Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Wolfgang Kubicki: Tötung von Wölfen in Ausnahmefällen straffrei
Brandenburg Wolfgang Kubicki: Tötung von Wölfen in Ausnahmefällen straffrei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:33 18.05.2018
Wolfgang Kubicki (links) stellte am Freitag ein Wolfsgutachten vor. Rechts: Reinhard Jung, Sprecher des Bauernbundes in Brandenburg. Quelle: Ulrich Wangemann
Anzeige
Unterspreewald

Wer einen Wolf erschießt, der gerade wertvolle Zuchtrinder oder einen Hund angreift, könnte straffrei davon kommen. Zu diesem Ergebnis kommt der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki in einem Gutachten, das er in seiner Funktion als Rechtsanwalt für den Brandenburger Bauernbund erstellt hat.

Der Vize-Präsident des Deutschen Bundestags hat die Expertise nach eigenen Angaben unentgeltlich angefertigt. Er erklärte sich auch bereit, im Fall eines Prozesses Landwirte zu verteidigen - ohne Honorarvereinbarung. Kubicki schränkte gleichwohl ein, die Tötung eines Wolfes sei in jedem Fall eine Straftat, weil die Tiere unter Artenschutz stehen. Die Frage sei lediglich, in welcher Situation der Schütze straffrei ausgehen könnte. „Ich rate dringend davon ab, jetzt in den Wald zu gehen und einen Wolf zu schießen, weil Kubicki die Verteidigung übernehmen würde“, so Kubicki. Allerdings sei der Fall denkbar, dass ein Bauer oder ein Spaziergänger mit einem Hund zu einer Situation kommen, in der ein solches Raubtier kaum ersetzbare Nutztiere angreife und sich nicht durch einen Warnschuss oder anderen Lärm vertreiben lasse. Dann könnte der Landwirt oder Spaziergänger nach Kubickis Rechtsauffassung zur Waffe greifen können, ohne mit fünf Jahren Haftstrafe rechnen zu müssen. Dies gelte aber nur bei besonders wertvollen Tieren. Dazu zählt Kubicki teure Zuchtrinder, aber auch Tiere, zu denen der Halter ein besonders enges persönlich es Verhältnis hat, zum Beispiel einen Familienhund. Schafe zum Beispiel könnten wohl nicht in diese Kategorie fallen, urteilt der Rechtsanwalt.

Reinhard Jung, Sprecher des Bauernbundes in Brandenburg, sprach von der „letzten Möglichkeit einer Notwehr“. Er kündigte gleichzeitig an, seine Organisationen werde Bauern, falls es zu Gerichtsverfahren käme, die Gerichtskosten erstatten. Rechtsanwalt Christoph Rechberg, Vertreter des Verbands der Waldbesitzer, sagte, Kubickis Einschätzung sorge dafür, dass bei den Landwirten und Waldbesitzern das „Gefühl der Ohnmacht“ ein wenig nachlasse.

Brandenburg hat seit einigen Monaten eine offizielle Wolfsverordnung. Die sieht vor, dass Wölfe, die wiederholt Weidetiere angegriffen haben, unter bestimmten Bedingungen von Spezialisten geschossen werden dürfen. Der Bauernbund und andere Kritiker bemängeln allerdings, die Regelungen seien bürokratisch und unpraktisch. Sie dienten eher dazu, die Raubtiere zu schützen als die Nutztiere. Die Zahl der Wolfsrisse hat in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen.

Von Ulrich Wangemann

In Brandenburg ist es erneut zu einer Panne bei der Mathe-Prüfung gekommen. An zwei Oberstufenzentren ist Stoff abgefragt worden, der nicht unterrichtet wurde. Im vergangenen Jahr kam es zu einer ähnlichen Panne.

18.05.2018

Der Bauernbund spricht Klartext: „Die Wolfsverordnung der Landesregierung ist wirkungslos“, heißt es in einem Rundbrief. Es werden wolfsfreie Zonen gefordert. Am Freitag wollen die Landwirte ihre Lösungsvorschläge für den Umgang mit Wölfen präsentieren.

18.05.2018

2017 war bereits ein schlimmes Jahr auf Brandenburgs Straßen. Doch die ersten vier Monate von 2018 sehen noch schlimmer aus. An fast allen Unfällen waren Fernfahrer schuld.

20.05.2018
Anzeige