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Kellnerinnen stellen sich Räuber in den Weg

Raub in Jüterbog: Mehr als 1000 Euro weg Kellnerinnen stellen sich Räuber in den Weg

Dreist: Ein bislang unbekannter Mann hat in einer Jüterboger Gaststätte etwa 1000 Euro gestohlen. Er hatte sich in den Aufenthaltsraum geschlichen. Doch er blieb nicht unbemerkt. Angestellte stellten sich ihm in den Weg – auch mit einem Geschirrwagen. Doch er nützte nichts. Der Räuber wurde gewalttätig und flüchtete. Nun sucht die Polizei dringend nach Zeugen.

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Die „Essbar am Beerstrauch“ in Jüterbog ist am Montag während der Mittagszeit ausgeraubt worden.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Schrecken für die Mitarbeiterinnen in der „Essbar am Beerstrauch“ in Jüterbog: Am Montagmittag stießen sie auf einen Räuber in ihrem Aufenthaltsraum. Der bislang unbekannte Mann hatte sich Zutritt zu den Räumen verschafft und ließ mehrere Portemonnaies mitgehen. Zwei der Restaurant-Mitarbeiterinnen bemerkten den Dieb und versuchten ihn an der Flucht zu hindern. Eine dritte Mitarbeiterin, die auf den Tumult aufmerksam geworden war, versperrte dem Täter mit einem Geschirrwagen den Fluchtweg. Die Frauen hielten den Mann an seiner Jacke fest. Doch er streifte sie ab und kam so frei.

Schreie bis in den Gastraum zu hören

Im Gastraum hatten zwei Gäste die Schreie bemerkt. Die Männer versuchten, den Täter aufzuhalten, doch dieser schlug so sehr um sich, dass er entkommen konnte. Er rannte aus dem Restaurant und in den Baustellenbereich der B102 in Richtung Vorstadt Neumarkt. Am Ende der Baustelle soll er nach Zeugenaussagen in eine dunkle Limousine unbekannter Marke mit ausländischem Kennzeichen gestiegen sein, die stadtauswärts davonfuhr. Die Polizei nahm die Suche mit mehreren Streifenwagen auf – erfolglos. Vor Ort wurden Spuren gesichert.

Plötzlich ist alles Persönliche weg – und viel Geld

Der Täter erbeutete aus den persönlichen Sachen der Mitarbeiterinnen Portemonnaies, Bargeld und persönliche Papiere. Der entstandene Schaden beläuft sich auf mehr als 1000 Euro. Beschrieben wird er als circa 25 bis 40 Jahre alt mit korpulenter Figur und dunklen Haaren. Er war 1,70 bis 1,75 Meter groß. Bekleidet war er bei seiner Flucht mit einer Jeans und einem grauen Pulli. Zeugen beschreiben ihn als südländischen Hauttypen mit dunklen Augen und einem ost- oder südosteuropäisch wirkendem Gesicht. Während der Auseinandersetzung habe der Mann unverständliche Worte in einer fremden Sprache gebrüllt.

Stephanie Borchert (r) und Annika Nickel haben versucht, den Täter in diesem Flur aufzuhalten

Stephanie Borchert (r.) und Annika Nickel haben versucht, den Täter in diesem Flur aufzuhalten. Durch die Glastür des Pausenraums hatten sie ihn auf frischer Tat ertappt.

Quelle: Peter Degener

Mitarbeiterinnen stehen noch unter Schock

Chefin Stephanie Borchert und ihre Kolleginnen sind am Tag darauf noch schockiert. „Am liebsten hätten wir heute alle frei gemacht“, sagt die 44-Jährige. Doch das Lokal ist bereits wieder voll und der Raubüberfall das Gespräch an jedem Tisch. Nur eine Kollegin ist zu Hause geblieben. „Sie hatte einen Umschlag mit mehr als 1000 Euro Bargeld dabei, die sie nach Feierabend zur Bank bringen wollte“, erzählt Borchert. Das Geld wurde gestohlen. Den Dieb entdeckt hatte Mitarbeiterin Annika Nickel durch die Glastür des privaten Pausenraums – der war laut Borchert auch nicht abgeschlossen. Als die Mitarbeiterinnen zu dritt in dem Raum nachschauten, war der Mann verschwunden. Stattdessen stellten sie fest, dass ihre Taschen und Jacken durchwühlt worden waren. Der Briefumschlag lag leer auf dem Tisch. „Dann kam plötzlich ein Mann aus dem Damenklo und rannte zum Ausgang“, erzählt Borchert, die ihn festhalten wollte, „aber der war bärenstark und zog mich mit.“ Kellnerin Annika Nickel versuchte noch die Tür zum Gastraum zuzuziehen. Seine Mütze und eine dicke Strickjacke verlor der Dieb in dem Gerangel, doch er kann entkommen. „Wäre ich nur vorn geblieben, da liegen Pfefferspray und ein Baseball-Schläger unter der Theke. Dann wäre der nicht entwischt“, ärgert sich Borchert.

Stammkunde hätte lieber „sofort zugeschlagen“

Auch ein Stammkunde ärgert sich. „Wir waren alle total perplex, als plötzlich dieses Geschrei losging. Keiner der Gäste hat reagiert“, sagt der 53-Jährig,. „ich hatte gerade Zeitung gelesen, als dieser Mann vor mir schrie und wild gestikulierte. Ich bin noch zur Eingangstür, aber konnte den Mann nicht festhalten. Ich hätte sofort zuschlagen sollen, um ihn aufzuhalten.“

Als der Täter über die Baustelle der gesperrten Bundesstraße 102 flieht, wird er vom Grabungszeichner Daniel Dosdall vom Landesamt für Denkmalpflege gesehen. „Der ist durch den Schlamm der Baustelle gerannt und beinahe gestürzt“, sagt Dosdall. Danach floh er durch das Neumarkttor. „Auf der Brücke dahinter wartete eine Limousine. Er stieg auf der Beifahrerseite ein und das Auto fuhr davon“, sagt der Zeichner.

Kripo sucht dringend Zeugen

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen räuberischen Diebstahls. Sie hofft auf weitere Zeugenaussagen. Denn zum Zeitpunkt des Vorfalles sollen sich zehn bis 15 Gäste in dem Restaurant aufgehalten haben. Auch die beiden Männer, die sich dem Täter in den Weg stellten, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Auch Beobachtungen von Anwohnern der Großen Straße und des Neumarktes sind interessant.

Kontakt: Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Teltow-Fläming unter Tel. 0 33 71/60 00 oder über die Internetwache der Polizei unter der Internetadresse www.polizei.brandenburg.de entgegen.

Von Alexander Engels und Peter Degener

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