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Winkender Schmuckverkäufer ein mieser Schuft

Schwerer Raub Winkender Schmuckverkäufer ein mieser Schuft

Die Panne ist vorgetäuscht. Der gutmütige Autofahrer hilft mit Geld aus der Patsche. Dafür erhält er im Gegenzug Goldschmuck. Doch der entpuppt sich als billiger Tand. So geht die Masche der Betrüger eigentlich. Dieses Mal bekam eine junge Frau auf der L40 bei Güterfelde ein Angebot, das sie einfach nicht ablehnen konnte.

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Quelle: dpa

Potsdam. Am Freitagmittag war eine 36-jährige Pkw-Fahrerin auf der L40 unterwegs. Bei Güterfelde bemerkte sie ein auf dem Standstreifen stehendes Fahrzeug – und dann einen Arm der aus dem Fahrerfenster winkte.

Die Frau hielt aufgrund des Zeichens neben dem vermeintlichen Pannenfahrzeug an.

Im Auto saß ein offensichtlich ausländischer Mann, der jedoch keineswegs einen Schaden an seinem Wagen hatte.

Anstatt nämlich auf Hilfe war der Mann vielmehr auf ein gutes Geschäft aus. Schnell stellte er daher das Winken ein und kam zu seinem eigentlichen Anliegen. In gebrochenem Deutsch bot er der hilfsbereiten Frau Schmuck zum Kauf an. Die 36-Jährige war jedoch nicht in Kauflaune und lehnte ab. Sie wusste nicht, dass es ein Angebot war, dass sie nicht ablehnen konnte.

Denn plötzlich hielt der Fremde der Frau einen pistolenähnlichen Gegenstand entgegen und forderte Geld. Da konnte sie schlecht Nein sagen und übergab dem Mann das Gewünschte.

Der Unbekannte nahm das Geld an sich und – immerhin – warf anschließend den offerierten Schmuck in das Fahrzeug der Frau. Geschockt fuhr die 36-Jährige schließlich davon und rief die Polizei.

Die Polizei bitte um Mithilfe

Bei der L40 handelt es sich um eine hoch frequentierte Landstraße. Wer Beobachtungen im Hinblick auf die Raubstraftat, insbesondere Hinweise zur Person und dem Kraftfahrzeug, machen kann, meldet sich bitte unter 0331/5508-1220 .

So läuft die Masche meistens

Der Kofferraum des Fahrzeugs mit meist ausländischem Kennzeichen steht offen. Daneben stehen mehrere hilflos wirkende Personen. Vorbeifahrende Autofahrer werden trotzdem oft rabiat gestoppt. In den warmen Monaten sind vor allem wieder im Westen und Süden Brandenburgs betrügerische Schmuckverkäufer unterwegs: auf Autobahnzufahrten, Rastplätzen oder Bundesstraßen.

“Die Masche ist immer gleich“, sagt Lutz Miersch, Sprecher der Polizeidirektion Süd. Die Trickbetrüger gaukeln vor, kein Geld mehr zu haben, um eine Reparatur zu bezahlen. Oder der Tank sei leer. Appelliert wird an das Mitleid. Man wolle nicht Geld erbetteln, sondern aus der Not heraus Schmuck verkaufen, werde meist erzählt.

Den Helfern werden dicke Ketten und Armbänder, Ringe mit bunten Steinen oder glitzernde Uhren präsentiert. Die Schmuckstücke tragen meist gleichzeitig zwei Stempel: 24 Karat und die Zahl 585. “Doch ein Fachmann erkennt schnell: Es ist kein Gold“, sagt Miersch. Die Retter in der Not sind geprellt und verlieren schon mal 100 Euro - im Einzelfall auch mehr.

Autofahrer sollten sich nicht auf solche Angebote einlassen, warnt Miersch. Sie würden nicht nur Geld beim Kauf des billigen Schmucks einbüßen. Auch die angebliche Panne im laufenden Straßenverkehr könne für andere lebensbedrohlich sein. “Das ist ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.“ Bei mysteriös erscheinenden Pannen sollte umgehend die Polizei informiert werden. Meist werden jedoch nur Anzeigen erstattet, wenn der Betrug später auffliegt.

Von MAZonline

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