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Archäologische Funde

Zossen Archäologische Funde

Die Sonderausstellung „An’s Licht geholt“ zeigt im Heimatmuseum „Alter Krug“ in Zossen Gegenstände, die bei Ausgrabungen gefunden worden sind. Mittelalterliche Fundstücke und eine Kachel aus der Reformationszeit gehören zu den geborgenen Schätzen.

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Archäologe Ulrich Wiegmann erklärte die Bedeutung seiner Funde in Zossen.

Quelle: Krischan Orth

Zossen. Die Sonderausstellung „An’s Licht geholt“ ist am Sonnabend im Museum „Alter Krug“ in Zossen eröffnet worden. In der Schau präsentiert das der Heimatverein „Alter Krug“ Zossen archäologischer Funde der Stadt Zossen zwischen den Jahren 2000 bis 2016. Der Archäologe Ulrich Wiegmann erläuterte die von ihm in dieser Zeit verantworteten Ausgrabungen. Dabei ging es vor allen Dingen um Ausgrabungen auf den Marktplatz und in der Burg.

Im Jahr 2000 wurde die Marktstraße in Zossen saniert. Ein Jahr später folgte die Baruther Straße. Hier entdeckte Wiegmann unter der Straßendecke Teile des alten Stadttores. „Besonders einträgliche Funde konnten ab 2005 auf dem Marktplatz gemacht werden“, sagte Wiegmann.

2007 fand das Grabungsteam um Wiegmann bei Bauarbeiten zudem Spuren einer bronzezeitlichen Bestattung, im gleichen Jahr im Weinberge ein Gräberfeld der Bronzezeit mit Urnen, Leichenbrand und Schmuck.

Fundstücke aus dem Mittelalter

Unter dem Marktplatz entdeckte Wiegmann Fundstücke unter anderem aus der Zeit des Mittelalters Hier offenbarte die Erde einen hölzernen Bohlenbelag.

Bereits im Jahr 1270 war der Markt mit Bohlen ausgelegt worden, um Marktgeschäfte auch bei schlechtem Wetter zu halten. In etwa einem Meter Tiefe sind diese Reliquien vergangenen Markttreibens gefunden worden.

Auch an anderer Stelle, wie in der Berliner Straße, konnten Bohlen in mehreren Schichten gefunden werden. Eine letzte Schicht stammt aus dem Jahr 1480. Später sind Feldsteine für den Straßenbau verwendet worden.

Wegen eines großen Brand im 18. Jahrhundert wurden viele Häuser in Zossen vernichtet. Bei den Grabungen am Marktplatz konnten sogar noch Spuren dieses Brandes entdeckt werden. Die dunklen braunen Flecken in der Erde, erklärte Wiegmann, sind die früheren Standorte der verbrannten Häuser. Nach dem Brand wurde der Marktplatz nach Norden verschoben.

Kachel mit Kreuzigungsszene

Eine besonders seltener Fund ist eine Kachel aus der Reformationszeit. Die grüne Kachel zeigt die Kreuzigungsszene, wobei der anwesende Teufel in Mönchskutte gewandt ist.

Auch das Bild von der Lage der Burg erschloss sich durch alte Karten und verschiedenen Grabungen. Ein alter Wehrturm, der im Fall einer Belagerung bezogen wurde, hatte eine Grundfläche von zehn mal zehn Metern und eine Höhe von 30 Metern. Der schwedische General Stahlhans soll im Dreißigjährigen Krieg den Turm beschossen haben. 1755 wurde der Turm abgerissen. Zur gleichen Zeit wurde mit dem Abriss der Burgmauern begonnen. Ein Rest davon steht heute noch Stadtpark. Der Turm befindet sich unter der Straßendecke.

Von Krischan Orth

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