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ZF Friedrichshafen erhält Ausbildungspreis

Zum Lernen einen Monat nach England ZF Friedrichshafen erhält Ausbildungspreis

Der ZF Friedrichshafen am Standort Brandenburg ist Preisträger des Brandenburger Ausbildungspreises 2013. Der Automobilzulieferkonzern beschäftigt in Brandenburg an der Havel 1160 Leute und ist eine von 97 brandenburgischen Ausbildungsfirmen, die sich um den Ausbildungspreis beworben hatten.

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Maximilian Schwarzelt freut sich über die Auszeichnung seines Ausbildungsplatzes.

Quelle: Volkmar Masloszyk

Brandenburg an der Havel. Am Donnerstagvormittag hat Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs vorgestellt. „Es ist ganz großartig, wie viele Unternehmen sich jedes Jahr für den Preis bewerben“, sagte der Minister. Eine gute Ausbildung sei die Voraussetzung für die Sicherung von Fachkräften im Land.

Maximilian Schwarzelt, der jetzt sein drittes Ausbildungsjahr in der ZF Friedrichshafen begonnen hat, freut sich über die Auszeichnung. „Aus meiner Sicht ist es eine sehr gute Ausbildung“, sagt der 22-jährige künftige Industriemechaniker: „Ich werde in vielerlei Hinsicht gefördert und habe Einblick ins Werksgeschehen.“ Er freut sich besonders darüber, dass er im Februar einen Monat in einer englischen Zweigstelle in Nottingham arbeiten und lernen wird. „So etwas kenne ich von anderen Betrieben nicht“, sagt er. Schwarzelt ist sicher, dass auch seine berufliche Zukunft in dem weltweit operierenden Betrieb liegt.

Die ZF Friedrichshafen, die in Deutschland unter anderem Fahrzeuggetriebe für BMW und Porsche produziert, stellt jährlich 15 bis 18 Azubis in ihrer Ausbildungsstelle in Brandenburg/Havel ein. Junge Männer bilden immer noch das Gros der Lehrlinge. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Industriemechaniker, Werkstoffprüfer oder Elektroniker für Betriebstechnik. „Der Umgang miteinander und das Soziale innerhalb des Betriebes ist für uns ganz wichtig“, sagt Ausbildungsleiterin Susanne Resech. Der Betrieb produziere Getriebe für prominente Fahrzeughersteller. Ein solches Qualitätsprodukt könne nur funktionieren, wenn alle Mitarbeiter vom Entwickler bis zur Werkbank perfekt zusammenarbeiteten. Man könnte auch sagen: Knirscht es im Betrieb, knirscht es später im Fahrzeuggetriebe.

Die Produktqualität ist ein Grund, warum sich die Firma so um ihre Azubis bemüht: „Wir wollen gut ausgebildeten Nachwuchs an unsere Standorte geben können“, so Resech. Zur Ausbildung gehöre etwa im dritten Lehrjahr das Bauen eines Modellfahrzeuges. Das soll zumindest rollen und ein Führerhaus mit beweglicher Achse haben. „Die vier bis fünf Azubis müssen miteinander reden, planen und organisieren.“ Dabei sollen sie Teamarbeit lernen. Stolz ist das Unternehmen auch darauf, dass sie jedes Jahr eine Azubi-Gruppe zum Wettbewerb „Jugend forscht“ schicken kann. Die präsentiert dort Modelle für interne Betriebsverbesserungen. Nicht zuletzt bietet der Betrieb wie jetzt auch dem Azubi Schwarzelt jedes Jahr vier Wochen Ausbildung am Auslandsstandort an. Dort lernt der Nachwuchs eine andere Betriebskultur kennen und erhält extra Sprachunterricht.

Mit solchem Engagement ragen die ZF Friedrichshafen und die anderen Mitstreiter um den Ausbildungspreis durchaus hervor. Von den rund 66.000 Betrieben in Brandenburg haben laut Arbeitsministerium zwar 37.000 eine Ausbildungsberechtigung, aber nur 14.000 bilden tatsächlich aus. Das führte auch dazu, dass es für gut 100 Jugendliche Ende August schon von vornherein keine Lehrstelle gab. Nicht zuletzt deshalb vergibt das Arbeitsministerium seit 2005 den Ausbildungspreis an Betriebe, die sich auf diesem Gebiet besonders einsetzen.

Von Rüdiger Braun

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