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Anwohner retten Schweine vor dem Feuertod

Großbrand in Wollin Anwohner retten Schweine vor dem Feuertod

Ein Scheunenbrand in Wollin (Potsdam-Mittelmark) hält die Feuerwehr seit Montag früh mehrere Stunden in Atem. Neben der Scheune brennt auch ein Holzschuppen komplett nieder. Die beherzten Eigentümer haben vor der Feuerwehr eingegriffen und ihre Schweine aus den Flammen gerettet.

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Scheunenbrand in Wollin

Quelle: Julian Stähle

Wollin. Riesige Rauchwolke über Wollin: Auf einem Grundstück in der Schulstraße in Wollin (Potsdam-Mitelmark) ist am Montag gegen 2 Uhr ein Feuer ausgebrochen.

Es brannten eine große Scheune und ein angrenzender Holzschuppen.

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Großeinsatz für die Feuerwehr: Am frühen Montagmorgen, 14. September 2015, brennen in Wollin (Potsdam-Mittelmark) eine Scheune und ein angrenzender Holzschuppen nieder. Zwei Scheune sind aus der Scheune gerettet worden.

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Arno Stranz, Familie und Nachbarn sind fassungslos: Seine etwa 100 Jahre alte Scheune am Wolliner Park, nur einen Steinwurf von der Feuerwehr entfernt, ist am frühen Montagmorgen bis auf die Grundmauern ausgebrannt. Ein Großaufgebot an Feuerwehren aus Wollin, Wenzlow, Ziesar, Görzke,, Gräben, Glienecke und Steinberg kämpfte mehrere Stunden lang gegen die Flammen. Der Brand, bei dem zum Glück niemand verletzt wurde, sprach sich im Dorf herum wie ein Lauffeuer. Unbehagen macht sich breit. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen. Die Ursache steht noch nicht fest. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. Auch die Kriminaltechnik war vor Ort.

„Mein erster Gedanke war, unsere beiden Schweine aus dem Stall zu retten, der sich in der Scheune befand“, berichtet Stranz, der die Schreckensnacht noch nicht verarbeitet hat. Der 64-Jährige wurde von zwei Nachbarn aus dem Bett geholt, die in der Schulstraße 6 und 7 wohnen. Aufgeweckt durch das Bellen ihrer Hunde, hatten sie gegen 2.15 Uhr die Flammen zuerst bemerkt und unabhängig voneinander Feuerwehr und Polizei alarmiert.

Tatkräftige Hilfe aus der Nachbarschaft

„Dann ging alles ganz fix“, berichtet Stranz, der seit 50 Jahren selbst bei der Feuerwehr ist. Zuerst rettete er seine beiden Hausschweine und sperrte sie auf seinem Hof in den Blumgarten, damit sie erst einmal in Sicherheit sind. Inzwischen haben sie im Stall seines ebenfalls in Wollin wohnenden Bruders vorübergehend ein Asyl gefunden. „Dann holten wir den Trecker aus der Scheunengarage und versuchten zu retten, was noch zu retten ist“, erzählt der Rentner, der tatkräftige Hilfe aus der Nachbarschaft erhielt. Selbst Gartenschläuchen kamen beim Löschen zum Einsatz. Der ehemalige Melker vermutet Brandstiftung. Das Feuer sei auf der Parkseite ausgebrochen.

Als wir fünf Minuten später eintrafen, brannte der Dachstuhl der Scheune bereits lichterloh“, sagt Ziesars Amtswehrführer Andy Laube. Insgesamt sieben Wehren mit elf Fahrzeugen und etwa 55 Feuerwehrleute waren alarmiert. Da das Löschwasser aus drei Entnahmestellen in der Schul- und in der Poststraße geholt worden ist, mussten drei Schlauchleitungen mit einer Gesamtlänge von etwa 600 Meter aufgebaut werden, erklärt Laube. In diese Strecke seien auch die vier alarmierten Tanklöschfahrzeuge eingebunden gewesen. Sieben Strahlrohre kamen zum Einsatz. Wegen der starken Rauchentwicklung agierten acht Mann unter Atemschutz. Ein Kamerad, der Qualm eingeatmet hatte, musste vor Ort kurzzeitig behandelt werden.

Agrarunion gab Unterstützung mit Radlader

Neben einigen tausend Liter Löschwasser seien rund 300 Liter Schaum zur Brandbekämpfung eingesetzt worden. „Denn direkt hinter der Scheune befand sich ein Schuppen mit Brennholz, wo sich das Feuer reingefressen hatte“, erklärt Laube die Schwierigkeit. Also musste die Miete, die Stranz auf 40 Kubikmeter schätzt, auseinandergezogen werden. Dabei kam Unterstützung von der Wolliner Agrarunion, die einen Radlader mit Fahrer zur Verfügung stellte. „Mein Dank gilt natürlich auch den Kameraden, die in den letzten Wochen bei mehreren Waldbränden und zwei schweren Lkw-Unfällen auf der Autobahn gefordert waren und einmal mehr gute Arbeit geleistet haben“, so Laube zur MAZ. Ein Übergreifen auf Wohnhäuser und angrenzende Wirtschaftsgebäude konnte verhindert werden. Ab 6.30 Uhr erfolgte der gestaffelte Rückzug. Die Brandwache dauerte bis Mittag.

In der benachbarten Kita „Spatzennest“ gab es bei den Mädchen und Jungs nur ein Thema _ die Feuerwehr. „Ich dachte erst bei uns ist etwas Schlimmes passiert, als ich morgens die vielen Feuerwehrfahrzeuge sah und unser Tor offen stand“, erzählt Erzieherin Liane Schindelhauer. Zwar sei ihr, Kollegen und Eltern ein Stein vom Herzen gefallen, man fühle aber mit den Betroffenen.

Mehrfach musste die Polizei seit den Sommerferien nach Anwohnerbeschwerden in den Wolliner Park, weil Jugendliche bis in die Puppen feiern würden. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar.

Von Claudia Nack

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