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Zigarettenschmuggler wandert in den Knast

1,5 Millionen am Fiskus vorbei Zigarettenschmuggler wandert in den Knast

Das war es mit dem Zigarettenschmuggel für einen Bandenchef aus Polen. Er hat die Glimmstangen in großem Stil am Fiskus vorbei nach Brandenburg eingeführt. Knapp 1,5 Millionen Euro entgehen ihm dadurch. Nun sitzt der Mann hinter Gittern - für mehr als drei Jahre. Gehofft hatte er auf einen Freispruch.

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Quelle: dpa

Cottbus. Der Chef einer Zigarettenschmuggler-Bande ist in Cottbus zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Landgericht verhängte gegen den 36-Jährigen am Mittwoch eine Strafe von drei Jahren und drei Monaten wegen gewerbsmäßiger Steuerhehlerei und Steuerhinterziehung. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der aus Polen stammende Mann immer wieder Transporte von unverzollten Zigaretten nach Brandenburg organisierte und den Kontakt zu Abnehmern hielt.

Damit folgte das Gericht zu großen Teilen der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine fünf Monate längere Gefängnisstrafe gefordert hatte. Die Verteidigung prüft nach eigenen Angaben, ob sie das Urteil anfechten wird. Der Anwalt des Autohändlers hatte auf Freispruch plädiert. Der Angeklagte hatte zu den Tatvorwürfen geschwiegen und auch auf ein Abschlusswort vor dem Urteil verzichtet. Die Richter bezogen sich in ihrer Begründung auf Überwachungsdaten eines Handys, das sie dem Angeklagten zusprechen. Bestellungen und Transportabsprachen seien darüber gelaufen.

1,5 Millionen Steuerschaden durch Schmuggler

Verurteilt wurde der 36-Jährige wegen mindestens 16 Fällen. In der Anklage waren zu Prozessbeginn noch 53 Fälle zwischen den Jahren 2011 und 2012 aufgeführt. Das entsprach einer Summe von knapp sieben Millionen geschmuggelten Zigaretten und einem Steuerschaden von etwa 1,5 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer die Zahl auf 16 reduziert, weil sie den Prozess abkürzen wollte. Im Vorfeld hatte es bereits über Monate eine langwierige Beweisaufnahme gegeben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Revisionsfrist beträgt eine Woche.

Dem Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg zufolge ist die Menge der geschmuggelten Zigaretten, bei der es ursprünglich in der Anklage ging, außergewöhnlich. „Das ist ein relativ hohes Niveau“, sagt Pressesprecherin Claudia Bandelow. Insgesamt bewege sich der Zigarettenschmuggel an der deutsch-polnischen Grenze auf gleichbleibend hohem Niveau.

Wenn Zollfahnder Transporter anhalten und Schmuggelware in Kofferräumen entdecken, ist dies oftmals nicht das Ende. Nachfolgende Ermittlungen decken weitere Hehlerei auf. Im Jahr 2014 lag die Menge der von Zollbeamten in Berlin und Brandenburg sichergestellten Schmuggelzigaretten demnach bei rund 42 Millionen - rechnet man die danach ermittelte Menge dazu, sind es insgesamt rund 73 Millionen.

Von MAZonline/dpa

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