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Brandenburg Note: Mangelhaft
Brandenburg Note: Mangelhaft
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12:42 25.11.2013
Der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, die Arbeiten komplett einzustampfen. Quelle: dpa

Für die Konzeption der diesjährigen Arbeiten ist das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg verantwortlich. Betroffen sind nach MAZ-Informationen bis zu 20.000 Arbeiten.

Was Schüler und Eltern besonders auf die Palme bringt: Die landesweit standardisierten Tests, die in der 6. Klasse geschrieben werden und in die Bewertung für das Gymnasium mit einfließen, sollen ohnehin abgeschafft werden.

Aber die erforderliche Gesetzesänderung ist noch nicht beschlossen. Deshalb mussten die Schüler der betroffenen Jahrgangsstufe sich erneut dem umstrittenen Test unterziehen. Die Ergebnisse waren zum großen Teil sehr schlecht. Die Lehrer mussten reihenweise Fünfen verteilen. In einer Klasse hatte fast die Hälfte der Kinder ein „mangelhaft“, und klassische Einserkandidaten kamen nur auf „befriedigend“, berichtet eine Mutter, die nicht namentlich genannt werden will. An anderen Schulen sei die Situation ähnlich. „Das ist unheimlich frustrierend gewesen für die Schüler, die so viel für diese Arbeiten gelernt haben“, sagt sie. Die Lehrer hätten deshalb die benoteten Arbeiten erst einmal nicht verteilt und sich ratsuchend an das Bildungsministerium gewandt.

Ministeriumssprecher Stephan Breiding bestätigt das. Nachdem die Arbeiten am 12. November geschrieben wurden, hätten einzelne Schulen um Aufklärung gebeten. Auch das Ministerium räumt ein, das der Test vom Schul-Institut mangelhaft konzipiert wurde. „Der Bewertungsmaßstab ist zu streng“, sagt Breiding. Ein Beispiel: Ein Schüler soll fünf Wörter in einem Text finden. Findet er nur vier, gibt es nicht nur Punktabzug, sondern gleich null Punkte.

Nachdem das Problem aufgefallen war, habe man die Schulen am 18. November gebeten, die Korrekturen zunächst auszusetzen, so Breiding. Am vergangenen Freitag habe man nun ein weiteres Schreiben mit neuen Bewertungsmaßstäben rausgeschickt. Es sei aber nicht auszuschließen, dass zu diesem Zeitpunkt schon viele Lehrer die Arbeiten korrigiert hatten, räumte der Sprecher ein.

Von Anfang an Ärger über Vergleichsarbeiten

Die Vergleichsarbeiten in Deutsch und Mathematik in der 6. Klasse waren 2007 unter Holger Rupprecht (SPD), dem Vorgänger von Bildungsministerin Martina Münch (SPD), eingeführt worden und hatten bei Eltern für massive Empörung gesorgt.

Das Abschneiden bei den 45-minütigen Tests ist mitentscheidend für die Aufnahme am Gymnasium.

Unter dem Druck der Eltern war die Gewichtung der Arbeiten im Übertrittszeugnis bereits von 40 auf 20 Prozent gesenkt worden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatte sich gegen die Prüfungen ausgesprochen und die im Land verbreitete „Testeritis“ gerügt. In den Klassen 2, 4 und 8 werden sogenannte Orientierungsarbeiten geschrieben.

Der Grund für den Kurswechsel ist laut Ministerium vor allem die mangelnde Akzeptanz der Eltern. Für die Abschaffung der Tests muss der Landtag einer Änderung des Schulgesetzes zustimmen. V.Kr.

Aus diesem Grund fordert der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Arbeiten komplett einzustampfen – zumal ja die Abschaffung ohnehin geplant sei. „Das hätte man sich dieses Jahr sowieso sparen können“, findet GEW- Landeschef Günther Fuchs. Jetzt auch noch zusätzliche Arbeit und Zeit zu investieren, sei unnötig. „Ich empfehle dringend, kulant zu sein und die Arbeiten zurückzuziehen“, sagt Fuchs.

Im Ministerium hebt man die Hände. „Wir müssen uns ans Schulgesetz halten“, so Sprecher Breiding. Zudem müssten die Lehrer nicht die kompletten Arbeiten neu korrigieren, sondern nur Bewertungspunkte neu berechnen. Dieser Aufwand sei vertretbar. Die Vergleichsarbeiten waren vor sechs Jahren eingeführt worden, haben sich laut Ministerium aber nicht bewährt. Der Aufwand bei Schülern und Lehrern sowie der Nutzen stünden nicht im Verhältnis, so die Begründung.

Bildungsministerin Martina Münch (SPD) hatte deshalb im Frühjahr die Abschaffung der Tests angekündigt. Die CDU-Opposition fordert, daran festzuhalten. Sie hatte die Vergleichsarbeiten in ihrer Regierungszeit mit eingeführt.

Von Angelika Pentsi

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