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Motocrosser fährt Wanderer über den Fuß

Vorfall im Naturschutzgebiet in Jüterbog Motocrosser fährt Wanderer über den Fuß

Ein Motocrossfahrer ist auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog (Teltow-Fläming) einem Wanderer (45) über den Fuß gefahren – mit voller Absicht. Nun fahndet die Polizei nach dem Täter mit oranger Maschine und hellem Helm. Motocrosser machen schon lange das heutige Naturschutzgebiet unsicher und richten enorme Schäden an.

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Der Täter ist ganz rechts im Bild, mit orangem Motorcrossrad und heller Montur zu sehen.

Quelle: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg

Jüterbog. Am vergangenen Sonntag ist der Leiter einer Wandergruppe auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog von einem Motocrossfahrer angefahren und verletzt worden – und das mit voller Absicht. Nun fahndet die Polizei nach dem Täter.

Mit voller Absicht über den Fuß gefahren

Der Vorfall ereignete sich am Sonntagnachmittag am beliebten Aussichtspunkt am Wanderweg Wurzelberg nahe der großen Binnendüne. Einer Wandergruppe, darunter auch Familien mit Kindern, kamen drei Motocrossfahrer entgegen. Da das Gebiet heute Naturschutzgebiet ist, haben Crosser dort eigentlich nichts zu suchen. Die Fahrer fuhren mit ihren Maschinen auch über die im Boden eingelassene Übersichtskarte des Geländes. Als der Wanderleiter auf die Crosser zuging, fuhr einer direkt auf ihn zu, fuhr ihm über den Fuß und streifte sein Schienbein. Dann raste der Crosser davon.

Stiftung erstattet Anzeige

Bei dem Verletzten handelt es sich um einen 45 Jahre alten Mitarbeiter der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, die den ehemaligen Übungsplatz betreibt. Die Stiftung erstattete Anzeige bei der Polizei.

Der Wanderleiter musste sich in ärztliche Behandlung begeben. Da er festes Schuhwerk trug, wurde er aber zum Glück nur leicht verletzt.

Stiftung Naturlandschaften Brandenburg

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg engagiert sich als „Die Wildnisstiftung“ seit 15 Jahren mit eigenen Flächen und Expertise für Wildnisgebiete und deren Vernetzung. Sie ist eine der größten privaten Eigentümerinnen von Wildnisgebieten in Deutschland. Stifter sind das Land Brandenburg, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Umweltstiftung WWF Deutschland, der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung und eine Privatperson.

Die private Stiftung besitzt und verwaltet auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf Flächen im Umfang von rund 12.800 ha.

Die Stiftung setzt sich für die ökologische Vernetzung ihrer Flächen ein und macht sie erlebbar. Als Vermittlerin von Fachwissen und Expertenaustausch engagiert sie sich dafür, das Thema Wildnisschutz im politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs voranzubringen.

Täter mit oranger Maschine und hellem Helm

Nun fahndet die Polizei nach dem noch unbekannten Crossfahrer und bittet um Hinweise. Der Mann war auf einer orangen Maschine unterwegs und trug einen hellen Helm. Auf dem Foto ist er ganz rechts zu sehen. Wer Hinweise auf den Täter geben kann, kann sich telefonisch an die Polizeiinspektion Teltow-Fläming unter (03371) 6000 wenden.

Neue Dimension der Rücksichtslosigkeit

„Jetzt hat die Rücksichtslosigkeit der Fahrer eine neue Stufe erreicht, ein Mensch wurde angefahren“, heißt es in der Pressemitteilung der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Das illegale Befahren ist in Jüterbog schon lange ein Problem. Es stellt nach Auskunft der Stiftung nicht nur eine Gefahr für Wanderer und Naturliebhaber dar.

Ehemaliger Truppenübungsplatz Jüterbog

Das Areal ist als Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg ausgewiesen und gehört zu den bedeutendsten Naturschätzen Brandenburgs. Das Gebiet wird von Anwohnern und Gästen der Region für Erholung und Naturerlebnis genutzt. Es beherbergt ein 30 km langes Wanderwegenetz mit beliebten Aussichtspunkten. Der jetzt betroffene Picknickplatz am Wurzelberg mit Blick auf eine große Binnendüne wird von Wanderern aus Luckenwalde und Umgebung besonders gern besucht.

Große Schäden für die Natur

Auch die Natur nimmt Schaden. Es werden sensible Arten und Lebensräume massiv geschädigt. Neben den direkten Verlusten, z.B. für bodenbrütende Vögel, sind Lärm und plötzliches Auftauchen der Fahrer und Vordringen in abgelegene Rückzugsbereiche eine massive Beeinträchtigung besonders bei der Jungenaufzucht.

Die schweren Räder zerstören die Bodenvegetation und richten Schäden an Brandschutzwegen an. Darüber hinaus ist das Areal außerhalb der markierten Wanderwege nach wie vor kampfmittelbelastet, von Munition und einsturzgefährdeten Anlagen geht ein hohes Unfallrisiko aus.

Stiftung ruft Polizei zum Handeln auf

„Wir rufen die Polizei dazu auf, das Problem jetzt verstärkt anzugehen.“, sagt Andreas Meißner, Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Die Stiftung wünscht sich, dass die Polizei verstärkt gegen das illegale Befahren des Truppenübungsplatzes vorgeht. Gemeinsame Streifengänge der Polizei zusammen mit der Stiftung und der Naturwacht hätten das Problem in der Vergangenheit mindern können. Doch „leider finden die Bestreifungen aufgrund der angespannten Personalsituation bei der Polizei immer seltener statt“, so die Stiftung.

Von MAZonline

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