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Verdächtiger Brief löst Großeinsatz aus

Alarm beim Generalstaatsanwalt in Brandenburg/Havel Verdächtiger Brief löst Großeinsatz aus

Ein verdächtiger Brief in der Poststelle der Generalstaatsanwaltschaft in Brandenburg an der Havel hat am Dienstagmorgen um kurz nach 10 Uhr für einen Großalarm in der Innenstadt gesorgt. Die Einsatzkräfte konnten schnell Entwarnung geben, es wurden keine säure- oder laugenhaltigen Substanzen nachgewiesen. Der verdächtige Brief wurde beschlagnahmt.

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Mit Atemschutz untersuchten Feuerwehrleute den verdächtigen Brief.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg/H. Vier Feuerwehren, ein Rettungswagen sowie Polizeifahrzeuge eilten in die Steinstraße, nachdem ein Poststellenmitarbeiter der Behörde einen Brief geöffnet hatte, aus dem beißender Gestank entwich. „Der Mitarbeiter hat professionell gehandelt, den Brief sofort wieder verschlossen und in einen Folienbeutel gepackt“, sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Bernd Rudolph.

Einsatzkräfte in Vollschutz

Einsatzkräfte in Vollschutz.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Der Mann sei von Rettungssanitätern kurz untersucht worden, nachdem er infolge des Geruchs über Übelkeit geklagt hatte. Feuerwehrleute mit Atemschutzgerät untersuchten mit ihrer Messtechnik den Brief, konnten aber keine säure- oder laugenhaltigen Substanzen nachweisen.

Die Steinstraße war kurzzeitig voll gesperrt

Die Steinstraße war kurzzeitig voll gesperrt.

Quelle: JACQUELINE STEINER

„Die Folientasche ist nun versiegelt und wird von der Polizei kriminaltechnisch untersucht“, sagt Rudolph. Aus dem Funkgerät eines Polizisten schallte auch die Ansage, dass der verdächtige Brief nicht nur auf Gifte, sondern auch auf DNA-Spuren untersucht werde. Gegen 10.40 war der Einsatz beendet, die Vollsperrung der Steinstraße konnte aufgehoben werden.

Polizei und Feuerwehr im Einsatz

Polizei und Feuerwehr im Einsatz.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Verkehrsbetriebe musste während des Einsatzes sechs Straßenbahnen auf allen drei Linien umleiten, zudem drei Busse der Linien W, F, D, sagt Verkehrsmanager Christian Molowitz.

Regierungsdirektor Michael Sabisch ist der Geschäftsleiter der Generalstaatsanwaltschaft Brandenburg, er reagierte beinahe gelassen: „Das sind Abläufe, von denen wir wissen, dass sie eintreten können. Diese versuchen wir dann mit einer gewissen Ruhe abzuarbeiten.“ Seltsame Postsendungen kämen häufiger in der Poststelle an, aber einen Brief, der eine atemwegsreizende Substanz enthielt, gab es seit mehreren Jahren nicht. Auf dem Umschlag habe zwar ein Absender gestanden, es sei aber Sache der Polizei, die Echtheit der Angaben zu überprüfen.

Sabisch sagt, die Behörde hätte auch an jedem anderen Tag so gehandelt, es gebe keine besondere Sensibilisierung wegen der Attentat von Brüssel. „Das sind bei uns Routinen, die immer anspringen. Wir sind bereits seit dem Anschlag auf den Oberbürgermeister von Wien sensibilisiert.“ Am 5. Dezember 1993 war auf Helmut Zilk ein Briefbombenattentat verübt worden, bei dem er Teile seiner Hand einbüßte.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der versuchten Körperverletzung. Das Untersuchen des verdächtigen Briefes werde einige Tage dauern, möglicherweise bis nach Ostern, sagt Polizeisprecher Axel Schugardt von der Polizeidirektion West. „An diesem Dienstag und Mittwoch haben wir auf keinen Fall ein Ergebnis.“ Es sei auch noch nicht klar, ob eigene Kriminaltechniker die Postsendung untersuchen oder ob das Labor des Landeskriminalamtes um Hilfe gebeten wird.

Von André Wirsing

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