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Millionenschaden nach Großbrand in Pritzwalk

Chemierauch und Säureschaden Millionenschaden nach Großbrand in Pritzwalk

Ein Großbrand in Pritzwalk (Prignitz) hat am Donnerstagmorgen einen Millionenschaden angerichtet. Fahrzeuge und Lagerhallen eines Agrarunternehmens sind durch die Flammen zerstört worden. Die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz. Danach ist das ganze Ausmaß des Brands sichtbar geworden.

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Nicht nur Fahrzeuge sind ausgebrannt, auch die Lagerhalle wurde zerstört.

Quelle: Foto: Claudia Bihler

Pritzwalk. Wer in der Nacht zum Donnerstag den dichten, ätzenden Rauch zuerst gesehen hat, weiß Pritzwalks Wehrleiter Adrian Zechser nicht: „Aber vor Ort hatte man keinen Meter Sicht. Glücklicherweise stand der Wind so, dass der Rauch ungehindert von Bauwerken abziehen konnte.“ Gegen vier Uhr morgens wurden die Feuerwehrleute von ihren Alarmpiepern aus dem Bett geholt: Im Gewerbegebiet Süd stand das Gebäude des Technik- und Anlagenbau-Centers (TAC) in Flammen. Rund 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

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Donnerstag, 19. November 2015: Ein Unbekannter hat am Donnerstagmorgen auf dem Gelände der Firma TAC in Pritzwalk (Prignitz) einen Großbrand ausgelöst. Der Täter hatte zunächst zwei Fahrzeuge angezündet. Die Flammen zerstörten mindestens eine Lagerhalle. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz. Der Schaden ist beträchtlich.

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Feuerwehrmann: „Die Statik war stark beeinträchtigt“

Bisher geht die Polizei davon aus, dass ein Unbekannter auf dem Gelände zwei Kleinbusse in Brand gesetzt hat. Die Flammen griffen dann schnell auf die benachbarten Lagerhallen über. Dort lagerten nicht nur Bauteile des Technik- und Anlagenbauers, sondern auch zahlreiche Chemikalien, die für die heftige Rauchentwicklung sorgten. „So recht in die Stahlbauhalle sind wir auch nicht reingekommen. Stahl schmilzt bei 500 Grad Celsius, die Statik war stark beeinträchtigt“, sagt Zechser. Zudem mussten die Feuerwehrleute noch eine heikle Mission bewältigen: Schweißgase in Flaschen mussten aus der Halle gebracht werden, darunter das hochentzündliche Acetylen. Um Explosionen zu vermeiden, lagerten die Flaschen am Vormittag immer noch in einem Kühlbecken.

Kleintierhalter sind obdachlos

Die Pritzwalker Kleintierzüchter veranstalten seit mehreren Jahren in den Räumen über den Werkshallen der Pritzwalker TAC regelmäßig ihre Ausstellungen.

Auch ein Vereinsheim hatten die Züchter sich dort im Gewerbegebiet Süd eingerichtet.

Der Brand bei TAC hatte zwar weder auf die Ladenräume noch auf die Räume im Obergeschoss übergegriffen. Dennoch ist das komplette Gebäude nicht mehr nutzbar: Die Ladenräume wurden vom Löschwasser zerstört, im Obergeschoss platzten alle Fensterscheiben. Zudem haben die giftigen Rauchgase die Einrichtung ruiniert.

Hallen mussten kontrolliert abgebrannt werden

Um die ungeheueren Wassermassen fördern zu können, zapften die Feuerwehren sogar den Löschteich an der nahe gelegenen Bundesstraße an: Über die Hy­dranten war kurzfristig so viel Wasser gefördert worden, dass der Druck leicht abfiel. Letztlich blieb den Einsatzkräften nicht viel mehr, als die Lagerhallen kontrolliert abbrennen zu lassen. Gegen zehn Uhr konnten dann die meisten der knapp 70 Feuerwehrleute wieder abfahren, nur eine Brandwache blieb. Zuvor mussten die Einsatzkräfte jedoch noch eine Barriere errichten, die verhindern sollte, dass das mit Säuren verunreinigte Wasser unkontrolliert in die Kanalisation und den Erdboden eindringen konnte. Mit einer Sandsack-Mauer wurde der Giftcocktail auf dem Gelände gehalten.

Bevor die Beamten der Kriminalpolizei aus Neuruppin den Brandort untersuchen konnten, musste zunächst die giftige Lache von einem Spezialunternehmen abgepumpt werden. Die kriminaltechnischen Untersuchungen werden etwa zwei Tage dauern, teilte die Polizei auf Anfrage mit.

Der Schaden liegt bei weit über einer Million Euro

Für den Eigentümer des Technik- und Anlagenbaus Pritzwalk ist Millionenschaden entstanden. Allein die Gebäude, die nicht mehr zu sanieren sind, hatten einen Wert von rund einer Million Euro. Fahrzeuge, der Maschinenpark in der Werkstatt und die Lagerwaren sind ebenfalls völlig abgebrannt und sind nicht mehr zu gebrauchen: Den Verlust habe der Eigentümer auf rund 500.000 Euro geschätzt, so die Feuerwehr.

Von Claudia Bihler

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