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Besuchermagnet Bergmannsweihnacht

Glashütte Besuchermagnet Bergmannsweihnacht

Hunderte Neugierige säumten die Straße bei dem traditionellen Umzug der Bergleute im Museumsdorf Glashütte. Zum sechsten Mal wurde die Bergmannsweihnacht veranstaltet – mit mehr Teilnehmern als je zuvor. Der Umzug der Bergleute war der Höhepunkt des zweitägigen Markttreibens.

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Der Bergaufzug mit rund 130 Teilnehmern war der Höhepunkt des Weihnachtsmarktes in Glashütte.

Quelle: Andreas Staindl

Glashütte. Der Weihnachtsmarkt im Museumsdorf Baruther Glashütte lockte am Wochenende tausende Besucher. Die historische Bergmannsweihnacht gestern Nachmittag war der Höhepunkt. Sie fand zum sechsten Mal im Denkmalort statt. So viele Bergleute hat Glashütte wohl lange nicht gesehen, vielleicht sogar noch gar nicht. Etwa 130 Bergleute sind im schmucken Habit und mit Musik durch Glashütte gezogen. „Das Interesse steigt“, so Hans-Jürgen Schmidt. „So viele Teilnehmer wie diesmal hatten wir noch nie, seitdem wir die Bergmannsweihnacht in Glashütte feiern.“ Der Vorsitzende des Landesverbands Brandenburg-Berlin der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V. freut sich über die große Resonanz unter den Bergleuten: „Sie kommen gern in das Museumsdorf. Wir fühlen uns sehr wohl.“ Und sie bescheren dem Ort zusätzliche Besucher. „Am Samstag war der Weihnachtsmarkt schon gut besucht“, sagt der Museumsleiter Georg Goes. „Doch heute am Sonntag sind noch weit mehr Leute hier.“

Museumsverein Glashütte hat eigene Fahne für den Umzug

Die Bergmannsweihnacht wirkt offenbar wie ein Magnet. „Bekannte hatten uns davon erzählt“, erzählt Bruno Herzog. „Wir wollten uns selbst überzeugen und sind begeistert. Bergleute in traditioneller Kleidung sieht man nicht jeden Tag.“ Der Berliner war einer von hunderten Zuschauern, die die Straße im Denkmalort säumten und den Bergleuten während des Bergaufzugs zusahen und zuwinkten. In Dreier-und Viererreihen standen die Besucher teilweise, um einen Blick auf die vorbeimarschierenden Bergleute zu erhaschen. Jeder Verein hatte seine eigene Fahne dabei. Auch der Museumsverein Glashütte hat sich so präsentiert. Er besitzt seit dem vergangenen Jahr eine eigene Fahne, die während der Bergmannsweihnacht 2015 geweiht wurde (die MAZ berichtete). Georg Goes hat das besondere Tuch gestern getragen. Einige Zuschauer lasen die Namen der teilnehmenden Vereine laut vor. Und immer wieder kam der Ruf vom Straßenrand: „Glück auf!“

Nach dem Bergaufzug wurde die Bergmannsweihnacht gefeiert – erstmals auf der Außenbühne am Dorfanger. Bergmannslieder und -gedichte wurden vorgetragen, der Bergbau mit Worten bedacht, auch die Bergglocke geschlagen. Erstmals hat ein Bergbau-Senioren-Club aus Polen die Bergmannsweihnacht in Glashütte mitgefeiert. Das Museumsdorf im Urstromtal erweist sich offensichtlich als Glücksgriff. „Es ist der beste Austragungsort, den wir je hatten“, sagt Hans-Jürgen Schmidt. „Infrastruktur und Atmosphäre passen einfach.“ Das scheint inzwischen überregional bekannt zu sein. Der Landesvorsitzende weiß von mindestens zwei Reiseunternehmen, die Fahrten zur Bergmannsweihnacht angeboten und zahlreiche Gäste nach Glashütte gebracht haben. Für ihn war es „richtig, mit unserer Veranstaltung vor die Tore Berlins zu gehen“. Schließlich seien viele Berliner auch in frühere Austragungsorte in Bergbauregionen gekommen.

Aufwärmen auf dem Weihnachtsmarkt

Aufwärmen auf dem Weihnachtsmarkt.

Quelle: Andreas Staindl

Der Denkmalort hatte am Wochenende aber weit mehr zu bieten. An etwa 50 Ständen wurden vor allem weihnachtliche Waren angeboten. Kunst, handwerkliche Dinge, ausgefallende Dekoration, Unikate. „Wer hier nichts findet, ist selber schuld“, sagt Rainer Schulze. Der Berliner hatte sich mit Töpferwaren eingedeckt. Auch Glaswaren, Holzschnitzarbeiten und Weihnachtssterne beispielsweise gehörten zu den Rennern. Die Besucher wurden auch kulinarisch verwöhnt. Hier etwas Deftiges, dort etwas Süßes. Manch Nachwuchs wollte lieber reiten – auch das war während des Weihnachtsmarkts in Glashütte möglich.

Von Andreas Staindl

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