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Drogenlabor ausgehoben und vier Festnahmen

Berlin und Falkensee Drogenlabor ausgehoben und vier Festnahmen

Schlag gegen die Drogenkriminalität: Freitagabend hat die Polizei in Falkensee-Finkenkrug (Havelland) ein Drogenlabor ausgehoben, in Berlin wurden vier mutmaßliche Drogendealer festgenommen. Die Feuerwehr musste in Schutzanzügen anrücken. Der Besitzer des Falkenseer Hauses ist kein unbeschriebenes Blatt.

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Die Feuerwehr beim Einsatz in Falkensee.

Quelle: Julian Stähle

Falkensee. Am Freitagabend hat das Landeskriminalamt Berlin ein Drogenlabor im Falkenseer Ortsteil Finkenkrug (Havelland) ausgehoben und in Berlin insgesamt vier Menschen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Berlin führte dazu seit Jahresbeginn intensive Ermittlungen, wie die Berliner Polizei am Samstagnachmittag miteilte.

Vier Festnahmen in Berlin

Die Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift des Landeskriminalamtes führten zu fünf Berliner Tatverdächtigen im Alter von 40, 48 und 50 Jahren sowie zu einer 28-jährigen Frau. Freitagnachmittag fuhr einer der Tatverdächtigen mit einem Audi von Falkensee nach Berlin. Gegen 16 Uhr stoppte der 40-Jährige an der Heerstraße auf einer Tankstelle und wurde dort von Beamten des Spezialeinsatzkommandos festgenommen. In dem Audi wurden in einem Rucksack zirka zwei Kilogramm Amphetamin sichergestellt. Es folgten Durchsuchungen an den Anschriften der insgesamt fünf Tatverdächtigen in Adlershof, Friedrichshagen und Tiergarten. Drei Personen, eine 28-Jährige sowie ein 40- und ein 48-Jähriger, wurden festgenommen.

Polizei findet Drogenküche und gefährliche Flüssigkeit

In Falkensee-Finkenkrug schlug die Polizei am Freitag gegen 18 Uhr auf dem Anwesen in der Stralsunder Straße 10 zu. Die Polizei fand eine modern ausgestattete Drogenküche vor. Ermittler des LKA Berlin, die Spurensicherung und Kriminalbeamte durchsuchten das Haus und entdeckten im Badezimmer eine unbekannte chemische Flüssigkeit in der Badewanne. Die Flüssigkeit war offenbar ein Abfallprodukt der Drogenherstellung.

Die Feuerwehr leistet Amtshilfe und leuchtet den Tatort aus

Die Feuerwehr leistet Amtshilfe und leuchtet den Tatort aus.

Quelle: Julian Stähle

Polizei bittet Feuerwehr um Amtshilfe

„Das Haus war abgedichtet, so dass weder Luft nach außen, noch Licht hereinkamen – sich solchen Chemikalien freiwillig auszusetzen, da gehört schon einiges dazu. Die Abfallprodukte, also 250 Liter einer nicht definierbaren Flüssigkeit, sind aber immerhin in einer Badewanne aufgefangen worden“, berichtet Daniel Brose, Leiter der Falkenseer Feuerwehr. „Das Haus war stark kontaminiert, die Kameraden konnten es nur mit Atemschutzmaske und Chemikalienschutzanzug betreten.“ Gegen 23 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr mit 18 Einsatzkräften hinzugezogen, um den Gefahrenguttransport durchzuführen. „Der Einsatz war gegen 4 Uhr beendet, nachdem die Chemikalien nach Berlin zur Untersuchung abtransportiert worden waren und die Kameraden die Ausrüstung gereinigt hatten. Teilweise musste sie sogar entsorgt werden, da sie zu stark belastet war“, so Brose.

Blick in die Drogenküche

Blick in die Drogenküche.

Quelle: Julian Stähle

Der Einsatz zog sich über mehrere Stunden bis in den frühen Samstagmorgen. Das Gelände wurde von der Polizei versiegelt und beschlagnahmt. Die Ermittlungen dauern an. Gegen die vier Festgenommenen sollte noch am Sonnabend Haftbefehl erlassen werden.

Drogenfunde im Wert von 100.000 Euro

Die Drogen, die in Falkensee und bei den Wohnungsdurchsuchungen in Berlin gefunden wurden, haben einen Straßenverkaufswert von rund 100.000 Euro.

In Falkensee wurden etwa 2,7 Kilogramm Amphetamine, drei Schreckschusswaffen, umfangreiches Laborequipment und Chemikalien sichergestellt. Bei den vorangegangenen Wohnungsdurchsuchungen waren rund 1,9 Kilogramm Amphetamin, Cannabis und Kokain in geringen Mengen sowie Geld beschlagnahmt worden.

Nachbarn fanden den hohen Zaun schon immer komisch

„Zuerst bemerkte ich eine Drohne, anschließend rollten die Fahrzeuge an. Dann haben sie die Straße dicht gemacht – das war so gegen 18 Uhr“, so ein direkter Nachbar, der seinen Namen nicht nennen will, den Besitzer des Grundstücks aber persönlich kennt. „Er hat sich immer recht unauffällig verhalten, war immer höflich. Wir wussten, dass er eine kriminelle Vergangenheit hat und wegen der illegalen Beseitigung von Bauabfällen auch schon für einige Jahre im Gefängnis saß.“ Ein großer Bauzaun umrahmt das Grundstück, es ist blickdicht abgeschirmt. Seit mehr als 20 Jahren soll es bereits im Besitz des Mannes sein.„Bei dem Haus handelt es sich um einen Schwarzbau, gewohnt hat dort schon lange niemand mehr. Es sollte abgerissen werden“, so der Nachbar. Nur sporadisch sei der Mann vorbeigekommen, lange geblieben ist er meist nicht. „Den hohen Zaun rund um das Grundstück fanden wir schon komisch, aber dass sich so etwas dahinter verbirgt, hätte hier niemand gedacht“, so der Nachbar. “Wir sind jetzt einfach froh, dass der Spuk vorbei ist und es jetzt ruhiger wird.“

Von MAZonline

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