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Zu Hause bei Pfarrers

Blüthen Zu Hause bei Pfarrers

In Blüthen gibt es seit Donnerstag eine einzigartige Sehenswürdigkeit: Ein Landpfarrhaus, das vor 150 Jahren nach den damaligen Standards der Kirche errrichtet worden ist, steht nun als Museum den Besuchern offen. Das Haus soll auch Leben und Werk des Pfarrers Karl Groß würdigen, der vor 50 Jahren in Blüthen lebte und arbeitete.

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Ulrich Wolf, Landwirt, Ortsvorsteher, Kirchenältester, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in Blüthen und Gründer des Museums, führt auf Wunsch Gruppen durch das Haus

Quelle: Kerstin Beck

Blüthen. „Bis 1994 lebte und arbeitete hier Pfarrer Dr. Dr. Groß, heute Kirchenarchiv und Ausstellungsraum“ steht auf einer Tafel vor dem Grundstück Lindenstraße 22 in Blüthen.

Seit Donnerstag stimmt das nicht mehr so ganz: Jetzt ist aus dem Gebäude, das 1863 nach Standardvorgaben für ein evangelisches Landpfarrhaus errichtet worden ist, das Landpfarrhaus Blüthen geworden – ein Museum, in dem das Leben eines Pfarrers auf dem Dorf gezeigt wird. Auf 190 Quadratmetern Fläche sind insgesamt sieben Räume zu besichtigen: Nebst Flur, Amtszimmer, Salon, Familienzimmer, Studierzimmer und Küche ist sogar die für Besucher offene Toilette im Stil der Gründerzeit bis zur Jahrhundertwende zu erleben.

Karl Groß, dem letzten Blüthener Pfarrer, der hier 55 Jahre als Geistlicher wirkte, kommt damit eine späte Ehrung zuteil. Denn der Theologe beschäftigte sich auch mit Biologie, Chemie, Physik, Astronomie, besaß ein Teleskop und einen guten Fotoapparat, mit dem er unzählige Fotos schoss, die in einer großen Sammlung von über 60 Alben abgeheftet wurden. Noch größer aber ist seine Hinterlassenschaft an Akten, die ebenfalls im Pfarrhaus deponiert sind und einer wissenschaftlichen Bearbeitung harren.

Das Landpfarrhaus von Außen – ein typischer Pfarrhausbau aus dem 19

Das Landpfarrhaus von Außen – ein typischer Pfarrhausbau aus dem 19. Jahrhundert.

Quelle: Kerstin Beck

Nun ist mit der Eröffnung der erste Schritt getan, denn dieser ging eine lange Zeit der Ungewissheit voraus. In dieser Zeit konnte immerhin eine große Reihe von Unterstützer gefunden werden, für die es nun beim Rundgang durch die Ausstellung im Arbeitszimmer des Pfarrers recht eng wurde: Der Prignitzer Sparkassenchef André Wormstädt, der Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung Friedrich-Wilhelm von Rauch, Ausstellungskurator Bodo-Michael Baumunk, Landrat Torsten Uhe, Karstädts Bürgermeister Udo Staeck, Rainer Walleser vom Brandenburgischen Bildungsministerium, Pfarrer Bernd Krebs von der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (Ebko) sowie der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke.

Ein Paradebeispiel deutscher Bildungsgeschichte

Besonders Friedrich-Wilhelm von Rauch war die Begeisterung über dieses deutschlandweit einmalige Ausstellungsgebäude anzumerken: „Das Landpfarrhaus Blüthen steht für ein herausragendes Kapitel deutscher Bildungsgeschichte, die sich gerade auch im ländlichen Raum ereignete. Seit 2007 haben wir uns gemeinsam mit der Sparkasse Prignitz konzeptionell und finanziell begleitend für dieses Projekt eingesetzt. Unsere Bewunderung gilt den ehrenamtlichen Impulsgebern und ihrem außerordentlichen Durchhaltevermögen. Und ich wünsche mir, dass es bald an der Autobahn eine Tafel gibt, die auf dieses Museum hinweist. Für die Finanzierung werden wir sicherlich noch irgendwo einen Restbetrag finden.“

Der Initiator blieb bescheiden im Hintergrund

Mit den ehrenamtlichen Impulsgebern meinte der Chef der Ostdeutschen Sparkassenstiftung in erster Linie Ulrich Wolf. Der Landwirt, Ortsvorsteher, Kirchenältester und Vorsitzender des Gemeindekirchenrates ist nichts anderes als der Gründer des Museums, der auf der Eröffnung aber bescheiden im Hintergrund blieb. „Ich freue mich einfach!“ war an diesem Tag von dem Blüthener zu erfahren.

Der nächste Schritt wird sein, die Öffnungszeiten des Museums zu gewährleisten. Bis dahin, aber auch zukünftig wird Ulrich Wolf auf Anfrage gern Besuchergruppen durch das Anwesen führen.

Kontakt: Mail: dorfmuseum@gemeinde-karstaedt.de, Tel. 038797-54745

Von Kerstin Beck

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