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600 Gewalttaten am Alexanderplatz – im Jahr

Erschreckende Polizeistatistik 600 Gewalttaten am Alexanderplatz – im Jahr

Er ist für den Fernsehturm und die Weltzeituhr weltbekannt und für Touristen ein beliebter Anlaufpunkt. In den vergangenen Monaten stand der Alexanderplatz jedoch immer wieder wegen Gewalttaten in den Schlagzeilen. Eine erschreckende Statistik der Polizei zeigt nun, wie oft es am Alex zu Gewalttaten kam. Berlins Innensenator lehnt eine Maßnahme aber weiterhin ab.

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Am Alexanderplatz kommt es immer wieder zu Gewalttaten.

Quelle: dpa

Berlin. Trotz großer Polizeipräsenz und vieler Einsätze am Berliner Alexanderplatz sind die Gewalttaten nicht weniger geworden. Im vergangenen Jahr kam es laut bisher unveröffentlichten Zahlen der Polizei zu 597 Gewaltdelikten wie Körperverletzungen, Raubüberfällen, Bedrohungen und Freiheitsberaubungen. Die Anzahl der Taten ist seit 2011 etwa gleich hoch, jeweils um die 600 Delikte, wie aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervorgeht.

Massiv gestiegen ist die Zahl der Taschendiebstähle, von 1024 im Jahr 2014 auf 1580 Fälle im Jahr 2015 (plus 54 Prozent). Diese Entwicklung gilt aber für ganz Berlin.

481 Gewaltdelikte waren im vergangenen Jahr Körperverletzungen. In 62 Fällen ging es um Nötigung und Bedrohung, 51 Mal um Raub. Fälle, die unter die Rubrik Vergewaltigung oder Mord und Totschlag fallen, wurden drei Mal registriert; dazu gehörten auch versuchte Taten.

Im August 2014 wird am hellichten Tag ein Mann erstochen. Der Täter hat unvermittelt auf sein Opfer eingestochen.

Im April 2015 gerät ein 20-Jähriger im Bahnhof am Alexanderplatz mit zwei Männern und einer Frau in Streit. Wenig später wird der 20-jährige Mann niedergestochen und schwer verletzt.

Im Juni 2013 kommt es am Neptunbrunnen zu einem Zwischenfall. Ein offenbar psychisch kranker Mann bedroht Menschen mit einem Messer. Später eskaliert die Lage, der Mann steigt in den Brunnen, zieht sich aus, ist weiter aggressiv. Ein Polizist erschießt den nackten Mann schließlich. Danach gibt es eine hitzige Debatte über den Polizeieinsatz.

 

Im Frühsommer 2015 hatte es noch Anlass zur Hoffnung gegeben, weil bis Mai die Zahl der Gewalttaten und Übergriffe an dem großen Verkehrsknotenpunkt zurückging. Es folgte allerdings ein lange und warmer Sommer mit entsprechenden Nächten, in denen es oft zu Zusammenstößen betrunkener Menschen kam.

Seit dem tödlichen Angriff auf den 20-jährigen Jonny K. im Oktober 2012 hatte die Polizei ihre Präsenz am Alexanderplatz verstärkt. Ein sogenanntes Kontaktmobil, also ein mit Polizisten besetzter Bus, steht tagsüber und an den Wochenenden auch nachts dort. Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte immer wieder betont, die Gewalt am Alex eindämmen zu wollen.

Eine gemeinsame Wache von Berliner Polizei, Bundespolizei und Ordnungsamt lehnt Henkel aber weiter ab, weil der Verwaltungsaufwand zu groß wäre.

Von dpa

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