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Entsetzen nach Anschlag auf Flüchtlinge

Staatsschutz ermittelt in Brandenburg an der Havel Entsetzen nach Anschlag auf Flüchtlinge

Noch sind die Hintergründe des Anschlags auf Asylbewerber in Brandenburg an der Havel nicht aufgeklärt. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus – der Staatsschutz ermittelt. Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und andere Politiker zeigten sich entsetzt und traurig zugleich.

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Familie Tsychuer nach dem Brandanschlag.

Quelle: Bürstenbinder

Brandenburg an der Havel. Nach dem Brandanschlag auf die Wohnung einer Flüchtlingsfamilie in Brandenburg an der Havel ermittelt nun der Staatsschutz. „Einen fremdenfeindlichen Hintergrund können wir nicht ausschließen“, sagt Polizeisprecherin Jana Birnbaum. Die Hintergründe der Tat und das Motiv sind aber weiter unklar. Eine fremdenfeindliche Tat schließt die Polizei nicht aus. Konkrete Hinweise, etwa ein Bekennerschreiben gibt es aber noch nicht.

Nach Polizeiangaben lebt die aus dem Nordkaukasus stammende fünfköpfige Familie seit mehr als einem Jahr in der Stadt. Vor ihrer Wohnungstür war eine mit Brandbeschleuniger getränkte Zeitung angezündet worden. Verletzt wurde niemand. Die Tat ereignete sich in einem Mehrfamilienhaus, in dem elf Mietparteien wohnen.

Familie lebt nach dem Anschlag in Angst

Der Familienvater Ibragim Tsychuer kann sich auch nicht vorstellen, wer die Tat verübt haben könnte. „Ich habe keine Probleme, keine Schulden und keinen Kontakt zu bösen Leuten. Wir sind alle traurig, dass so etwas passieren konnte“, sagte er nach dem Anschlag im Gespräch mit der MAZ. In der folgenden Nacht machte die Familie kaum ein Auge zu. Immer wieder schauten Ibragim und seine Frau Madina Tsychuer aus den Fenstern, um sicher zu gehen, dass ihnen und ihren aufgeregten Kindern keine neue Gefahr droht.

Deutliche und geschockte Reaktionen aus der Politik

Unterdessen reagieren erste Politiker in Brandenburg. Der Innenstaatssekretär Matthias Kahl hat den Anschlag am Montag verurteilt. „Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen und prüft einen möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund“, sagte er. „Ausländer und Flüchtlinge sollen in unserem Land sicher leben können. Hass und Gewalt gegen ausländische Mitbürger sind vollkommen inakzeptabel.“

Auch die flüchtlingspolitische Sprecherin Andrea Johlige der Linken-Landtagsfraktion reagierte am Montag mit deutlichen Worten: „Wir sind schockiert über den Brandanschlag“, sagte sie. „Die Flüchtlinge brauchen unseren besonderen Schutz und unsere Solidarität“, sagte Johlige.

Die Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel, Dietlind Tiemann (CDU), reagierte entsetzt auf den Brandanschlag. Der Vorfall werde sehr ernst genommen, sagte Tiemann am Montag im rbb-Inforadio: „Ich bin sehr traurig darüber, und sicherlich viele Brandenburgerinnen und Brandenburger mit mir auch, dass so etwas in unserer Stadt passiert. In dem Fall ist die Familie schon über drei Jahre in unserer Stadt. Umso schlimmer ist es, dass so etwas geschieht.“

Von MAZonline

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