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Brandenburg Zwei Wochen Wartezeit für Winterreifen
Brandenburg Zwei Wochen Wartezeit für Winterreifen
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00:18 03.11.2013
In den Werkstätten laufen die Schrauber heiß. Quelle: Söllner
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Potsdam

„Wir haben hier gut zu tun. Für einen Termin haben wir momentan einen Vorlauf von knapp zwei Wochen“, sagt Pitstop-Werkstattmeister Norbert Pohl. In seiner Filiale in Rangsdorf (Teltow-Fläming) hätte bislang rund die Hälfte der Kunden die Reifen wechseln lassen.

Bei ATU in Falkensee (Havelland) fahren täglich 50 Kunden in die Werkstatt, um von Sommer- auf Winterreifen zu wechseln. „Es ist schon voll am rotieren. Momentan wartet man rund eine Woche auf einen Termin – allerdings mit steigender Tendenz“, sagt Geschäftsleiter Heiko Trost.
Auch beim Potsdamer Point-S-Reifenhändler Sven Kotulla sind die Auftragsbücher gut gefüllt. „Viele Leute haben wegen des guten Wetters den Termin zum Wechseln verschoben. Aber wir haben jetzt gut zu tun“, sagt Kotulla.

Experten raten, in der Zeit „von O bis O“ – von Oktober bis Ostern – mit Winterreifen zu fahren. „Er kommt ab Temperaturen unter sieben Grad zum Einsatz. Die meisten Pendler fahren morgens zur Arbeit und da hat man diese Temperaturen bereits“, sagt Andre Schulz, Reifenhändler in Brandenburg (Havel). „Damit hat man die besseren Karten. Das Auto ist besser zu lenken und hat einen kürzeren Bremsweg“, erklärt Rudi Sonntag, Sprecher des Landes-Polizeipräsidiums, die Vorteile der weicheren Reifenmischung.

Bußgeld in Höhe von 40 Euro droht

  • Die Polizei führt keine speziellen Winterreifenkontrollen durch. Wenn jedoch festgestellt wird, dass ein Auto nicht der Witterung entsprechend bereift ist, droht ein Bußgeld von 40 Euro plus ein Punkt beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg. Wer den Verkehr behindert, muss 80 Euro berappen.
  • Auch der Versicherungsschutz kann dann teilweise verloren gehen. Zwar zahlt die Haftpflichtversicherung den Schaden des Gegners, der Kaskoschutz für den eigenen Schaden könne allerdings wegen grober Fahrlässigkeit teilweise erlöschen, warnt Erk Schaar schmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Per Gesetz ist vorgeschrieben, dass Autofahrer bei Glatteis, Schneematsch, Schneeglätte, Eis- oder Reifglätte mit dem M+S Symbol gekennzeichnete Reifen aufziehen müssen. Dem Automobilclub ADAC geht dies allerdings nicht weit genug. „Wir empfehlen, dass Reifen mit dem M+S und zusätzlich mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet sind“, sagt Sprecherin Bettina Hierath.

Auch bei der Profiltiefe gehen die Experten weiter. 1,6 Millimeter sind gesetzlich vorgeschrieben, „aber bereits unter vier Millimetern verlängert sich der Bremsweg um etliche Meter“, warnt Reifenhändler Andre Schulz.

Spätestens nach dem ersten Wintereinbruch mit Schneefall oder Glätte würden laut Polizei die Autofahrer umdenken. „Am ersten Wintertag ist es leider so, dass wir im Regelfall 100 Prozent mehr Verkehrsunfälle haben“, berichtet Polizeisprecher Sonntag von den Erfahrungen der Beamten. Bei der Mehrzahl der Unfälle bleibe es jedoch glücklicherweise bei Sachschäden.

Von Stephan Henke

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