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Brandenburg Zu Besuch auf der Seerosen-Farm
Brandenburg Zu Besuch auf der Seerosen-Farm
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12:09 01.07.2016
Christian Zilinski-Meyer auf seiner Seerosen-Farm Quelle: dpa-Zentralbild
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Groß Rietz

Hüfttief steht Christian Zilinski-Meyer im Wasser. Das ist auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen, denn Seerosenblätter umringen ihn wie ein grüner Teppich. Der 35-Jährige, der als Marketing-Manager in einem Berliner Hotel arbeitet, taucht mit der Hand gezielt hindurch, wühlt kurz im trüben Nass und hält schließlich eine kräftige Seerosenpflanze in die Höhe. Corinna Waßmann, die am Ufer des rechteckigen Zuchtteiches steht, nickt begeistert. „Die nehmen wir“, freut sich die Frau aus Wittenberg. Mit ihrem Mann ist sie extra nach Groß Rietz (Oder-Spree) gekommen, um Seerosen und vielleicht auch Lotuspflanzen für den heimischen Teich zu kaufen. „Die Anlage ist toll, die Auswahl groß und die Qualität stimmt“, rechtfertigt sie den den langen Anfahrtsweg.

Die Farm ist der einstige Bauerngarten von Oma Elli

Vor zwei Jahren war das Ehepaar erstmals in der Seerosenfarm von Zilinski-Meyer, die der studierte Betriebswissenschaftler vor 14 Jahren im einstigen Bauerngarten seiner Oma Elli angelegt hat. Seit einem Schülerpraktikum in einer Baumschule ist er fasziniert von den dekorativen Wasserpflanzen. Wo einst alte Obstbäume standen und Kräuterbeete angelegt waren, schuf Ziliniski-Meyer an den Wochenenden ein exotisch anmutendes Gartenparadies - mit etwa 20 akkuraten Gräben, die er mit dunkler Teichfolie ausgelegt hat. Darin schwimmen und blühen von Mai bis Oktober 150 Seerosen-Sorten in nahezu allen Größen und Farben - von Quittegelb bis zu einem kräftigen Orange, von Weiß über Zartrosa bis hin zu dunkelstem Rot.

200 Sorten wachsen auf der Farm

Neben den Seerosen-Gräben gibt es fünf Gewächshäuser für die tropischen Arten, vor allem hoch wachsende Lotuspflanzen in großen schwarzen Bottichen. 200 Sorten sind es inzwischen. Einen Teil der Pflanzen kauft Zilinski-Meyer in Thailand oder anderen asiatischen Ländern ein, andere züchtet er selbst. Das ist eine knifflige Angelegenheit: In wassergefüllten Gläsern schwimmen winzige Samen. „Um Pflanzen zu vermehren, müssen die Samen mit einem Zahnstocher pikiert (Anm.: verpflanzt) werden.“ Kreuzungen seien noch komplizierter, deutet er an. Damit die Sämlinge keimen, muss er jeden Einzelnen mit der Feile anspitzen, später zudem mit dem Pinsel „Hummel spielen“, denn bei der Bestäubung darf nichts dem Zufall überlassen werden.

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Christian Meyer-Zilinski von der Seerosenfarm in Groß Rietz im Landkreis Oder-Spree nahe Beeskow (Brandenburg) mit einer Lotus-Blüte namens «Bigfoot». Umrandet ist er von u verschiedenen Seerosen- und Lotus-Blüten. Der Marketing-Manager in einem Berliner Hotel beschäftigt sich seit 2002 mit der Kultur und Vermehrung seltener und neuer Seerosen-Sorten.

Prüfend schaut er mehrfach am Tag ins seine „Babybecken“ mit den Mini-Nachzuchten und wartet darauf, dass die winzigen Blüten aufgehen. „Bei einer Neuzucht weißt Du ja nie, was dabei rauskommt. Aber was nicht schön ist, fliegt raus“, meint der Züchter entschlossen. In Wasser und Erde zu wühlen sei für ihn die pure Entspannung, sagt der Wochenend-Brandenburger.

Inzwischen könnte er sogar von seinen Pflanzen leben. Er verkauft auch ins europäische Ausland, belieferte schon das Bundeskanzleramt, sorgte für die stilvolle Dekoration bei Filmaufnahmen, der Berlinale oder Modenschauen. Allein in der Mark würde Zilinski-Meyer mit seinem „Nischenprodukt“ wohl auf keinen grünen Zweig kommen, sagt Klaus Henschel, Präsident des Brandenburger Gartenbauverbandes. „Hier fehlt den meisten Leuten schlichtweg der Platz und das Geld für einen Gartenteich.“ Ohnehin verzeichnet der Verband seit Jahren leicht sinkende Ausgaben der Brandenburger für Blumen und Pflanzen.

Die Seerosenfarm in Groß Rietz

Das Grundstück seiner Oma in Brandenburg hat er in eine Seerosenfarm verwandelt: Christian Zilinski-Meyer (35), Marketing-Manager aus Berlin, züchtet in seiner Freizeit in Groß Rietz (Oder-Spree) etwa 150 Seerosen-Sorten und rund 200 verschiedene Lotus-Pflanzen. Er ist nach Angaben des Brandenburger Landesgartenbauverbandes einer von zwei professionellen Züchtern im Land Brandenburg. Die Pflanzen verkauft er in Töpfen, die dann so auf den Teichboden gestellt werden können. Sind die Töpfe zu klein, wird die Pflanze nicht blühen. Wird sie aus dem Topf genommen und gepflanzt, so wuchert sie binnen kürzester Zeit den gesamten Teich zu.

Seerosen seien etwas für Liebhaber, sagt der Garten-Architekt Uwe Steinkamp aus Ihlow (Märkisch-Oderland), und: „Wenn man sie im Topf in den Teich setzt, brauchen sie gar nicht mal so viel Platz. Das geht auch im kleinen Garten.“

Von Jeanette Bederke, dpa

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