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Zahl der Flüchtlinge steigt rapide

Brandenburg erwartet etwa 3000 Asylsuchende Zahl der Flüchtlinge steigt rapide

Die Zahl der Menschen, die in Brandenburg Asyl beantragen steigt sprunghaft an. In diesem Jahr erwartet das Land fast doppelt so viele Flüchtlinge wie im vergangenen Jahr. Kündtig sollen sie häufiger in Wohnungen und nicht in Heimen untergebracht werden.

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Bewohner eines Asylbewerberheims in Neuruppin.

Quelle: Peter Geisler

Potsdam. Sie kommen aus Tschetschenien, Afghanistan, Syrien und dem Irak: Die Zahl der Flüchtlinge, die in Brandenburg Asyl beantragen, steigt sprunghaft an. In diesem Jahr werden mehr als 3000 Neuankömmlinge erwartet. Vergangenes Jahr kamen 1700 Flüchtlinge über die Zentrale Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) ins Land. Zum Vergleich: 2007 suchten nur 570 Menschen Asyl. Die Unterkünfte werden knapp, außerdem sind Heime oft in einem schlechten Zustand, wie der Flüchtlingsrat moniert.

„Wir haben Angst, dass nicht genügend Plätze vorhanden sind“, sagte Sozialstaatssekretär Wolfgang Schroeder (SPD) am Donnerstag in Potsdam. Ein neues Unterbringungskonzept soll die Wohnsituation nun verbessern.

Künftig sollen Asylbewerber häufiger in Wohnungen statt in Gemeinschaftsunterkünften leben. 40 Prozent – knapp 1220 Menschen – wohnen derzeit in den eigenen vier Wänden. Um sie zu integrieren, solle diese Zahl gesteigert werden, so Schroeder. „Wir wollen den Menschen Autonomie und Selbstständigkeit ermöglichen“, sagte er. Vorschreiben wolle man den Kommunen aber nicht, wie sie die Flüchtlinge unterbringen.

Bei den Gemeinden stößt die Idee auf wenig Zuspruch. „Das ist ein Konzept zur Unzeit“, sagte Monika Gordes, stellvertretende Geschäftsführerin des Städte- und Gemeindebunds. Angesichts der starken Zunahme an Flüchtlingen müsse man auf Gemeinschaftsunterkünfte setzen. Gerade im Berliner Umland sei geeigneter Wohnraum ohnehin kaum vorhanden.

„Worüber sich das Konzept völlig ausschweigt, ist die Frage der Finanzierung“, kritisierte sie. Das Sozialministerium kündigte eine Arbeitsgruppe an, die in der nächsten Legislaturperiode klären soll, wie die Kommunen finanziell unterstützt werden können.

Die Grünen, die bereits vor zwei Jahren ein Flüchtlingskonzept angemahnt hatten, befürchten nun lähmende Auseinandersetzungen um die Finanzierung. Das Papier aus dem Ministerium überzeugt sie nicht. Es sei vielmehr ein Bericht eines gescheiterten Unterbringungskonzeptes, sagte Innenexpertin Ursula Nonnemacher.

60 Prozent der Flüchtlinge stammen aus Tschetschenien. Auch aus den arabischen Ländern kommen viele Menschen nach Brandenburg. Für sie entstehen derzeit vielerorts neue Plätze. Es sind jedoch vor allem Heime. Deren Zahl stieg in den letzten Jahren von 17 auf 22.

Von Torsten Gellner

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