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Vater trauert um 15-jährigen Sohn nach Unfall

Unglück bei Ketzin/Havel Vater trauert um 15-jährigen Sohn nach Unfall

Unglück auf der Landesstraße zwischen Zachow und Tremmen (Havelland): Ein Jugendlicher ist am Dienstag von einem Auto angefahren worden. Per Hubschrauber kam er nach Potsdam ins Krankenhaus – und erlag dort wenig später seinen schweren Verletzungen. Holger Schink, der Vater des 15-Jährigen, ist geschockt und trauert um seinen Sohn.

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Die Unfallstelle in der Nähe von Zachow.

Quelle: Foto: Christian Pörschmann

Zachow/Tremmen. Ganz behutsam legt Holger Schink (Name geändert) einen Strauß weiße Rosen ins Gras an der Straße zwischen Zachow und Tremmen (Havelland). Daneben stellt er eine kleine Laterne auf und zündet eine Kerze an. Er kann noch immer nicht fassen, dass sein Sohn nicht mehr lebt. Gemeinsam mit einem Freund aus Tremmen hat der Vater am Mittwoch den schweren Weg zu der Unfallstelle angetreten, an der am Dienstagnachmittag sein jüngster Sohn von einem Transporter erfasst und schwer verletzt wurde. Obwohl der Junge sofort mit dem Rettungshubschrauber in eine Potsdamer Klinik gebracht wurde, war er noch am Abend verstorben.

Es hat stark geregnet

Wie genau es zu dem tragischen Unfall kam, ist bislang nicht genau geklärt. Laut Polizei war der 15-Jährige am Dienstag gegen 13.35 Uhr bei starkem Regen von einem Transporter angefahren worden. Ob der Junge auf der Straße lief oder plötzlich aus einem Getreidefeld gekommen war, wird derzeit ermittelt. „Ein Unfallgutachter wurde hinzugezogen, das Fahrzeug beschlagnahmt“, so Polizeisprecher Axel Schugardt. Sicher ist bisher, dass der Junge zu Fuß und allein unterwegs war.

Blumen an der Unfallstelle

Blumen an der Unfallstelle.

Quelle: Jens Wegener

Warum sein Sohn sich dort aufgehalten hat, obwohl die Familie in Bollmannsruh (Potsdam-Mittelmark) wohnt, kann sich Vater Holger Schink auch nicht erklären. „Er wollte eigentlich aus der Schule in Ketzin direkt nach Hause kommen. Die Polizei hat mit mir bisher kaum gesprochen“, sagte er am Mittwoch. Verärgert ist der alleinerziehende Vater von vier Kindern auch über die sehr später Information über den Unfall. „Irgendwann nach 15 Uhr hatte am Dienstag eine Frau bei mir angerufen und gesagt, dass ich mal die Polizei kontaktieren sollte, weil es einen Unfall gab. Dann habe ich zuerst in Brandenburg, dann in Nauen bei der Polizei nachgefragt und erfahren, das mein Kind in Potsdam im Krankenhaus liegt. Als ich dort gegen 17.30 Uhr ankam, war mein Sohn schon hirntot.“ Bei der Polizei hieß es dazu, dass der zeitliche Informationsfluss überprüft werde aber zuerst die Identität des Opfers ermittelt werden müsse.

Schon fünf Verkehrstote

Der tödlich verunglückte 15-jährige Junge ist der fünfte Verkehrstote im Landkreis Havelland in diesem Jahr.

2014 starben auf Straßen des Havellands 13 Menschen.

Die Gesamtzahl der Unfälle ging im Vorjahr allerdings leicht zurück. So ereigneten sich 2014 insgesamt 4323 Unfälle, 2013 waren es noch 4448 gewesen.

Der Schock sitzt tief

Der Schock sitzt tief – nicht nur beim Vater. Auch in der Ketziner Fontane-Oberschule löste die Nachricht vom Tod des 15-Jährigen aus Bollmannsruh Entsetzen aus. „Es ist nicht zu begreifen. Noch am gleichen Tag haben wir in der Schule mit dem Neuntklässler gesprochen. Und dann passiert am Nachmittag sowas...“, sagte Schulleiterin Ulrike Witschas am Mittwoch gegenüber der MAZ. Wegen dieses Todesfalles wurde der Ablauf des letzten Schultages komplett verändert. „Alle Veranstaltungen auf dem Hof wurden abgesagt, jeder Lehrer hat in seiner Klasse über das Unglück geredet“, so Witschas.

Von Jens Wegener

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