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Berliner Babyleiche bereits seit Tagen tot

Tragischer Fund in der Hauptstadt Berliner Babyleiche bereits seit Tagen tot

Nachdem am Donnerstagvormittag in Berlin die Leiche eines Babys entdeckt wurde, ermittelt nun eine Mordkommission. Noch am Donnerstag soll das tote Baby obduziert werden. Den grausigen Fund hatte ein Spaziergänger im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gemacht. Es ist nicht der erste Fund dieser Art in diesem Jahr in Berlin.

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Spurenermittler der Polizei sichern am 12.05.2016 in Berlin in einer Grünanlage am Eisstadion an der Fritz-Wildung-Straße in Wilmersdorf Spuren.

Quelle: dpa

Berlin. Ein Spaziergänger hat in einer Grünanlage in Berlin-Schmargendorf, einem Ortsteil des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, die Leiche eines Babys entdeckt. Der 27-Jährige war dort am Vormittag mit seinem Hund unterwegs und machte den traurigen Fund gegen 10.20 Uhr, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag sagte.

Hund spürt den Leichnam auf

Das Tier habe den Leichnam in einem Gebüsch zwischen Sträuchern und Laub in der Fritz-Wildung-Straße aufgespürt. Der Park liegt in einem gutbürgerlichen Viertel mit Ein- und Mehrfamilienhäusern. Eine Obduktion soll noch am Donnerstag Erkenntnisse zur Todesursache liefern. Nach erster Einschätzung eines Gerichtsmediziners handle es sich um ein Neugeborenes, das bereits seit einigen Tagen tot sei, sagte eine Polizeisprecherin.

Ob und wann die Ergebnisse der Obduktion veröffentlicht werden, stand noch nicht fest.

Die Polizei ist vor Ort

Die Polizei ist vor Ort.

Quelle: dpa

Mordkommission vor Ort am Eisstadion

Wie üblich in solchen Fällen war Kriminalpolizei und Mordkommission vor Ort, Experten kümmerten sich um die Sicherung der Spuren. Die Arbeit der Experten werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, kündigte die Sprecherin an. Unter anderem würden Rundumaufnahmen gemacht, Aufnahmen aus der Luft seien nicht geplant. Der Fundort liegt laut Polizei in unmittelbarer Nähe des Horst-Dohm-Eisstadions.

Jedes Detail könnte wichtig sein

Jedes Detail könnte wichtig sein.

Quelle: dpa

Die dritte Babyleiche dieses Jahres in Berlin

Es ist bereits die dritte Babyleiche, die in diesem Jahr in Berlin gefunden wurde. Erst am 8. März war in einer Grünanlage in Berlin-Lichtenberg ein totes Baby entdeckt worden. Wie sich herausstellte, war das Mädchen getötet worden.

Totes Baby in Lichtenberg: Bisher 15 Hinweise

Anfang Januar war in Berlin-Neukölln ein toter Säugling gefunden worden. Das Kind lag in einer Babyklappe des Krankenhauses Neukölln. Das tote Mädchen war zu Silvester entdeckt worden. Die Obduktion ergab, dass das 56 Zentimeter Baby voll entwickelt und lebensfähig war.

Totes Baby in Berlin: Spur führt nach Oberhavel

In allen drei Fällen dauert die Suche nach den Müttern der Babys an.

Fünf Babyklappen in Berlin

Trotz Babyklappen in fünf Berliner Krankenhäusern werden jedes Jahr Säuglinge getötet. 2015 waren es in Berlin insgesamt drei Babys - das war die höchste Zahl seit 2011, wie die Gesundheitsverwaltung kürzlich bekanntgab.

In Babyklappen können Mütter in Notfällen anonym ihr Baby abgeben. Verzweiflungstaten sollen so verhindert werden. Gänzlich anonyme Geburten sind ebenso möglich wie sogenannte vertrauliche Geburten - dabei hat das Kind nach 16 Jahren die Möglichkeit, die Personalien der Mutter zu erfahren.

Funde von Babyleichen in Berlin

In den Jahren 2011 bis 2015 kam es in Berlin nach offiziellen Angaben zu insgesamt neun Tötungsdelikten an Säuglingen. Im laufenden Jahr gab es bis vor dem aktuellen Leichenfund vom Donnerstag einen Fall. dpa dokumentiert mehrere Funde:

8. März 2016: Ein neugeborenes Mädchen wird tot in einer Parkanlage in Berlin-Lichtenberg entdeckt. Die Leiche ist in Handtücher gewickelt und liegt in einem Plastikmüllsack. Laut Obduktionsergebnis kam das Kind lebend zur Welt, wurde aber nicht fachgerecht entbunden. Die Polizei geht davon aus, dass das Kind getötet wurde. DNA-Proben von mehr als 400 Frauen aus einer Asylbewerberunterkunft nahe dem Fundort werden noch ausgewertet.

31. Dezember 2015: Im Krankenhaus Neukölln liegt die Leiche eines weiblichen Säuglings in der Babyklappe. Das Baby war offenbar nicht von einem Arzt entbunden worden und laut Obduktionsbericht lebensfähig. Die Mutter ist noch nicht gefunden.

20. November 2015: Ein schon weitgehend verwester Körper eines Säuglings wird in Berlin-Friedrichshain unter einem Laubhaufen entdeckt. Altkleidersäcke in der Nähe führen zu der Mutter. Die Frau wird vernommen, aber wegen mangelnder Beweise für ein Tötungsdelikt wieder freigelassen.

14. Oktober 2014: Ein Spaziergänger findet die Leiche eines männlichen Säuglings in einer Plastiktüte am Neuköllner Weichselplatz. Die Obduktion ergibt, dass der kleine Junge voll entwickelt war und mindestens eine Woche in der Plastiktüte lag.

9. April 2013: Ein Hund entdeckt in Berlin-Hellersdorf eine Tüte mit dem Leichnam eines Neugeborenen. Die Obduktion ergibt, dass der Junge bei der Geburt gelebt hat und getötet wurde.

5. April 2013: Mitarbeiter einer Recycling-Firma stoßen in einem Altkleider-Container in Berlin-Neukölln auf eine stark verweste Babyleiche in einer Plastiktüte. Später werden 800 DNA-Proben von Frauen aus der Umgebung des Fundortes ausgewertet, ein Hinweis zu der Mutter findet sich nicht.

20. August 2012: In einer vermüllten Wohnung in Berlin-Reinickendorf wird beim Entrümpeln eine Babyleiche in einem Karton entdeckt. In denselben Räumen lag zwei Monate zuvor die Leiche einer 36-jährigen Frau - vermutlich war es die Mutter.

Von MAZonline mit dpa

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