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Wieder keine Rettungsgasse bei A10-Unfall

Einsatzkräfte haben "großes Problem" Wieder keine Rettungsgasse bei A10-Unfall

Ein schwerer Unfall auf A10. Die Rettungskräfte werden informiert. Die Informationen über die Schwere des Unfalls und verletzte Menschen sind noch dürftig. Feuerwehr und Notarzt machen sich umgehend auf den Weg zur Unfallstelle - und kommen nicht voran. Stau. Eine Rettungsgasse wird nicht gebildet. So geschehen am Donnerstagmorgen.

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Ein Kleintransporter landete im Straßengraben.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Der schwere Unfall auf dem südlichen Berliner Ring ist bis auf die hefigen Blechschäden verhältnismäßig glimpflich ausgegangen. Schwere Verletzungen bei den am Unfall beteiligten Personen gab es ersten Angaben zufolge nicht. Aber das war nicht von vornherein klar.

In der ersten Meldung für die Einsatzkräfte hieß es, dass sich ein schwerer Unfall auf der A10 ereignet hat, ein Wagen nach einem Überaschlag im Straßengraben liegt und brennt. Weitere Informationen – gerade im Hinblick auf verletzte Personen – gab es zunächst nicht. Die Feuerwehr machte sich daher mit vier Fahrzeugen, davon drei große Wagen, in Richtung Autobahndreieck Werder (Potsdam-Mittelmark) auf.

Doch zwei Kilometer vor der Unfallstelle war Schluss. Die Einsatzkräfte standen vor einem „großen Problem“, wie es am Donnerstagmorgen aus Kreisen der Einsatzkräfte gegenüber MAZonline hieß. Es gab keine Rettungsgasse. Kein Durchkommen für die Feuerwehr und den herbeigeeilten Notarzt. Mehrere Lkw verteilten sich auf alle Fahrspuren.

Der abgedrängte Kleintransporter an der linken Leitplanke.

Quelle: Julian Stähle

Zu Fuß machten sich die Einsatzkräfte auf, um den Unfallopfern zu helfen und den Lkw-Fahrern zu signalisieren, dass sie schnellstens eine Rettungsgasse zu bilden hätten. Mit einer Verzögerung von rund fünfzehn Minuten trafen die Rettungskräfte an der Unfallstelle ein. Eine Viertelstunde, die über Leben oder Tod hätte entscheiden können.

Bereits Anfang August bemängelten Einsatzkräfte der Feuerwehr bei einem Einsatz auf der Autobahn zwischen Wollin und Brandenburg die fehlende Rettungsgasse. Dort hatte am 6. August um kurz nach 15 Uhr ein Lkw-Fahrer ein Stauende zu spät bemerkt und  war mit seinem Holztransporter auf einen andere Lkw aufgefahren. Der Mann wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und verstarb noch am Unfallort. Die Autobahn wurde für die komplizierten Bergungsmaßnahmen für mehrere Stunden voll gesperrt. Auch hier funktionierte eine Rettungsgasse nicht.

Ziesars Amtsbrandmeister Andy Laube war daher entsprechend erbost. Er musste sogar mit einigen Lastwagenfahrern diskutieren, ehe sie Platz machten. „Das hat besonders am Anfang des Einsatzes wertvolle Zeit gekostet“, so Laube nach dem Einsatz.

Als die Rettungsgasse dann einmal gebildet war, Feuerwehr und Notarzt zur Unfallstelle fuhren, konnten sie bereits im Rückspiegel beobachten, wie sich der „Reißverschluss gleich wieder geschlossen“ habe, berichtet der erfahrene Feuerwehrmann. Auch das verzögerte die Rettung.

 Eine Rettungsgasse ist laut Straßenverkehrsordnung auf Straßen mit mehr als zwei Spuren vorgeschrieben. Wer die Rettungsgasse nicht vorschriftsmäßig bildet, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Von MAZonline

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