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Polizei filmt Attacke mit Laserpointer

Gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr Polizei filmt Attacke mit Laserpointer

Immer wieder sind Piloten das Ziel von Laserpointer-Attacken. Vor allem in der Nähe der Flughäfen in Tegel und Schönefeld gab es in der Vergangenheit einige Vorfälle. Oft entkommen die Täter unerkannt. Am Montagabend hatte die Polizei jedoch Glück. Ziel der Attacke war unter anderem ein Polizeihubschrauber, der den Täter ebenfalls im Visier hatte – mit einer Kamera.

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Quelle: dpa

Waltersdorf. Nach zwei Laserpointer-Attacken auf ein Privatflugzeug und einen Polizeihubschrauber ist ein 45 Jahre alter Mann in Waltersdorf (Dahme-Spreewald) gefasst worden.

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hatte der Mann am Montagabend in der Einflugschneise des Flughafens Schönefeld zunächst den Piloten eines Privatflugzeugs geblendet. Später soll der 45-Jährige auch noch einen Polizeihubschrauber ins Visier genommen haben. Die Heli-Besatzung filmte den Mann allerdings aus der Luft. Polizisten konnten ihn schließlich fassen. Gegen ihn wird jetzt ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Auch im Januar 2014 wurde der Pilot eines Polizeihubschraubers aus Brandenburg in Berlin-Hellersdorf von einem Laserpointer geblendet worden. Der Täter wurde ebenfalls erwischt. Knapp einen Monat vermeldete die Polizei wieder einen Erfolg. Ein 35-Jähriger hatte mehrere Piloten beim Landeanflug geblendet. Auf der Suche nach dem Täter setzte die Polizei auch hier einen Hubschrauber ein. Dessen Pilot wurde ebenfalls von einem Laserpointer geblendet. Doch die Beamten hatten bei der Fahndung nach dem Täter Erfolg.Als Täter wurde ein 35-jähriger Mann in Ludwigsfelde identifiziert. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung stellte die Polizei einen Laserpointer sicher.

Weniger Laserpointer-Attacken

An den Berliner Flughäfen sind im vergangenen Jahr in 56 Fällen Piloten geblendet worden. Das seien 18 Vorfälle weniger als 2013, sagte ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung. Am Flughafen Tegel gab es im Vorjahr 33 Meldungen und in Schönefeld 23. Vor allem in Tegel sind die Fallzahlen deutlich zurückgegangen. 2012 wurden noch 85 Vorfälle registriert.

Bundesweit stieg den Angaben zufolge die Zahl der Attacken binnen eines Jahres von 534 auf 539. Im Jahr 2009 waren es noch 122. Die meisten Vorfälle gab es laut der Statistik am Flughafen Köln/Bonn: 86 waren es im vergangenen Jahr. Dort dürfen Flugzeuge auch nachts fliegen. Baden-Württemberg will sich nun über den Bundesrat für ein Verbot leistungsstarker Laserpointer einsetzen. Über den Bundesrat will das Land erreichen, dss sich die Bundesregierung für eine europarechtliche Regelung stark macht.

Piloten fordern Verbot von Laserpointern

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) forderte erneut ein Verbot von Laserpointern. Außerdem sollten stärkere Geräte ins Waffengesetz aufgenommen werden. Bislang ist es noch zu keinem Unfall durch Laserpointer gekommen. “Sollte ein Pilot im Landeanflug geblendet werden, verhält es sich ähnlich, wenn ein Autofahrer auf der Autobahn bei Tempo 220 für drei bis vier Sekunden die Augen schließt“, erklärte Sprecher Markus Wahl. Piloten könnten dabei auch dauerhaft Schäden an den Augen davontragen. In den USA hat sich laut Wahl bei einem Piloten nach einem Blendangriff die Netzhaut gelöst.

“Vielen ist der Ernst der Lage nicht bewusst“, gab der Sprecher zu bedenken. Bislang gibt es nur rechtlich unverbindliche Regeln für die Einstufung der Gefährlichkeit von Lasern. Als gefährlich gelten dabei Geräte mit einer Leistung von mehr als einem Milliwatt. Sie sind nach Angaben der Gewerkschaft oft über das Internet erhältlich.

Doch nicht nur Flugzeuge und Hubschrauber sind Ziel von Angriffen. Auch Autofahrer und Mitarbeiter der Bahn sind betroffen. Die Statistik der Landespolizei weist zwar solche Vorfälle nicht einzeln aus. Sie kämen aber gelegentlich vor, sagte ein Sprecher. Die Bundespolizei spricht von sechs Fällen im vergangenen Jahr in Berlin und Brandenburg. Viermal wurden Lokführer getroffen, zweimal Fahrdienstleiter, die den Bahnverkehr koordinieren. 2013 musste sich die Bundespolizei mit neun Fällen beschäftigen.

Zu Festnahmen komme es jedoch nur selten, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei. Meistens sei es schwierig zu ermitteln, woher der Strahl kam. Im vergangenen Jahr wurde ein 16-Jähriger ertappt. Vor ein paar Wochen erwischte die Bundespolizei gleich fünf Personen. Sie hatten aus einer Wohnung in Potsdam einen Lokführer mit einem Laserpointer geblendet. Die Männer waren zwischen 21 und 36 Jahre alt. Der Zugführer hatte sich das Haus gemerkt, aus dem die Blendattacke kam.

Von MAZonline

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