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Zusammen auf Sendung

Am 1. Mai vor zehn Jahren wurde aus ORB und SFB der RBB Zusammen auf Sendung

Am 1. Mai vor zehn Jahren wurde aus ORB und SFB der RBB. Wir sprachen mit zwei Moderatoren-Urgesteinen: Tatjana Jury kam damals vom ORB, Ulli Zelle vom SFB. Ab November 1989 war die 1963 in Berlin Geborene Tatjana Jury beim Hörfunk, seit 1992 freie Moderatorin und Autorin beim ORB („Brandenburg aktuell“).

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Quelle: rbb

Ulli Zelle ist seit 1984 ist der Radio- und Fernsehreporter, Jahrgang 1951, für SFB und dann RBB tätig, unter anderem für die „Abendschau“ und das „Heimatjournal“.

Sie kamen vor zehn Jahren jeweils von dem einen beziehungsweise anderen Sender zum RBB – was sehen Sie heute als Gewinn der Fusion?

Tatjana Jury: Sich beim Arbeiten kennen und dann auch schätzen zu lernen, um nicht mit der damals gern aufgesetzten Brille der angehäuften Vorurteile weiter zu machen.

Ulli Zelle: Mit dem Sendegebiet hat sich der Horizont erweitert. Die zwei Länder bieten eine interessante Themenmischung. So kann das „Heimatjournal“ abwechselnd aus der Metropole und der Weite des Landes berichten.

Aus zwei mach eins, bleibt da nicht auch was auf der Strecke? Was vermissen Sie?

Jury: Klar, dass wir nur für ein Land gesendet haben. Das war auch nötig, denn zu dem Zeitpunkt war auch der Brandenburger noch recht zaghaft im Umgang mit der eigenen Identität.

Zelle: Ja, zum Beispiel Sendungen wie „Berlin life“ oder „Vor Ort“. Das waren Live-Talks mit Bürgerinnen und Bürgern am Ort des Geschehens. Eine halbe Stunde und mehr boten die Sendungen vor allem dem Zuschauer ein Forum.Was fanden Sie gerade typisch an dem Sender, bei dem Sie seinerzeit nicht arbeiteten?

Jury: Arm aber sexy? Schön wär’s! Hochverschuldet und, wen wundert’s, kaum beweglich. Aber streitlustiger waren mitunter die SFB-Kollegen, davon hätten wir uns eine Scheibe abschneiden können.

Zelle: Die Improvisationsfähigkeit. Der ORB hat aus Containern und Behelfsbauten seinen Sendebetrieb aufgenommen. Nicht das gemachte Nest Adlershof – Babelsberg war der Geburtsort. Eine echte Pionierleistung!

Wieviel SFB steckt noch im RBB? Wieviel ORB steckt noch im RBB?

Jury: Eindeutig das B für Brandenburg und für Berlin.

Zelle: Mittlerweile ist eine neue RBB-Generation gewachsen. Wie im Großen, verwischen auch im Kleinen die Ost-West-Unterschiede.

Was war im Rückblick die größte Schwierigkeit bei der Senderfusion?

Jury: Sich auf Knopfdruck zusammengehörig zu fühlen und das bitteschön auch zu zeigen. Machen Sie mal aus ihrem Nachbarn über Nacht ein Familienmitglied!

Zelle: Die Gewichtung der Themen. Anfangs fanden einige Zuschauer ihre Region zu wenig präsent. Der West-Berliner meckerte: „Zuviel Osten“, der Brandenburger: „Zuviel Berlin“. Ich denke, wir haben mittlerweile eine guteVerteilung entsprechend der Einwohner und der Bedeutung der Berichtsgebiete gefunden.

Welche RBB-Sendung ist Ihr persönlicher Favorit?

Jury: Brandenburg Aktuell – was sonst!

Zelle: Die wichtigste Nachrichtensendung für mich und jeden dritten Berliner bleibt die Abendschau. Und das „Heimatjournal“, weil sich dortMenschen beider Länder finden.

Wo wuchs zusammen, was zusammengehört?

Jury: Brandenburg gehört zu Berlin und Berlin gehört zu Brandenburg – sitzt ja schließlich mittendrin imBundesland.

Zelle: Entlang der verschwundenen innerstädtischen Grenze der Hauptstadt, siehe Mitte oder Friedrichshain-Kreuzberg. Und im „Speckgürtel“.

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