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Zugpferd für „Freie Wähler“ in Brandenburg

Flughafen-Rebell Christoph Schulze wird Spitzenkandidat Zugpferd für „Freie Wähler“ in Brandenburg

Die Freien Wähler in Brandenburg setzen ihre Hoffnung, im Herbst den Sprung in den Landtag zu schaffen, auf ein bekanntes Gesicht aus der Landespolitik. Der Flughafen-Rebell und langjährige Abgeordnete der SPD, Christoph Schulze (48), soll Spitzenkandidat der Freien Wähler werden.

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Christoph Schulze

Quelle: SPD (Archiv)

Potsdam. Christoph Schulze soll Spitzenkandidat der Freien Wähler in Brandenburg werden. Pikant: er gehört seit einem Jahr der Grünen-Fraktion im Landtag an. Diese Mitgliedschaft will er trotz der Spitzenkandidatur nicht beenden. Das sei mit den Grünen so abgesprochen, erklärte Schulze. Außerdem gebe es ja nur noch eine Landtagssitzung im Juni in dieser Wahlperiode.

Eine Interessenkollision sieht Schulze nicht, der nun aus der Grünen-Fraktion heraus – auch mit deren Bordmitteln – seinen Landtagswahlkampf vorbereiten und führen kann.

Eigentlich, so Schulze, wollte er nicht erneut für den Landtag kandidieren. Dort sitzt er seit 1990. Im Dezember 2011 war er im Zorn über die Flughafenpolitik aus der SPD-Fraktion ausgetreten. Die Partei verließ er erst vor einem Jahr. Sonst hätte er sich nicht der Grünen-Fraktion anschließen können. „Ständig gegen den Strom schwimmen, das wollte ich nicht mehr“, sagte er. „Aber irgendwann wird auch die schärfste Klinge stumpf.“ Die Freien Wähler seien an ihn herangetreten. Die landesweiten Bürgerinitiativen bräuchten im Landtag eine eigene Vertretung, meint Schulze. Er hofft, sein Direktmandat – damals noch für die SPD – zu verteidigen. Das liegt im Flughafen-Anrainergebiet um Zossen.

Hinter „BVB/Freie Wähler“ – so das offizielle Kürzel – verbergen sich die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen, ein parteiunabhängiger Dachverband von 110 Wählervereinigungen und Bürgergruppen. Der lockere Zusammenschluss hat 650 Mitglieder. Kopf ist der Rechtsanwalt Peter Vida aus Bernau (Barnim). Er ist seit 2011 Landesvorsitzender und war bis zu seinem Rauswurf 2004 CDU-Mitglied.

Mit Schulze und seinem „Promi-Faktor“ plant Vida nun eine Überraschung für die „Freien“. 2009 errangen sie nur 1,7 Prozent der Stimmen. Ihr Vorbild sind die Freien Wähler in Bayern, die seit 2008 im Landtag sitzen.

Von Igor Göldner

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