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Wieder Randale in Rigaer Straße in Berlin

Steine, Flaschen und Böller auf Polizisten Wieder Randale in Rigaer Straße in Berlin

In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain haben erneut Dutzende Vermummte randaliert. In der Nacht zum Samstag flogen Flaschen und Steine auf Polizisten, auch Böller wurden gezündet. Autos und ein Toilettenhäuschen gingen in Flammen auf.

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Ein Polizist am Ort des Geschehens.

Quelle: dpa

Berlin. Dutzende Randalierer sind in der Nacht zum Samstag durch die Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain gezogen. „Es flogen Flaschen und Böller“, sagte ein Sprecher der Polizei. Auch Autos und ein Toilettenhäuschen gingen in Flammen auf. „Eine Polizistin wurde leicht verletzt“, sagte der Sprecher. Mit einem Großaufgebot beruhigte die Polizei die Lage.

Verbrannte Autos, die Reste einer Barrikade und herumliegende Pflastersteine

Verbrannte Autos, die Reste einer Barrikade und herumliegende Pflastersteine.

Quelle: dpa

„Es sieht ziemlich wüst aus hier“, berichtete ein dpa-Reporter am frühen Morgen. Warum es zu der Randale kam, war bisher nicht klar. Die Rigaer Straße ist immer mal wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei.

Dutzende Randalierer sind in der Nacht zum Samstag durch die Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain gezogen

Dutzende Randalierer sind in der Nacht zum Samstag durch die Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain gezogen.

Quelle: dpa

Bereits Ende Mai war zu Auseinandersetzungen zwischen vermummten Randalierern und der Polizei gekommen. Rund um die Rigaer Straße sind in zwei Nächten hintereinander Polizisten massiv attackiert worden. Die meisten Angreifer waren vermummt, sie warfen mit Steinen und Bengalos, wie die Polizei mitteilte. Drei Beamte wurden leicht verletzt.

In der ersten Nacht wurden Einsatzkräfte in der Rigaer Straße von rund 15 Maskierten mit Pflastersteinen beworfen - gezielt auf Kopfhöhe. Der Angriff kam laut Polizei aus einem Hinterhalt, als die Beamten einen brennenden Stuhl löschten. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt, zwei Polizeifahrzeuge und fünf weitere Autos beschädigt.

In der darauffolgenden Nacht beleidigten nach Angaben der Polizei etwa 20 zum Teil Vermummte die Einsatzkräfte, blendeten sie mit Licht und warfen Steine sowie Bengalos. Sie versuchten auch, zu den Autos mit den Festgenommenen zu gelangen. Die Beamten drängten die Gruppe ab, die weiter Steine werfend in ein Haus flüchtete, während mehr Menschen auf die Kreuzung strömten. Als die Mannschaftswagen mit den Festgenommenen abfuhren, flogen nochmals Steine auf die Autos.

Ein Beamter wurde bei dem Einsatz durch Schläge und Tritte leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Er hatte zuvor seinen Helm abgenommen, um einem der Angreifer Fragen über den Einsatz zu beantworten - daraufhin wurde er angegriffen.

Den Angaben zufolge hatten die Polizisten in der Liebigstraße - kurz vor der Rigaer Straße - gehalten, weil Unbekannte drei Reihen Kopfsteinpflaster über die gesamte Fahrbahnbreite hinweg entfernt hatten. Rundherum saßen mehrere Gruppen, die pöbelten und mit Müll warfen.

Politiker verschiedener Parteien forderten ein härteres Einschreiten des Staates. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger, verurteilte die Attacken: „Es ist schlicht verbrecherisch, die Beamten in einen Hinterhalt zu locken und sie massiv mit Steinen zu bewerfen. Gezielte Steinwürfe auf Kopfhöhe belegen einmal mehr, dass die Beamten für diese Chaoten nur Freiwild sind.“

Mehrere Politiker äußerten sich nach dem ersten Vorfall via Twitter. „Ich bin dafür, dass dort der Repressionsdruck steigt und den Demokratiehassern der Weg nach Moabit gezeigt wird“, schrieb der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber.

Oppositionspolitiker forderten einen Aktionsplan gegen Linksextremismus. „Ein konsequenter Aktionsplan gegen linke Gewalt tut Not“, schrieb der Generalsekretär der Berliner CDU, Stefan Evers, auf seiner Facebook-Seite. FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja erklärte, im Koalitionsvertrag müsse eine Passage zum Linksextremismus eingefügt werden, „in der sich die Koalitionsparteien darauf einigen, eine Strategie gegen den linken Alltagsextremismus in unserer Stadt zu entwickeln“.

CDU-Politiker Evers sorgte mit seinem Beitrag zu den Vorfällen für Wirbel - wegen seiner Wortwahl. Er schrieb zum Beispiel: „Ich hoffe, der Innensenator erwacht endlich aus seinem politischen Koma und räuchert dieses Nest von Linksfaschisten mit allen Mitteln des Rechtsstaats aus!“ Die Täter nannte er „widerwärtiges Gesindel“. Die Formulierung «mit allen Mitteln des Rechtsstaats» hatte Evers erst nachträglich eingefügt.

Von Holger Mehlig

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