident: Woidke betonte, dass die USA für die Brandenburger Wirtschaft ein wichtiger Handelspartner seien. „Ich werde alles dafür tun, dass das so bleibt. Ich hoffe, dass der künftige Präsident seine Abschottungspolitik nicht durchsetzen wird.“ Ein starkes Europa müsse dazu beitragen, dass die künftige Präsidentschaft keine Gefahren für den Frieden bedeuteten. „Europa und die USA müssen für eine gemeinsame Werteordnung der Freiheit und Demokratie stehen“, sagte Woidke.

Ostdeutsche Maschinenbauer sind besorgt

Die ostdeutschen Maschinenbauer sind nach dem Wahlsieg von Donald Trump besorgt über eine mögliche Abschottung der amerikanischen Volkswirtschaft. Auch die Branche im Osten würde ein protektionistischer Kurs hart treffen, sagte der Geschäftsführer des VDMA-Ost , Reinhard Pätz, am Mittwoch in Leipzig. Bei den ostdeutschen Firmen sei der Anteil der Exporte in die USA zwar geringer als bei denen im Westen. Doch besonders die Betriebe in den neuen Ländern hätten in den vergangenen Monaten bereits herbe Rückschläge wegen des Russland-Embargos hinnehmen müssen. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, Zölle und andere Handelsabkommen wieder aufzubauen.

Von MAZonline

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