Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Woidke will mehr Erzieher und Lehrer
Brandenburg Woidke will mehr Erzieher und Lehrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:33 23.10.2013
Dietmar Woidke am Dienstag in Potsdam. Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam

Die SPD in Brandenburg will in der nächsten Wahlperiode 1000 zusätzliche Erzieher in Kindertagesstätten einstellen. Der sogenannte Betreuungsschlüssel für unter Dreijährige soll von jetzt sechs auf fünf Kinder pro Erzieher gesenkt werden. Das kündigte der Landesvorsitzende, SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke, am Dienstag an. Er präsentierte einen Leitantrag seiner Partei mit Kernforderungen für den Wahlkampf, den er „Regierungsprogramm“ nannte. Zugleich bekräftigte der am Dienstag 52 Jahre alt gewordene Woidke, dass seine Partei auch nach der Landtagswahl 2014 stärkste Kraft im Land bleiben wolle. Woidke, der an der Spitze einer rot-roten Koalition steht, hatte Ende August Matthias Platzeck als Regierungs- und Parteichef im Land abgelöst.

In der Legislaturperiode bis 2019 will die SPD laut Leitantrag auch 4000 neue Lehrer einstellen. Da 3600 Lehrkräfte in diesem Zeitraum altersbedingt ausscheiden, würde dies den Zuwachs von 400 Lehrern im Land bedeuten. Damit solle Schülern „mit besonderem Förderbedarf“ ermöglicht werden, einen qualifizierten Schulabschluss zu erreichen, heißt es. Der Begriff „Inklusion“ – der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern – taucht in dem Papier nicht auf.

SPD-Forderungen

Von 2014 bis 2019 sollen 1000 zusätzliche Erzieher in Kitas und Horten eingestellt werden. Der Betreuungsschlüssel von unter Dreijährigen soll auf 1:5 gesenkt werden (jetzt 1:6).

Weitere 4000 neue Lehrer sollen in diesem Zeitraum eingestellt werden. Die sechsjährige Grundschule soll bestehen bleiben.

Der Etat für Hochschulen soll in jedem Jahr um fünf Millionen Euro erhöht werden.

Der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist die Zahl von 4000 neuen Lehrern zu niedrig angesetzt. „Der Bedarf liegt bei 5000 bis 5200“, sagte der Landesvorsitzende Günther Fuchs der MAZ, der wiederum die Verringerung des Kita-Betreuungsschlüssels lobte. „Ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte er.

Woidke erteilte zugleich Plänen seines Linken-Koalitionspartners eine Absage, nach 2014 eine Gemeinschaftsschule einzurichten. „Das kommt mit uns nicht infrage“, betonte der SPD-Politiker. „Wir stehen zur Grundschule von sechs Jahren und zu den Gymnasien“, sagte er. Allerdings sollten die Möglichkeiten verbessert werden, von der Oberschule zum Abitur zu gelangen.

Der Fraktionschef der Linken, Christian Görke, sagte, die Linke wolle „einen Einstieg in die Schule für alle“ und längeres gemeinsames Lernen. Woidke und Görke betonten, dass es keine unüberbrückbaren Gegensätze in der Bildungspolitik zwischen beiden Parteien gebe. Die SPD bezifferte die zusätzlichen Investitionen in Bildung und soziale Gerechtigkeit auf 249 Millionen Euro.

CDU-Landeschef Michael Schierack nannte die Pläne eine „Mogelpackung“. Die SPD habe eine Reihe von Positionen der CDU übernommen. Der SPD hielt Schierack vor, keine Kraft mehr für das Land zu haben. Es würde lediglich der Status quo fortgeschrieben.
Der Leitantrag soll auf dem SPD-Parteitag am 23. November in Potsdam beschlossen werden. Neue stellvertretende Parteivorsitzende soll die Amtsdirektorin von Meyenburg (Prignitz), Katrin Lange, werden, wie Woidke ankündigte. Sie übernimmt den Posten von Klara Geywitz, die Generalsekretärin wird.

Von Igor Göldner

Brandenburg Anwohner und Bauern fürchten Probleme - Zoff um Moore in Brandenburg

Nach dem Willen der Landesregierung soll Brandenburg wieder ein moorreiches Land werden. Doch bei Anwohnern und Bauern stößt das auf Widerstand. Die Einen fürchten nasse Keller, die Anderen bangen um ihr Weideland.

23.10.2013
Brandenburg Klage scheitert, Forderung bleibt - Kreisfreie Städte wollen weiterhin mehr Geld

Brandenburgs kreisfreie Städte haben kein Recht auf mehr Geld vom Land. - Nach dieser Entscheidung des Verfassungsgerichtes suchen die überschuldeten Kommunen nun nach einer Lösung. Die OB von Brandenburg, Dietlind Tiemann (CDU), schließt nicht aus, nochmals vor Gericht zu ziehen.

22.10.2013
Brandenburg Kritiker sprechen von Bürokratiemonster - Streit um Mindestlohn

Firmen, die für das Land Brandenburg oder für Kommunen arbeiten, müssen ihren Mitarbeitern ab kommendem Jahr mindestens 8,50 Euro Stundenlohn zahlen. Das rot-rote Kabinett verabschiedete am Dienstag in Potsdam eine Änderung des Vergabegesetzes. Doch besonders die CDU übt daran heftige Kritik

22.10.2013
Anzeige