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Zu viel Fleisch, zu wenig Gemüse

Studie zum Kita-Essen Zu viel Fleisch, zu wenig Gemüse

Wenig Obst und Gemüse, aber dafür viel Fleisch: Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge ist die Verpflegung in Kindertagesstätten häufig ungesund. Nur in jeder dritten Kita gebe es ausgewogenes Essen, hieß es nach der Befragung von bundesweit 1082 Kitas. Mitunter liegt das auch an der geringen Finanzierung.

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Meist sind zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse auf den Mittagstellern in Kitas.

Quelle: dpa

Potsdam. „Mit dem Budget, das uns zusteht, ist es sehr schwierig, mit guten Produkten zu kochen“, sagt Melanie Eichhorst, die in Rangsdorf (Teltow-Fläming) eine Kita in freier Trägerschaft gegründet hat und sich bei der Kita-Initiative Brandenburg engagiert. 35 Euro sind in der dortigen Gebührensatzung für 20 Tage Verpflegung festgelegt – von vormittags bis nachmittags. „Vor allem kleine Einrichtungen schaffen deshalb ihre eigenen Küchen ab und lassen sich Essen bringen. Das ist häufig billiger, aber qualitativ meistens schlechter“, sagt Eichhorst.

Ein gesundes Mittagessen, das den wissenschaftlich begründeten Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erfüllt, kostet mindestens vier Euro, heißt es von Bertelsmann. Dies kann sich in Brandenburg längst nicht jeder leisten. „Wenn Eltern nicht mehr als zwei Euro pro Mahlzeit zahlen können, dann muss die Einrichtung damit auskommen“, sagt Anne Böttcher, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt Brandenburg. Die rund 80 Kitas, die in Trä-
gerschaft der Awo stehen, haben zum Teil Caterer beauftragt, in anderen wird vor Ort gekocht. Deutschlandweit lassen sich zwei von drei Kitas das Mittagessen von einem Caterer anliefern. Aber nur jedes zehnte Unternehmen, das eine Kita beliefert, bietet speziell auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtete Mittagessen an, wird in der Studie deutlich.

Das merkt Birgit Ziehmann, Leiterin der Kita Köritz in Neustadt/Dosse (Ostprignitz-Ruppin) gerade. Normalerweise bereitet dort eine Köchin das Mittagessen direkt in der Kita zu. Jetzt ist die Mitarbeiterin krank und die Kinder bekommen ausnahmsweise Essen geliefert. „Dort sind häufig so viele Konservierungsstoffe enthalten, dass Kinder mit Allergien das gar nicht essen können“, sagt Ziehmann. Deshalb sollten die Einrichtungen darauf achten, dass die Kinder nicht die gleichen Portionen wie beim fahrbaren Mittagstisch für Senioren bekommen. „Die Portionen müssen kleiner sein und der Fleischanteil geringer“, sagt Veronika Wrobel von der Verbraucherzentrale Brandenburg, die Erzieher in der Zusammenstellung von Speiseplänen berät.

Drei Viertel der Betreuungseinrichtungen übertreiben es laut Studie allerdings mit dem Fleischkonsum. Nach den DGE-Standards sollte das nur zweimal pro Woche auf dem Tisch stehen. „Die darin enthaltenen Nährstoffe werden gar nicht häufiger benötigt“, sagt Maren Daenzer-Wiedmer von der Brandenburger Vernetzungsstelle Schulverpflegung. Aber vor allem wenn die Eltern für ihre Kinder auswählen können, was mittags auf den Tisch kommt, würden diese Fleisch bevorzugen. „Anscheinend ist es immer noch Brandenburger Gustus, dass zu jeder Mahlzeit Fleisch gehört“, beklagt die Ernährungswissenschaftlerin.

Von Lisa Rogge

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