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Zu trocken: Bauern müssen Ernte starten

Offizieller Ernteauftakt am 30. Juni Zu trocken: Bauern müssen Ernte starten

Brandenburgs Bauern starten dieses Jahr früher mit der Ernte. Es gab so wenig Regen, dass das Getreide zur Notreife gelangte und so schnell wie möglich vom Halm muss. Die Trockenheit ist bei weitem nicht das einzige Problem, das die Landwirte haben.

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Der Chef des Landesbauernverbands, Udo Folgart (r.), und der Geschäftsführer der Flora Agrar GmbH aus Karlshof bei Schönefeld, Jürgen Pahl, stehen am 30. Juni zum Erntestart in Brandenburg in einem Gerstenfeld in Waltersdorf.

Quelle: dpa

Waltersdorf. Brandenburgs Bauern starten wegen der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr früh in die Ernte. Vielerorts sei wegen des Wassermangels die Wintergerste zur Notreife gelangt und müsse deshalb so schnell wie möglich vom Halm, sagte der Chef des Landesbauernverbands (LBV), Udo Folgart, am Dienstag beim offiziellen Ernteauftakt in Waltersdorf (Dahme-Spreewald).

Zu wenig Regen, zu viele Mäuse

Rekorde seien deshalb nicht zu erwarten. Bis Juni hätten im Mittel bis zu 90 Liter Regenwasser pro Quadratmeter gefehlt, betonte er. Die Schauer der vergangenen zwei Wochen hätten so gut wie keine Auswirkungen auf die Getreideernte gehabt. Zudem habe es eine Mäuseplage gegeben.

Bis zu ein Fünftel weniger Ertrag

Daher rechnen die Bauern mit bis zu einem Fünftel weniger Ertrag. Etwa 4,9 Tonnen Getreide pro Hektar werden erwartet. In der Summe gehen die Brandenburger Landwirte von einem Ertrag von bis zu 2,5 Millionen Tonnen aus. Das wären 600 000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Beim Raps sollen 455 000 Tonnen eingefahren werden, 100 000 Tonnen weniger als 2014. «Zum Glück waren im Frühjahr die Temperaturen nicht sehr hoch, sonst hätten wir erntetechnisch den Supergau erleben können», betonte Folgart.

Mehr Hafer angebaut

Ausgebaut wurde vor allem der Anbau von Hafer: Hier hätten direkte Kontakte unter Landwirten und Pferdehaltern dazu geführt, dass die Anbaufläche um 45 Prozent gesteigert wurde.

Brandenburgs Getreidesorte Nummer eins ist mit 186 500 Anbaufläche aber der Winterroggen, gefolgt vom Winterweizen mit 157 000 Hektar und Wintergerste mit 85 800 Hektar.

Kornpreis sinkt rapide

Problematisch sei der Kornpreis. Für eine Dezitonne Roggen gebe es aktuell nur elf bis zwölf Euro. Vor zwei Jahren gab es noch 20 Euro. Der Erzeugerpreis für Getreide liegt laut Bauernverband 2015 generell 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau. «Das ist eine Entwicklung, sich nicht mehr ausgleichen lässt», sagte Sprecher Karsten Lorenz.

Im vergangenen Jahr hätten viele Landwirte ihr Korn lieber eingelagert, als es zu verkaufen. Doch diese Rechnung sei nicht aufgegangen, sagte Lorenz, weil die Preise nicht gestiegen, sondern weiter gefallen seien. Daher werde in diesem Jahr zumeist gleich verkauft.

Von dpa

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