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Hitze holt Flugzeug vom Himmel

Unglückswochenende in Brandenburg Hitze holt Flugzeug vom Himmel

Waldbrände, kaputte Autobahnen, Badetote: Das Hitzewochenende hat die Rettungskräfte ordentlich auf Trab gehalten. Sie sind zwischen Freitag und Sonntag zu vielen Einsätzen gerufen worden. Einige endeten tragisch und für einige Menschen tödlich. Die Hitze zwang sogar ein Flugzeug zur Notlandung.

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Notlandung in Nennhausen: Der Pilot eines Segelfliegers brache sein Flugzeug noch sicher auf den Boden.

Quelle: Christian Pörschmann

Brandenburg. Über 35 Grad im Schatten: So schön das Sommerhoch sein kann, so viele Tücken birgt es auch in sich. In Brandenburg arbeiten die Rettungskräfte, Feuerwehren und Polizisten auf Hochtouren.

Ein 61-Jähriger ist an einem Badestrand in der Uckermark kollabiert und gestorben. Badegäste fanden den Mann am Samstag an einem See bei Templin am Boden liegend, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Ein Notarzt versuchte noch, den 61-Jährigen zu reanimieren - vergeblich. Der Mann hatte ein Herzleiden. Vermutlich hat sein Herz die Hitze nicht verkraftet. Nun soll eine Obduktion die Todesursache abschließend klären.

Im Elbe-Elster-Kreis ist ein junger Mann beim Baden ertrunken, er konnte nur noch tot aus dem Zeischaer Kiessee geborgen werden. Die genauen Umstände seines Todes sind noch unklar.

Auch in Stölln (Havelland) kam es zu einem Todesfall. Bei einem Festival ist ein Besucher am Freitag ums Leben gekommen. Genaueres zur Todesursache wollten die Rettungskräfte nicht sagen. Bei dem Antaris-Festival waren die Sanitäter im Dauereinsatz um Besucher abzukühlen und Hitzeopfer zu versorgen. In sechs Stunden gab es 300 Einsätze.

Mehrere Waldbrände in Brandenburg

Die Feuerwehr musste am Wochenende wegen mehrerer Waldbrände ausrücken. In den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald war zu Bränden gekommen. In Zesch am See mussten 60 Feuerwehrleute gegen die Flammen kämpfen. In Potsdam-Mittelmark kam es ebenfalls zu einem Waldbrand. Dort löste ein Blitzeinschlag einen Brand aus.

Im Maisfeld gelandet

Samstagnachmittag musste in der Gemeinde Nennhausen im Westhavelland ein Segelflieger in der Not landen. Nach persönlichen Angaben des Piloten, kam er mit seinem Flugzeug plötzlich in eine sogenanntes Luftloch. Es war für den Piloten, der mit seinem Segelflieger vom Flugplatz in Brandenburg/Havel-Mühlenfeld gestartet war, nicht mehr möglich seine Fluggerät noch auf Kurs zu halten.

Der Pilot eines Segelfliegers brache sein Flugzeug noch sicher auf den Boden und hatte Glück.

Quelle: Christian Pörschmann

Er entschloss sich für eine sichere Notlandung in ein nahegelegenes Maisfeld in der Gemeinde Nennhausen. Der Pilot kam mit einem Schrecken davon, er blieb ansonsten unverletzt. Feuerwehr und Polizei rückten zum Einsatz aus. Bürger der Gemeinde hatten das Ereignis beobachtet und wählten den Notruf.

Kaputte Autobahnen

Zwischen  Nennhausen und Stechow hat sich Straße durch die Hitze angehoben und kurz vor Stechow lag noch ein Baum über der Straße. In Bensdorf (Potsdam-Mittelmark) warf das schwere Gewitter am Samstagabend einen Baum auf die Bundesstraße 1.

Im Havelland musste ein Segelflieger notlanden, auf der A10 müssen Autofahrer wegen erheblicher Straßenschäden einen Gang runterschalten und die Rettungskräfte sind im Dauereinsatz: Das Sommerhoch am Wochenende ist Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits lieben wir den Sommer, andererseits gibt es nun die ersten Opfer der Rekordtemperaturen in diesem Jahr.

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Auf der Autobahn 9 bei Niemegk gilt vorübergehend Tempo  80. Die Hitze hat dort zu ersten Schäden an der Fahrbahn geführt. Zwischen der Anschlussstelle Birkenwerder auf der A10 und dem Dreieck Kreuz Oranienburg ist die Fahrbahn wegen Schäden auf einen Fahrstreifen verengt. Aufgrund der Hitzeeinwirkung hat sich offenbar eine Verwerfung im Asphalt des rechten Fahrstreifens gebildet. Autofahrer sind aufgefordert, den linken Fahrstreifen zu benutzen. Außerdem gilt an der Stelle ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern, informierte Polizeisprecherin Ariane Feierbach. 

Der Regen am Abend und in der Nacht hat die Lage für die Feuerwehren entspannt. Teils kam es zu Wolkenbrüchen, teils ging ein Landregen über Stunden hernieder.

Bewusstlose Frau entgeht dem Tod

Aus Brandenburg an der Havel meldet die Feuerwehrleitstelle zahlreiche Rettungsdienst-Einsätze, weil die enorme Hitze bei vielen Menschen zu Kreislaufproblemen führten. Erfrische Hilfe für die 22 Skater beim „Broken-Boards-Contest“ am Samstag in BRB-Hohenstücken gab es von der Familie eines Starters. Sie schleppte 30 Kilo Wassermelonen und viele Nektarinen heran. In Potsdam ist eine Seniorin knapp dem Hitzetod entgangen. Sie liegt im künstlichen Koma im Krankenhaus, nachdem die 76 Jahre alte Potsdamerin am Samstag in der Hitze über ihrem Gartenzaun zusammengebrochen war. An ihren Armen fanden sich Brandblasen.

Während des Gewitters am frühen Sonntagmorgen in einem Waldstück bei Frankendorf schlug ein Blitz in einen Jagdhochsitz ein. Kurz darauf brannte er. Die alarmierte Feuerwehr konnte ihn jedoch schnell löschen und Schlimmeres verhindern. Glücklicherweise befand kein Jäger auf dem Hochsitz. Auch in Stüdenitz-Schönermark schlug ein Blitz ein - diesmal in den Boden. Eine kleine Rasenfläche von ca. 50 x 50 cm wurde in Brand gesetzt.

Von MAZonline

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