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Kiffer-Cowboy hortet riesige Cannabis-Mengen

Polizei hebt Plantage in Potsdam-Mittelmark aus Kiffer-Cowboy hortet riesige Cannabis-Mengen

Er wird von Nachbarn nur "der Cowboy" genannt: Ein 49-jähriger Mann wurde am Dienstag festgenommen, nachdem Polizisten auf seinem Grundstück in Weseram (Potsdam-Mittelmark) eine professionelle Cannabisplantage ausgehoben hatten. Die 200 sichergestellten Pflanzen dienen laut Besitzer dem Eigenbedarf.

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Cannabis-Pflanzen.

Quelle: dpa

Weseram. Nach einem Hinweis haben Polizisten am Dienstagnachmittag auf einem früheren LPG-Gelände in Weseram (Potsdam-Mittelmark) eine professionelle Cannabisplantage ausgehoben. Betrieben sein soll sie von dem 49-jährigen Pächter des Areals. Mehr als 200 Cannabispflanzen waren im Freien und in einer Scheune angebaut und wurden mit professioneller Beleuchtungs- und Bewässerungsanlage versorgt.

200 Pflanzen als Eigenbedarf

Wie Polizeisprecherin Sandy Fenger am Mittwoch mitteilte, gab es aus der Bevölkerung einen Hinweis auf den Anbau von Drogen. Daraufhin rückte die Polizei mit Mannschaftswagen und Schlüsseldienst an. Die Beamten stellten die Hanfpflanze sicher, der Grundstücksbesitzer wurde vorläufig festgenommen. Er ist der Polizei bereits wegen anderer Delikte bekannt.

Der 49-Jährige war nach Angaben der Ermittler geständig. Nach MAZ-Recherchen behauptet er jedoch, die 200 Cannabispflanzen zum Eigenbedarf angebaut zu haben. Damit dürfte er rechtlich nicht durchkommen, denn nur sechs Gramm Cannabis gelten als straffreier Eigenbedarf. Gegen den Mann ermittelt die Kriminalpolizei nun wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Tatverdächtiger wird nur "der Cowboy" genannt

Bei dem Grundstück handelt es sich um ein heruntergekommenen Bauernhof, auf dem zu DDR-Zeiten Schweine gehalten worden sind. "Das sieht da immer noch aus wie ein Schweinestall", sagt ein 53-Jähriger, der mit dem mutmaßlichen Cannabisbauern des öfteren ein Bierchen getrunken hat. In Weseram wird der Tatverdächtige nur "der Cowboy" genannt, weil er immer mit Wildwest-Hut herumläuft.

Im Ort hatten sich Nachbarn schon länger gewundert über das heruntergekommene Grundstück, auf dem Hühner frei herumlaufen und anderes Geflügel gehalten wird. Auf dem Gelände steht ein alter Wohnwagen mit zwei Schlafstätten, dreckigen Töpfen und einem Sammelsurium an Geschirr davor. Ein abgemeldetes Auto steht auf dem Hof neben einer eingebrochenen Güllegrube und einer verfallenen Scheune mit teils eingestürztem Dach. Überall liegt Gerümpel herum.

Argwohn unter den Dorfbewohnern

"Wir haben uns immer gewundert, wovon der Mann lebt", sagt ein Nachbar. An der Tankstelle, die sich direkt gegenüber befindet, sagt ein Kunde: "Schon ein starkes Stück, eine Cannabisplantage mitten in Weseram". Offenbar hatte der Mann, der erst seit etwa drei Jahren in Weseram lebte, wenig Kontakt zu den Dorfbewohnern. Hinter vorgehaltener Hand hört man, es sei besser, den 49-Jährigen zu meiden.

Kein Tummelplatz für Dealer

Cannabis ist in Brandenburg seit Jahren die Droge Nummer 1. Vergangenes Jahr wurden 67 Kilo Cannabiskraut entdeckt und  fast 16 .000 Pflanzen gefunden. Insgesamt ist die Rauschgiftkriminalität in Brandenburg so hoch wie nie. 7167 Drogen-Straftaten wurden im Vorjahr erfasst – fast 2000 mehr als 2013. Im Bundesvergleich ist Brandenburg aber kein Tummelplatz für Dealer: Brandenburg liegt im Länderranking auf einem positiven vorletzten Rang vor dem Saarland.

Von Marion von Imhoff/MAZonline

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