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900 Schweine verenden bei Großbrand im Stall

Großbrand in der Prignitz 900 Schweine verenden bei Großbrand im Stall

Dramatischer Feuerwehreinsatz in der Prignitz: Dort sind bei einem Großbrand am Mittwoch in einem riesigen Stall 900 Sauen qualvoll ums Leben gekommen. Das Feuer in Neudorf (Gemeinde Groß Pankow) ist gegen 5 Uhr ausgebrochen. Der Betriebsleiter wurde beim Versuch, die Schweine zu retten, leicht verletzt.

Neudorf Groß Pankow 53.1705512 12.0698575
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Großeinsatz für die Feuerwehren aus der Region in einem Schweinestall in Neudorf (Gemeinde Groß Pankow).

Quelle: Feuerwehr Pritzwalk

Neudorf. Einen Großbrand gab es am Mittwoch gegen 5 Uhr in einer Sauenanlage in Neudorf (Gemeinde Groß Pankow). Für 120 Zuchtsauen samt Ferkeln und 600 Mastsauen kam jede Hilfe zu spät. Der Betriebsleiter zog sich nach ersten Informationen eine leichte Rauchgasvergiftung beim Versuch zu, Tiere zu retten. 60 Brandschützer aus sieben Feuerwehren waren im Einsatz. Den Tieren konnten sie nicht mehr helfen, aber ein Übergreifen auf die Nachbarställe der Großanlage verhindern. Die reinen Löscharbeiten waren gegen 9 Uhr fast abgeschlossen – lediglich ein paar Glutnester waren noch zu bekämpfen. Danach wurden mit der Wärmebildkamera des Feuerwehrtechnischen Zentrums Perleberg die Nachbargebäude kontrolliert. In der Dachkonstruktion befand sich auch Asbest, dieses ist beim Brand aber laut Feuerwehr nicht als Staub freigeworden. Eine Gefahr für Anwohner im einige hundert Meter entfernten Neudorf bestand nach Polizeiangaben nicht.

Löscharbeiten in Neudorf

Löscharbeiten in Neudorf.

Quelle: Feuerwehr Pritzwalk

Die Brandursache ist noch unklar. Das Feuer brach nach Angaben des Pritzwalker Stadtbrandmeisters Volker Lehmann unter dem Dach aus. Es konnte sich gut verbreiten, weil sich darunter eine alte Holzkonstruktion befindet. Laut Toralf Reinhardt, Sprecher der Polizeidirektion Nord in Neuruppin, beträgt der Schaden mehrere hunderttausend Euro, noch nicht eingerechnet die Solaranlagen, die auf dem Dach mit verbrannt sind.

Erschwert wurden die Löscharbeiten durch die Kälte. Bei Temperaturen von minus sieben bis minus zehn Grad, musste das Löschwasser ständig am Laufen gehalten werden, damit es nicht im Schlauch einfriert. Auch die Arbeit der Kriminaltechniker zur Ermittlung der Brandursache wurde von dem Frost beeinträchtigt: Der Kriminaldauerdienst hat entschieden, dass die kriminaltechnische Untersuchung nicht vor Donnerstag vorgenommen wird – die Spuren sind sozusagen eingefroren, und es muss gewartet werden, bis das verwendete Löschwasser wieder aufgetaut ist.

Am frühen Morgen stand der Schweinestall in Flammen

Am frühen Morgen stand der Schweinestall in Flammen.

Quelle: Feuerwehr Pritzwalk

Um 5.20 Uhr hatte die Feuerwehr die Meldung von dem Brand erhalten. Darauf rückte ein Großaufgebot von Einsatzkräften aus Pritzwalk, Groß Langerwisch, Groß Pankow, Kuhbier, Kuhsdorf, Wolfshagen und Putlitz an, um das Schlimmste zu verhindern. Auch das Feuerwehrtechnische Zentrum Perleberg war vor Ort vertreten. Insgesamt waren laut Volker Lehmann sieben Wehren mit 60 Kameraden im Einsatz. Betriebsleiter Remmert musste gegen 6 Uhr vom Rettungsdienst ambulant behandelt werden, weil aufgrund von Reizhusten der Verdacht bestand, dass er eine Rauchvergiftung hatte. Er hatte versucht, noch möglichst viele Tiere zu retten. Dies war ihm aber nur vereinzelt gelungen. Immerhin stand gegen 6.40 Uhr fest, dass sich keine weitere Person in der Anlage befand. Für die Schweine war es da aber schon zu spät – viele von ihnen sind am Rauch erstickt.

Nach Beendigung der Löscharbeiten und der Untersuchungen müssen die Tierkadaver entsorgt. Das kann nach Einschätzung von Volker Lehmann durchaus zwei Tage dauern.

Weithin sichtbar stand der Rauch auch am Vormittag noch über der Anlage

Weithin sichtbar stand der Rauch auch am Vormittag noch über der Anlage.

Quelle: Bernd Atzenroth

Von Bernd Atzenroth

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