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Zu viele dicke Kinder: Land will besseres Schulessen

Gesunde Ernährung Zu viele dicke Kinder: Land will besseres Schulessen

Brandenburgs Landesregierung startet eine „Qualitätsoffensive“: Bei der Schul- und Kitaverpflegung sollen künftig mehr regionale Produkte verwendet werden. Zudem könnte es ab dem Schuljahr 2017/2018 Schulobst für alle geben.

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Warm und preiswert, aber auch gesund? Rot-Rot plant eine Qualitätsöffensive beim Schulessen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Verkochte, lange aufgewärmte Speisen, kaum Obst und Gemüse und das alles nicht preiswert – Klagen von Eltern über schlechtes Schulessen in Brandenburg hat die Politik alarmiert. Hinzu kommen aktuelle Zahlen über immer mehr dicke Kinder sowie Kinder mit Essstörungen.

Der CDU-Abgeordnete Henry Wichmann rechnete am Mittwoch bei einer Debatte im Landtag vor, dass etwas 15 Prozent der bis 17-Jährigen bundesweit übergewichtig oder adipös seien. Dies habe teils gravierenden Folgen für die Entwicklung der Kinder – bis hin zu Spätschäden, so Wichmann.

Seine Forderung an die Landesregierung: „Wir brauchen mehr Qualitätsstandards beim Essen in Schulen und Kitas.“ Im entsprechenden Schulgesetz stünde nur, dass Schulträger das Essen „warm und preiswert“ anbieten müssten. Das sei zu wenig. „Wir brauchen ein abwechslungsreiches Angebot, frisches Obst und Gemüse, kurze Warmhaltephasen.“

Keine Gesetzesänderung

Eine Änderung des Gesetzes soll es nicht geben, wie es die oppositionelle CDU verlangt. Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke) meinte, solche verbindlichen Standards sollte man nicht ins Gesetz schreiben. Das bringe wenig. Aber die Regierung wolle alles tun, um den negativen Trends bei der Schulverpflegung entgegenzuwirken.

Mehr regionale Produkte

Im Rahmen einer Qualitätsoffensive sollen unter anderem regionale Lebensmittel stärker berücksichtigt und Lehrer fortgebildet werden. Auch bestehende Angebote wie das EU-Schulmilchprogramm sowie Projekte zu Schulgärten und gesunder Ernährung sollten besser verzahnt und Schulen, Kitas und Eltern stärker in die Entscheidungen einbezogen werden, hieß es. Auch soll geprüft werden, inwieweit bei der Qualitätssicherung durch Zertifizierung die besonderen Bedingungen der ländlichen Regionen berücksichtigt werden können.

Die SPD-Abgeordnete Tina Fischer brach eine Lanze für regionales Obst, das Schulen unbedingt anbieten müssten. „Ich möchte nicht, dass Kinder denken, Obst wächst in Kisten oder Supermärkten.“

Die von der CDU-Fraktion geforderte Teilnahme Brandenburgs am EU-Schulobstprogramm, für das seit 2009 europäische Fördermittel zur Verfügung stehen, wurde dagegen abgewiesen. Redner von SPD und Linke verwiesen auf Bedenken bezüglich der Konsequenzen für Brandenburgs Obstbauern. Dagegen sagte der CDU-Abgeordnete Wichmann, dass sich andere Länder wie Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bereits heute am EU-Schulobstprogramm beteiligen würden. Dazu hatte die EU ihren Finanzierungsanteil von 50 auf 75 Prozent erhöht und eine Beteiligung für die Länder damit noch attraktiver gemacht.

Landesprogramm für Schulobst

Stattdessen soll ein Landesprogramm zu Schulobst ab dem Schuljahr 2017/2018 geprüft werden. Ein solches Programm könne sinnvoll sein und solle deshalb ernsthaft geprüft werden, sagte die Abgeordnete Fischer. Beginn für ein solches Programm sollte das Schuljahr 2017/18 sein.

120 Anbieter in Brandenburg

Täglich werden im Land Brandenburg etwa 120 000 Schulessen ausgegeben, die von 120 Anbietern geliefert werden. Für die Mehrheit der Schulen kochen sechs große und 20 regionale Unternehmen, hinzu kommen 35 lokale Anbieter sowie 60 Kleinküchen.

Nur etwa jedes zweite Kind nimmt das Angebot für ein warmes Mittag­essen wahr.

In Brandenburg kümmert sich die Vernetzungsstelle Schulverpflegung um besseres Schulessen. Diese orientiert sich an den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erarbeiteten Qualitätsstandards für die Schulverpflegung. Die Vernetzungsstelle berät und unterstützt Schulträger, Lehrkräfte, Eltern, Anbieter und Schüler, die eine bessere Mittagsversorgung wünschen.

Von Igor Göldner

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