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Gift-Einsatz am Güterbahnhof Seddin

Toxische Chemikalie Phenol ausgetreten Gift-Einsatz am Güterbahnhof Seddin

Zu einem Großeinsatz sind Polizei und Feuerwehr am Sonntag nach Seddin (Potsdam-Mittelmark) ausgerückt. Auf dem Güterbahnhof hatte es einen Unfall mit der giftigen Chemikalie Phenol gegeben. Doch zum Glück ist alles halbwegs glimpflich abgelaufen, niemand wurde verletzt. Es war jedoch nicht der erste Großeinsatz am Seddiner Bahnhof.

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Feuerwehr und Polizei am Sonntag in Seddin.

Quelle: Julian Stähle

Seddiner See. Ein Großaufgebot von Landespolizei, Bundespolizei und Feuerwehr war am Sonntag am Güterbahnhof Seddin im Einsatz. Wie die Polizei mitteilte, war beim Befüllen eines Kesselwagens die giftige Chemikalie Phenol ausgelaufen. Was genau geschah, ist noch unklar, vermutlich aber war Phenol zwischen die Außen- und Innenwand des Kesselwagens geraten und in Seddin dann heraus getropft. Ein Bahnmitarbeiter hatte die Flüssigkeit bei einem Routine-Check bemerkt. Der Zug war von Gladbeck nach Polen unterwegs.

Rund 25 Fahrzeuge eilten zu der Bahnanlage, 87 Feuerwehrleute aus allen freiwilligen Wehren der Umgebung waren im Einsatz.

Laut Polizei war allerdings nur eine geringe Menge ausgetreten. Feuerwehrleute in luft- und säuredichten Spezialanzügen konnten die Flüssigkeit auffangen. Doch war die Sache so heikel, dass die Bundespolizei ihren Einsatzleiter mit dem Helikopter aus Berlin einfliegen ließ. Der Einsatz begann um 11.25 Uhr und konnte um 13.40 Uhr beendet werden. Es waren keine Absperrungen oder Evakuierungen notwendig. Der Bahnhof Seddin ist einer der wichtigsten Rangierbahnhöfe der DB Netz AG in Ostdeutschland.

Ein Gleis musste für den Zugverkehr gesperrt werden, ein anderes Gleis blieb offen, Personenzüge konnten passieren. Phenol ist eine wichtige Industriechemikalie, die der Herstellung von Kunststoff dient. Phenol ist stark toxisch und hat eine reizende bis ätzende Wirkung auf Schleimhäute, Haut und Augen. Im Organismus schädigt Phenol Nieren, Blut, Zentralnerven- und Herz-Kreislauf-System. Bei Inhalation kann es zu Schwindel, Kopfschmerz und Störungen der Ohren, Erbrechen, Schlaflosigkeit und Nierenreizung kommen.

Dramatischer als der Fall am Sonntag war ein Einsatz im Juli 2013, als auf dem selben Güterbahnhof die hochexplosive Chemikalie Hydrazin austrat, die zur Herstellung von Raketentreibstoff genutzt wird. Damals atmeten etwa 20 Bahnmitarbeiter giftige Dämpfe ein und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Spezialkräfte arbeiteten Stunden daran, einen etwa zehn Zentimeter langen Riss im Kessel zu schließen.

Ein Leck in einem Kesselwagen mit Salpetersäure hatte im August 2014 einen Großeinsatz der Feuerwehren auf dem Güterbahnhof ausgelöst. Die Feuerwehren aus der Gemeinde Seddiner See, aus Michendorf, Beelitz und Ferch sowie die Berufsfeuerwehr aus Teltow waren alarmiert worden, weil Salpetersäure aus einem Kessel austrat. Vor Ort war die Situation dann jedoch weniger dramatisch. Feuerwehrleute hatten das Leck mit einem Abdichtband behelfsmäßig verschlossen. Weil Salpetersäure als Gefahrstoff gilt, mussten die Feuerwehrmänner Schutzanzug und Atemschutzmaske tragen. Akute Gefahr für Menschen bestand nicht.

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Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr am Sonntag, 28. Juni 2015, am Güterbahnhof Seddin: Beim Befüllen eines Kesselwagens war die giftige Chemikalie Phenol ausgelaufen. Die Einsatzkräfte hatten schnell alles im Griff.

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Von Regine Greiner

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