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Brandenburg Zu wenig Geld für chronisch kranke Kinder
Brandenburg Zu wenig Geld für chronisch kranke Kinder
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20:07 14.07.2016
Die Potsdamer Kinderklinik fürchtet Kürzungen des Therapieangebots. Quelle: Zentralbild
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Potsdam

Das Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum fürchtet massive Einschnitte bei der Behandlung chronisch kranker Kinder. Das am Klinikum angesiedelte Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) werde sein Leistungsabgebot erheblich einschränken müssen, falls die Krankenkassen ihre finanziellen Mittel nicht aufstockten, sagt Michael Radke, Chefarzt der Kinderklinik. Er schloss am Donnerstag eine Klage vor dem Sozialgericht nicht aus.

Michael Radke. Quelle: dpa

Das SPZ ist spezialisiert auf die Früherkennung und Behandlung von Erkrankungen der körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr. Laut SPZ-Chefin Mona Dreesmann widme man sich unter anderem neurologischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, aber auch Sprach- und Bewegungsstörungen.

Zu den Patienten zählen Frühgeborene mit speziellem Betreuungsbedarf, Mehrfachbehinderte und Epileptiker. Mehr als 2000 Kinder und Jugendliche aus Westbrandenburg sind gegenwärtig in Behandlung. „Angesichts der vielschichtigen Leiden arbeiten wir multifunktionell“, erläutert Kinderärztin Dreesmann. Dafür stünden 24 Mitarbeiter bereit, unter ihnen Fachärzte, Therapeuten und Sozialarbeiter.

Vier Zentren in Brandenburg

Brandenburg hat in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Neuruppin Sozialpädiatrische Zentren (SPZ).

140 Einrichtungen gibt es bundesweit. Bayern zahlt am meisten (SPZ Uni München 599 Euro).

15500 Kinder werden jährlich in der Mark geboren, 4000 im Klinikbereich Potsdam.

Laut Michael Radke, seit 19 Jahren Chef der Kinderklinik, sind etwa zehn Prozent der Kinder „Fälle für das SPZ“.

Mit den von den Krankenkassen bereitgestellten Pauschalen ist der hohe Standard aus Sicht von Chefarzt Radke nicht zu finanzieren. Die Kassen überweisen für das SPZ derzeit pro Quartal und Kind 259 Euro. Brandenburg gehört bei der Finanzierung der Betreuungszentren laut Radke bundesweit zu den Schlusslichtern. Berlin zahlt pro Kind bis zu 446 Euro. Mindestens 420 Euro benötige Potsdam, um das Behandlungsangebot aufrechtzuerhalten, sagt der Klinikchef. Das hatten die Krankenkassen abgelehnt und 310 Euro angeboten. „Wir haben dieses unwürdiges Gefeilsche satt. Sind Brandenburger Kinder weniger wert als Berliner?“, so Radke.

Gabriele Rähse, Sprecherin der AOK Nordost und der Krankenkassen, weist die Vorwürfe zurück. Das SPZ Potsdam habe für den geforderten Zuschlag von 65 Prozent keine Kostensteigerung nachweisen können. Die Kassen seien aber weiterhin gesprächsbereit.

Von Volkmar Krause

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