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Abschied vom Kaufhaus-Traum

Stadt legt neues Einzelhandelskonzept vor Abschied vom Kaufhaus-Traum

Das neue Einzelhandelskonzept von Oranienburg, das die Verwaltung jetzt vorgelegt hat, legt den Fokus wieder stärker auf die Bernauer Straße und kommt ohne Einkaufs-Mall vis-à-vis des Schlosses aus. Das Konzept wird ab kommender Woche in den Fachausschüssen diskutiert.

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Die Bernauer Straße bleibt die Shopping-Meile der Stadt.

Quelle: Ingo Pahl

Oranienburg. Ein Kaufhaus sozusagen vor der Haustür, mitten in der Stadt, um zum Shoppen nicht immer nach Berlin zu müssen – das ist der Traum der Oranienburger seit Jahrzehnten. Doch der scheint nun endgültig ausgeträumt. Im neuen Einzelhandelskonzept hat sich Oranienburg von diesem Ziel, eine kleine Shopping-Mall auf dem Parkplatz vis-à-vis des Schlosses zu bauen, endgültig verabschiedet. In Zeiten von Online-Bestellungen geraten Kaufhäuser zum Auslaufmodell. Zumindest haben sie es schwer, konkurrenzfähig zu bleiben, selbst in großen Städten.

„Ob Ten Brinke oder zuletzt Rewe – mehrere Investoren haben es versucht, aber einfach nicht genug Anbieter gefunden, damit sich ein Einkaufszentrum trägt. Das war ja kein böser Wille“, so Hans-Joachim Laesicke. Dabei forderten Stadt wie Stadtverordnete im Bereich des Schlossplatzes, keine Billigbauten zuzulassen, sondern in Sachen Architektur und Einkaufskultur auf Qualität zu setzen. „Wir haben das mit vielen Beschlüssen untersetzt. Doch die Zeiten habe sich geändert und in Gesprächen in den Fraktionen reifte der Gedanke, dass wir umdenken müssen“, so der Bürgermeister.

Mit dem Einzelhandelskonzept steuert die Stadt die Ansiedelung von Geschäften und Supermärkten in der City und in den Außenbereichen. Und das seit 2010. Jetzt legt die Verwaltung ein überarbeitetes Konzept zur Beschlussfassung vor. Und ist darin von großflächigem Einzelhandel auf dem Areal vis-à-vis des Schlosses abgerückt, stattdessen sind Wohnbebauung, kleine Geschäfte und Cafés favorisiert. Ebenso auf dem ehemaligen Bus-Bahnhof der OVG an der Rungestraße, wo es auch einst Pläne für die Ansiedelung eines Kaufhauses gab. Inzwischen ist hier die Munitionssuche vorbei. Das Areal befindet sich in den Händen der Oberhavel-Holding. Ein Hindernis sei das nicht, „um auch hier Wohnbebauung in Bahn- und City-Nähe anzusiedeln. Zusammen mit einem kleinen Markt wäre das eine gute Abrundung für die Innenstadt“, so Laesicke.

Insgesamt definiert das Konzept drei zentrale Versorgungsbereiche für Oranienburg: die Innenstadt mit der Bernauer Straße, das Südcenter und die Oranienpassage an der Bernauer bis zur Kreuzung Picanstraße. Sie genießen Priorität, sollen weiter gestärkt werden. Als „Sonderstandorte“ sind der Oranienpark mit dem Kaufland, das Markt-Areal Rungestraße und der Globus-Baumarkt-Strandort in Germendorf mit großen Verkaufsflächen ausgewiesen.

Als Ziele formuliert das Konzept auch, dass die Nahversorgung in Wohngebieten verbessert werden soll, zum Beispiel über so genannte „Oranienburger Nachbarschaftsläden“ mit maximal 100 Quadratmetern Verkaufsfläche. Ob und wo das funktioniert, entscheidet letztlich der Einzelhändler, ob sich so ein Laden rechnet.

Das Konzept lockert auch die Spielräume für Geschäftsansiedelungen, um Leerstand wie im Oranienpark zu beenden.

Für Grünen-Fraktionschef Heiner Klemp nimmt die Stadt mit dem neuen Einzelhandelskonzeption „viel zu spät“ Abschied von seinem Kaufhaustraum. Gelitten habe unter „dieser falschen Fokussierung über Jahre die Bernauer Straße“. Läden schlossen oder seien weggezogen, kritisiert. „Die Stadt wird uns nun erklären müssen, welche Maßnahmen die Bernauer Straße tatsächlich aufwerten sollen.“

Von Heike Bergt

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