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Feuer im Schloss Dracula

Schenkendorfer Original gerät am Montagmorgen in Brand Feuer im Schloss Dracula

In Schenkendorf (Dahme-Spreewald) ist am Montagmorgen das sogenannte Dracula-Schloss in Brand geraten. Die Feuerwehr ist eineinhalb Stunden im Einsatz gewesen, bis die Flammen gelöscht waren. Die Schadenshöhe ist unbekannt. Das Schloss ist einst von einem Dracula-Nachfahren gekauft worden.

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Die Feuerwehr ist am frühen Morgen zu dem Brand im Schloss ausgerückt

Quelle: Aireye

Schenkendorf. Das Schloss in Schenkendorf ist wegen seiner Geschichte weit über die Gemeindegrenzen bekannt. Es gehörte einst einem Nachfahren von Dracula. Seit mehreren Jahren steht es leer und verfällt zusehends. Montagmorgen ist dort ein Brand ausgebrochen. Von außen sind die Spuren kaum zu sehen. Doch die Räume wurden beschädigt. Wie hoch der Schaden ist, kann noch nicht gesagt werden. Aber die Zukunft des markanten Gebäudes ist nun unklarer als zuvor.

Die Feuerwehr ist am Montag gegen 6 Uhr zu dem Schlossbrand gerufen worden. Warum das Feuer dort ausbrach, ist noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass es im Schloss mehrere Brandstellen gab. Die Polizei ermittelt nun wegen Brandstiftung. Als das Feuer ausbrach, befanden sich im Schloss keine Personen. Feuerwehrleute wurden bei den Löscharbeiten nicht verletzt. Nach ungefähr 90 Minuten waren die Löscharbeiten beendet.

Prinz Rudolphe Kretzculescu, alias Graf Dracula (bürgerlicher Name Ottomar Berbig) 2002 vor seinem Schloss in Schenkendorf.

Quelle: MAZ-Archiv

Das Gebäude steht seit mehreren Jahren leer. Strom- und Gasanschlüsse sind seit Langem abgestellt. Auch deswegen wird laut Polizei ein technischer Defekt als Brandursache nahezu ausgeschlossen.
Der Brand im Dracula-Schloss macht Dieter Böttcher betroffen. Er ist stellvertretender Ortsvorsteher in Schenkendorf und ist Montag nach dem Brand an die Brandstelle geeilt. Das Feuer, aber auch den Zustand des Gebäudes, bedauert Böttcher sehr: „Es war schon vor dem Brand schlimm. Das Schloss ist vollkommen heruntergekommen, marode. Das ist schade.“ Es gebe seit Jahren „Vandalismus und Einbrüche, bei denen auch gestohlen wird“, sagt Böttcher. Vor etwa drei Jahren zum Beispiel wurde ein Klavier aus dem Schloss gestohlen.

Böttcher hat Zugangsrecht zu dem Grundstück und schaut dort jede Woche nach dem Rechten. Das Dracula-Schloss sei für ihn eine Art Wallfahrtsort. In der Gemeinde werde schon länger gemunkelt, „dass irgendwann ein ,warmer Abriss’ stattfinden wird“, sagt Böttcher.

Schenkendorfs Ortsvorsteher bedauert, dass Gespräche mit dem Schloss-Besitzer gescheitert sind. Man habe schon häufiger versucht, mit ihm über die Zukunft des Areals zu reden. Eigentümer ist seit einer Versteigerung vor fünf Jahren die Falstaf Vermögensverwaltung von Georg Thaler. Der besitzt in der Region weitere Schlösser. Davor gehörte das Gebäude einem Dracula-Nachfahren, der 2007 gestorben ist.

Dass wie einst Feste stattfinden oder der Heimatverein im Schloss unterkommt, „ist nicht gewollt“, sagt Dieter Böttcher. Im vergangenen Jahr besichtigte Georg Thaler das Gebäude. Dabei trugen die Schenkendorfer ihre Wünsche vor, stießen damit aber nicht auf offene Ohren beim Besitzer. Pläne für eine öffentliche Nutzung sind immer wieder gescheitert. Was nun mit dem Schloss passieren wird, „darüber kann man nur spekulieren“, sagt Böttcher.

Wie Böttcher auch, war Mittenwaldes Ordnungsamtsleiterin Gabriele Frenzel am Montag am Unglücksort. „Es ist schade ums Objekt“, sagt sie. Frenzel: „Was aus dem Schloss wird, ist Sache des Eigentümers. Da sind mir die Hände gebunden.“ Der Eigentümer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das Schloss Schenkendorf hat eine sehr bewegte Geschichte, weswegen es weit über Schenkendorf bekannt wurde. 1896 ließ es der Verleger Rudolf Mosse bauen. Er und seine Familie nutzten das Schloss als Sommersitz. 1934 enteigneten die Nationalsozialisten den jüdischen Unternehmer. Zu DDR-Zeiten nutzte dann die NVA das Gebäude. Es beherbergte die Grenzhundestaffel. Nach der Wende wurde es den Mosse-Erben zurückgegeben.

1995 kaufte Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco, ein Adoptivsohn der letzten Dracula-Nachfahren, das Anwesen. Aus Protest gegen die Gemeindegebietsreform in Schenkendorf rief er 2002 das „Fürstentum Dracula“ aus. Der frühere Schlossherr hatte beliebte Ritterfeste, Märkte, Konzerte und Blutspende-Partys veranstaltet.

Im Jahr 2006 musste der Schlossherr verschuldet aufgeben und die Zwangsverwaltung wurde angeordnet. 2009 ist das Schloss für 268.000 Euro von Thalers Vermögensgesellschaft ersteigert worden. Der Verkehrswert des Schlosses wurde bislang auf etwa das Doppelte geschätzt.

Von Michaela Grimm und Christian Meyer

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