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Anleitung zum Bombenbau im Briefkasten

„Post“ für Haushalte in Nauen Anleitung zum Bombenbau im Briefkasten

In Nauen (Havelland) ist man entsetzt: Am Sonnabend waren in einigen Briefkästen Zettel mit fremdenfeindlichen Äußerungen und einer Anleitung zum Bombenbau aufgetaucht. Im Rathaus ist man „fassungslos“ angesichts der Anleitung zur „Tötung von Menschen“.

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Dieses Hetzblatt landete am Sonnabend in vielen Nauener Briefkästen.

Quelle: Screenshot

Nauen. Zettel mit fremdenfeindlichen Äußerungen und einer Anleitung zum Bombenbau sind am Sonnabend in Briefkästen in Nauen (Havelland) aufgetaucht. Mindestens acht Haushalte hätten solche Post bekommen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Die unbekannten Verfasser rufen im Pamphlet zum „absoluten Widerstand“ auf. Auf der Rückseite sind Anleitungen zur Herstellung von Molotow-Cocktails, Explosionskörpern und Sprengstoff zu lesen.

Entsetzt über Ausmaß des Fremdenhasses

In der Stadt Nauen sorgt das Schreiben für Empörung. Die stellvertretende Bürgermeisterin Marion Grigoleit zeigte sich auf Nachfrage am Sonntag „entsetzt darüber, welche Ausmaße der Fremdenhass inzwischen angenommen hat. Bislang waren ’nur’ Gegenstände das Ziel der fremdenfeindlichen Kräfte wie die Turnhalle des Oberstufenzentrums, das Büro der Partei „Die Linke“ und der Bus von Mikado. Dieser Brief jedoch ist eine klare Aufforderung zur Ausübung von Gewalt und eine Anleitung zur Verletzung und Tötung von Menschen. Das macht mich fassungslos.“ Gleichzeitig hofft sie, „dass mehr Menschen wach gerüttelt werden und erkennen, dass hier menschenverachtende Kräfte am Wirken sind, und sich gegen diese wenden“.

„Erschrocken, wie weit diese Leute gehen“

Auch Susanne Schwanke-Lück hatte den Zettel am Sonnabend in ihrem Briefkasten. Die Linken-Politikerin musste erst vor Kurzem einen Brandanschlag auf ihr Privatauto verkraften. „Ich bin erschrocken, wie weit diese Leute gehen, finde es unbegreiflich. Das macht schon ein bisschen Angst. Was wird noch passieren?“ Sie hofft, dass dadurch ein paar Leute mehr in der Bevölkerung aufwachen, dass es zu einem Aufschrei kommt.

Bombenbau gehe überhaupt nicht

„Wir als LWN distanzieren uns davon“, sagt Manuel Meger entschieden. Anleitungen zum Bombenbau, das gehe überhaupt nicht. Ohne etwas beschönigen zu wollen, stelle er bei Gesprächen mit Leuten aber immer wieder fest, „dass es in der Stadt brodelt, wenn es um das Thema Flüchtlinge geht“, so der Fraktionschef.

„Das finde ich erschreckend“

Für SPD-Fraktionschef Oliver Kratzsch wird mit dem Schreiben eine Grenze überschritten. „Das macht es unmöglich, sachliche Diskussionen zu führen. Das finde ich erschreckend.“ Mit dem Aufruf zur Gewalt würden sich diese Leute selbst disqualifizieren.

Gewaltbereite Szene in Nauen

„Es ist schlimm. Hier sind Täter am Werk, die vor Gewalttaten nicht zurückschrecken“, sagt Eckart Johlige (CDU). Dass es eine gewaltbereite Szene in Nauen gibt, wisse man spätestens seit dem Brand der OSZ-Turnhalle im vergangenen Jahr, die als Notunterkunft gedacht war. Er sieht weiteres Gefährdungspotenzial für die geplanten Asyl-Einrichtungen in Nauen. Darüber hinaus könne man nicht ausschließen, dass es beim Heim am Waldemardamm, das im April fertig sein soll, zu Konflikten zwischen Anwohnern und Asylbewerbern kommen kann.

„Nazi-Terror eskaliert“

„Der Nazi-Terror in Nauen eskaliert immer weiter“, schreibt die örtliche Landtagsabgeordnete Andrea Johlige (Linke) auf Facebook. „Es ist mittlerweile klar: Diese Menschen schrecken vor nichts zurück. Passt auf euch auf und lasst uns weiter gemeinsam dafür kämpfen, dass dieser braune Mob gestoppt wird.“

 

Von MAZonline

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