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Brandenburg Neue Verordnung sorgt für Zeugnischaos an Brandenburgs Grundschulen
Brandenburg Neue Verordnung sorgt für Zeugnischaos an Brandenburgs Grundschulen
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18:05 31.01.2019
Am Freitag gibt es Zeugnisse. Die Verordnung für die Zensurenfindung sorgt an den Grundschulen für Wirbel. Quelle: dpa
Potsdam

 In den dritten und vierten Grundschulklassen Brandenburgs gibt es erneut Ärger um die Zeugnisse. Wenige Tage vor Halbjahresende an diesem Freitag hat das Bildungsministerium eine neue Vorschrift für die Noten im Unterrichtsfach Deutsch für das laufende Schuljahr erlassen. Eine am 17. Januar geänderte Verwaltungsvorschrift wurde sechs Tage später für verbindlich erklärt - gut eine Woche vor der Zeugnisausgabe. Der Brandenburgische Pädagogen-Verband (BPV) kritisierte die Regelung als rechtlich unzulässig. Der Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Günther Fuchs, nannte sie „Unfug“.

Viele Lehrer sind nach Angaben beider Verbände verunsichert. BPV-Präsident Hartmut Stäker rechnet gar mit Klagen von Eltern gegen die Zensuren. Vor knapp einem Jahr war das Bildungsministerium nach Protesten der Eltern davon abgerückt, die Halbjahreszeugnisse der Dritt- und Viertklässler generell abzuschaffen.

Bisher setzte sich die Deutschnote aus drei Teilen zusammen. Nun sollen die Lehrer die Deutschnote für die Zeugnisse in fünf Kategorien rückwirkend neu bewerten: Sprechen und Zuhören, Schreiben und Rechtschreibung, Lesen und Lesefertigkeiten nutzen, mit Texten und Medien umgehen sowie Sprachwissen und Sprachbewusstheit entwickeln.

Änderungen gab es auch bei der Gewichtung der einzelnen Teilnoten sowie den mündlichen und schriftlichen Bewertungen. Viele Lehrer fragen sich, wie sie die Leistungen für das abgelaufene Schulhalbjahr nachträglich neu bewerten sollen. Haben sie Deutsch nach den alten drei Teilnoten beurteilt, droht ihnen Ärger mit jenen Eltern, die eine Bewertung nach den neuen Kriterien verlangen.

Auch den Pädagogen, die die Gesamtnote für Deutsch nach der neuen Verwaltungsvorschrift ausfertigten, droht Ungemach. Eltern könnten gegen die als ungerecht empfundene Note ihres Kindes mit dem Argument vorgehen, die Neuregelung gelte erst seit wenigen Tagen. Nach Ansicht beider Lehrerverbände wäre es sinnvoller gewesen, die neue Notenvorschrift vor Beginn eines neuen Schuljahres zu erlassen.

 

 

Zwar hatte das Bildungsministerium den Schulen nach einer neuen Grundschulverordnung im Vorjahr empfohlen, elektronische Notenbücher zu führen. In diesem Zusammenhang sei auch eine bevorstehende Änderung der Deutsch-Leistungsbewertung erwähnt worden, sagte Stäker. „Dass diese Regelung nun wenige Tage vor der Zeugnisausgabe als verbindlich erklärt wurde, hat niemand voraussehen können.“ Nach Ansicht seines Verbands kann keine Schule „rechtskonforme Zeugnisse“ für die Klassen drei und vier ausgeben. „Kein Schiedsrichter käme auf die Idee, während eines Fußballspiels die Regeln zu ändern.“

 

 

Auch GEW-Landeschef Fuchs kritisiert: „Durch eine stärkere Differenzierung der Note werden die Leistungen der Schüler nicht besser.“ Die Umstellung führe zu weiteren Belastungen und zu neuer Unruhe an den Grundschulen.

 

Von Manfred Rey

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