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Polizei erschießt Terrorist Rafik Y. in Berlin

Islamist sticht auf Beamtin ein Polizei erschießt Terrorist Rafik Y. in Berlin

Horrormeldung aus Berlin: Terrorist Rafik Y. ist am Donnerstagvormittag bewaffnet auf eine Polizistin losgegangen und hat sie schwer verletzt. Dann trafen ihn mehrere Kugeln – er starb noch am Tatort, verblutete innerlich. Der Islamist war schon häufiger äußerst aggressiv, sollte abgeschoben werden. Doch es gab keine Handhabe.

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Rafik Y. ist von einem Beamten nach einem Angriff auf eine Polizistin erschossen worden.

Quelle: dpa

Berlin. Schwerer Vorfall in Berlin: Die Polizei hat am Donnerstagmorgen in Spandau einen Mann niedergeschossen. Er war zuvor mit einem Messer auf eine 44-jährige Polizistin losgegangen und hatte ihr mit einem Klappmesser (9 Zentimeter Klinge) in den Hals und Schulter gestochen.

Die Frau wurde schwer verletzt. Sie schwebte nach MAZ-Informationen zunächst in Lebensgefahr. Mit einem Rettungshubschrauber ist sie ins Krankenhaus gebracht worden. Sie liegt derzeit auf der Intensivstation. Ihr Zustand sei jedoch stabil.

Angreifer war verurteilter Terrorist

Inzwischen sind weitere Hintergründe zum Täter bekannt: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Angreifer 41 Jahre. Er stammt aus dem Irak und wohnt in Berlin. Außerdem ist er Anhänger der Islamistenszene, so der Oberstaatsanwalt.

Es habe sich bei dem Mann um Rafik Y. gehandelt, den Cheplaner eines vereitelten Anschlags auf den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi in Berlin im Jahr 2008.

Nach der Tat

Nach der Tat: Viele Polizisten sind vor Ort.

Quelle: julian stähle

Der Mann sei dann 2008 vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation, Ansar-al-Islam, zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Fußfessel durchtrennt

Er sei auf freiem Fuß gewesen, habe unter Führungsaufsicht gestanden und eine elektronische Fußfessel getragen, die er aber am Donnerstagmorgen entfernt habe. Der mehrfach islamistisch aufgetretene Mann sei „ausgesprochen aggressiv aufgetreten“ und habe vor kurzem in einer Gerichtsverhandlung eine Richterin bedroht. Die habe er damit gerechtfertigt, dass die Opfer gegen seine Religion verstoßen hätten.

Die Behörden hatten laut Henkel versucht, den Mann in den Irak abzuschieben. Dies sei nicht möglich gewesen. Bei einer Rückkehr hätte ihm die Todesstrafe gedroht. Es bestand ein Abschiebungsverbot.

Es sei zu früh zu sagen, ob die Tat terroristisch motiviert war und es ein vorbereiteter Anschlag war, sagte Feuerberg. Die Wohnung des Mannes werde durchsucht und auf Hinweise zu terroristischer Pläne überprüft. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) schließt indes einen religiösen Hintergrund nicht aus. Allerdings gebe es einige Anhaltspunkte, die gegen ein geplantes Vorgehen sprechen. „Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen, sagte er.

Großeinsatz in der Heerstraße

Um 9.48 Uhr war bei der Polizei ein Notruf aus Spandau eingegangen. Passanten hatten beobachtet, wie ein Mann mit einem Messer auf dem Gehweg an der Heerstraße Menschen bedrohte. Vier Streifenwagen erreichten den Tatort kurz nach dem Alarm, wie der Sprecher sagte. Als die ersten beiden Polizisten ausstiegen und sich dem Mann näherten, habe dieser sie mit dem Messer angegriffen. Daraufhin schoss der 30-jährige Kollege der verletzten Frau mehrmals auf den Angreifer. Er traf in den Ellenbogen und in die Hüfte. Dabei gab es auch einen Durchschuss, nach dem die Kugel noch die Polizistin traf.

Der Iraker verstarb wenig später noch am Tatort Ecke Heerstraße/ Pichelsdorfer Straße. Er soll innerlich verblutet sein. Widerbelebungsversuche im Rettungswagen waren vergebens.

Tödliche Schüsse von Polizisten

August 2015: In Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) erschießt ein Beamter im Polizeipräsidium einen Mann. Der sei mit einem Messer bewaffnet gewesen, habe zunächst einen anderen Mann verletzt und danach die Polizei angegriffen.

März 2015: Ein per Haftbefehl gesuchter Mann greift bei einem Festnahmeversuch die Polizisten mit einem Messer an. Ein Polizist feuert auf ihn, der Mann wird lebensgefährlich verletzt und stirbt wenig später in einer Klinik.

November 2014 : In einem Wohnhaus in Kassel (Hessen) erschießt ein Polizist einen 23-jährigen Mann, der einem Kollegen die Dienstwaffe entrissen und im Flur vor einer Wohnung mehrfach auf die Beamten gefeuert hatte. Zwei Polizisten werden verletzt.

Juni 2014: In Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) erschießen Polizisten einen 75-jährigen Mann, nachdem dieser mit einem Messer auf sie losgegangen war und drei Beamte verletzt hatte.

Juni 2013: Ein psychisch kranker 31-Jähriger stirbt in Berlin durch eine Polizeikugel. Der nackt im Neptunbrunnen nahe dem Alexanderplatz stehende Mann verletzt sich mit einem Messer selbst und greift dann den Beamten an.

Die Polizei sichert die Spuren

Die Polizei sichert die Spuren.

Quelle: julian stähle

Innensenator in Gedanken bei der Polizistin

Henkel (CDU) spricht im Kontext des Messerangriffs auf die Polizistin von einem „dramatischen Vorfall“. „Im Moment drehen sich meine Gedanken ausschließlich darum, dass eine Polizistin im Einsatz schwer verletzt worden ist. Ich hoffe, dass sie wieder gesund wird, und wünsche ihr dafür alle Kraft.“

Die Polizei hat das Gelände weiträumig abgesperrt

Die Polizei hat das Gelände weiträumig abgesperrt.

Quelle: Braune

Die Gewerkschaft der Polizei bat die Öffentlichkeit: „Bei allem Verständnis: Bitte keine Spekulationen über Hergang.“

Elektronische Fußfessel

Die elektronische Fußfessel ist keine Fessel im eigentlichen Sinn. Es handelt sich um einen Sender zur Aufenthaltsüberwachung, der am Körper getragen wird. Der Apparat funktioniert mit dem von Navigationsgeräten bekannten GPS-System. In Berlin tragen nach Angaben der Justizverwaltung von Donnerstag etwa fünf Menschen das Gerät. Der Aufenthaltsort des Trägers wird ständig an eine Überwachungsstelle der Bundesländer im hessischen Bad Vilbel übermittelt.

Von dort aus werden deutschlandweit Fußfesselträger kontrolliert. Einige davon sind nach Angaben aus dem hessischen Justizministerium auch ehemalige Sicherungsverwahrte, die nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aus den Gefängnissen entlassen werden mussten.

Die Idee der Fußfessel stammt aus den USA. In Deutschland gibt es die Möglichkeit zur Überwachung rückfallgefährdeter Gewalt- und Sexualverbrecher nach Verbüßung ihrer normalen Haft seit 2011. Angeordnet wird die Fußfessel vom Gericht, das die Bereiche festlegt, in denen sich ein überwachter Ex-Häftling aufhalten muss. Alarm wird ausgelöst, wenn ein Betroffener sich nicht an die Auflagen hält oder den Sender manipuliert - und auch bei technischen Pannen.

Von MAZonline

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