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Entführer bedrohen Anwohner mit Zaunlatten

SEK-Einsatz nach Anruf einer besorgten Mutter Entführer bedrohen Anwohner mit Zaunlatten

Eine vermeintliche Entführung mit folgendem Polizei-Großeinsatz hat am Donnerstag Niedergörsdorf in Angst und Schrecken versetzt. Die besorgte Mutter einer 16-Jährigen hatte die Polizei alarmiert. Anwohner aber haben die Entführung des schwangeren Mädchens anders wahrgenommen. Sie selbst wurden von den vermeintlichen Entführern bedroht.

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Ein Sondereinsatzkommando der Polizei rückte in Altes Lager an. “

Quelle: dpa

Altes Lager. Ein Beziehungsdrama sorgte am Donnerstag im Niedergörsdorfer Ortsteil Altes Lager für einen Großeinsatz der Polizei und für Aufregung bei Anwohnern. Eine Mutter hatte kurz nach 14 Uhr die Polizei informiert, dass ihre 16-jährige, schwangere Tochter von deren 22-jährigem Ex-Freund und einem weiteren jungen Mann entführt worden sei und sich vermutlich auf dem Weg nach Sachsen, dem Wohnort des aus Tunesien stammenden Ex-Freundes, befinde.

Großfahndung sofort eingeleitet

Die Polizei handelte rasch und leitete sofort eine Großfahndung ein, an der 90 Beamte beteiligt waren. Zum Einsatz kamen Spezialeinsatzkommandos, Bereitschafts-, Kriminal- und Revierpolizei, sowie zwei Hubschrauber und ein Fährtenhund der Bundespolizei. Anhand von Zeugenaussagen konnten die Männer mit dem Mädchen schließlich auf Höhe der Ortschaft Grüna, an der Bahnstrecke nach Luckenwalde, gegen 19.20 Uhr festgenommen werden. Die junge Frau war unverletzt, wurde aber vorsorglich, auch wegen der erlittenen Aufregung, zur Beobachtung in ein regionales Krankenhaus gebracht.

In allen Nachbarorten standen Einsatzwagen

In der Bevölkerung verbreitete sich der Polizeieinsatz wie ein Lauffeuer. In sämtlichen umliegenden Ortschaften standen Einsatzwagen. Polizisten befragten Einwohner und Passanten nach dem Verbleib der Gesuchten. „Ich selbst wusste vom Hintergrund nichts, habe aber die Hubschrauber kreisen und die Fahrzeuge stehen sehen“, sagt Niedergörsdorfs Hauptamtsleiterin Andrea Schütze.

An diesem Zaun hat sich einer der Männer „bewaffnet“ und mit den Zaunlatten Anwohner bedroht

An diesem Zaun hat sich einer der Männer „bewaffnet“ und mit den Zaunlatten Anwohner bedroht.

Quelle: Uwe Klemens

Zu den ersten, die von dem Vorfall etwas bemerkt hatten, gehörten die Anwohner der Heidestraße in der Siedlung in Altes Lager. „Plötzlich herrschte auf der Straße unglaublicher Lärm und ich bin rausgegangen, um nachzugucken“, berichtet eine Augenzeugin. „Auf der Straße standen zwei junge Männer und das schwangere Mädchen. Einer der beiden schrie unaufhörlich in einer fremden Sprache und riss vom Grundstückszaun eines Nachbarn zwei Zaunlatten ab, mit denen er, die ganze Zeit schreiend, alle Umstehenden bedrohte.“

Zeugin: „Das Mädchen hätte weggehen können.“

Den Eindruck, dass das Mädchen gegen ihren Willen festgehalten wurde, kann weder sie, noch ihre zwölfjährige Enkelin bestätigen, die den Vorfall ebenfalls beobachtete. „Das Mädchen stand die ganze Zeit neben dem schreienden Mann und hätte weggehen können“, sagt die Anwohnerin. „Ob sie es nicht tat, weil sie Angst hatte, weiß ich natürlich nicht. Aber die ganze Szene war schon sehr bedrohlich.“ Kurz danach verschwanden die beiden Männer und das Mädchen in Richtung Bahngleise, in einigem Abstand verfolgt von drei weiteren jungen Männern auf Fahrrädern, die sich aber nicht trauten einzuschreiten.

Unterbringung beim Jugendnotdienst

Bei einer ersten Befragung durch die Polizei gab das Mädchen später an, freiwillig mit den Männern mitgegangen zu sein. Nach der Untersuchung im Krankenhaus wurde es auf eigenen Wunsch bei einem Jugendnotdienst untergebracht. Die Kriminalpolizei ermittelt weiter in dem Fall.

Von Uwe Klemens

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