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Brandenburg Zuwanderer höher qualifiziert als Märker
Brandenburg Zuwanderer höher qualifiziert als Märker
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19:28 11.05.2016
Zuwandererkinder in der Schule. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Unter den Zuwanderer, die vor der großen Flüchtlingswelle nach Brandenburg kamen, gibt es deutlich mehr Akademiker als im Durchschnitt der einheimischen Bevölkerung. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag hervor. Nach Auskunft der Landesregierung liegt der Anteil der 25 bis 65 Jahre alten Zuwanderer mit Hochschulabschluss bei 19,5 Prozent, während die Brandenburger Bevölkerung es im Vergleich auf 16,1 Prozent bringt.

Ähnlich sieht es bei der Quote der Schulabgänger aus, die im Besitz der Hochschulreife sind. In der Altersgruppe von 18 bis 65 schneiden die Zuwanderer mit 40,2 Prozent Abi-Quote deutlich besser ab als ihre einheimischen Altersgenossen, denn nur 29,4 Prozent der Brandenburger haben Abitur oder Fachabi gemacht.

Verlässliche Zahlen zu 2015/16 fehlen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erfasst nicht systematisch, welchen Bildungsabschluss Flüchtlinge haben. Beim Asylantrag können die Bewerber zwar Angaben machen, müssen es aber nicht.

Die syrischen Flüchtlinge sind, wie Arbeitsmarktforscher beobachten, in der Spitze besser ausgebildet als die Deutschen, wenn man den Prozentsatz an Akademikern nimmt. Weniger ausgeprägt als in Deutschland ist allerdings die klassische Facharbeiterebene.

„Wir haben uns grob verschätzt“, äußerte im Februar Jan Eder, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin – er nahm Bezug auf die anfängliche Euphorie unter den Betrieben. Es kämen viele Analphabeten. „Die Integration in den Arbeitsmarkt wird ein steiniger Weg“, räumte unlängst der Cottbuser IHK-Chef Wolfgang Krüger ein.

All diese Zahlen beziehen sich auf jene Einwanderer oder in Deutschland geborenen Kinder von Migranten, die bis Ende 2014 im Land lebten. „Es gibt einfach keine Zahlen für 2015 und 2016“, sagt Sozialministeriumssprecher Gabriel Hesse. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) habe die Berufs- und Schulqualifikation bei der Erstaufnahme nicht abgefragt. Das Ministerium habe auf Daten des Mikrozensus zurück gegriffen, der nur alle paar Jahre erstellt wird.

Die AfD hatte bei ihrer parlamentarischen Anfrage offenbar mit einer inhaltlich anderen Tendenz gerechnet, denn in dem Vorspann heißt es: „Fest steht, dass die Ausbildung der Flüchtlinge in der Schule und für den Beruf sehr viel schlechter ist als die der einheimischen Bevölkerung“. Im Vorwort wird auf kritische Bemerkungen zweier Industrie- und Handelskammer-Geschäftsführer hinsichtlich der Qualifikation von Migranten Bezug genommen.

Beim Realschulabschluss liegen die Brandenburger vorn

Was die Aufstellung des Sozialministeriums weiter zeigen: Beim Realschulabschluss sind die Alt-Brandenburger mit 57,1 Prozent besser ausgestattet als die Zuwanderer (27,8 Prozent). Die Hauptschule haben 20 Prozent der Zuwanderer absolviert, aber nur 12,3 Prozent der Märker.

Keinen Schulabschluss besitzen 1,2 Prozent der Brandenburger. Für die Zuwanderer gibt es laut Landesregierung „aus statistischen Gründen“ keinen Vergleichswert.

AfD-Abgeordnete: „nichtssagende“ Angaben

AfD-Bildungssprecherin Birgit Bessin sagt, ihre Partei sei „nicht gerade besonders glücklich“ mit der Antwort. Die Angaben seien „nichtssagend“. Außerdem habe das Interesse ihrer Fraktion insbesondere den Jahren 2015 und 2016 gegolten, die in der Aufstellung aber fehlten. Sie werde eine „dicke, fette Nachfrage“ an die Landesregierung stellen.

Die AfD-Anfrage läuft unter der Überschrift „Immer mehr Analphabeten“. Das jedoch geht gerade das nicht aus der Antwort hervor. Dort heißt es nur, das Land habe keine Zahlen dazu vorliegen. Gleichwohl macht die Illiteraten-Quote der Asylsuchenden der Landesregierung Sorgen. So kündigte das Bildungsministerium am Mittwoch ein 300 000 Euro-Sofortprogramm zur Alphabetisierung von Flüchtlingen an, „die in ihrem Herkunftsland keine Chance hatten, Lesen und Schreiben zu lernen“, wie Minister Günter Baaske (SPD) sagte.

Von Ulrich Wangemann

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