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Bevor der Abrissbagger kommt

Oranienburg Bevor der Abrissbagger kommt

Für rund 16 Millionen Euro wird bis zum Schuljahresbeginn 2019 die Oranienburger Torhorstschule saniert. Dabei wird der Havel-Flügel gerade entkernt, um ihn in den Herbstferien abreißen zu können. Im Frühjahr beginnt der Neubau, der dann auch wieder an den Altbau andockt. Die MAZ beim Vor-Ort-Termin.

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Bei Michael Kothera vom Fachbereich Bildung und Gebäudeverwaltung des Kreises, laufen die Fäden des Sanierungsprojekts zusammen. Links der entkernte Havel-Flügel der Schule.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Der Anblick des nahezu ausgeweideten Hauses mutet gespenstisch an: Vom Havel-Flügel der Torhorstschule an der Walther-Bothe-Straße fehlen schon die Fassadendämmung, einige Fenster und Türen. Bald ist er bis auf Grundmauern entkernt. Während der Herbstferien wird der Plattenbau Stück für Stück vom Abrissbagger bis zur Oberkante des Kellers „weggebissen“ und zur Seite umgelegt. Und der Schutt abgefahren, erklärt Michael Kothera von der Kreisverwaltung. Bei ihm laufen die Fäden für das 16-Millionen-Projekt jetzt und in den kommenden beiden Jahren zusammen. Zum Schuljahresbeginn 2019 soll alles fertig sein und der geplante Neu- an den Altbau der Ganztags- und Gesamtschule angedockt haben.

Bis es soweit ist, sind drei Bauabschnitte zu stemmen: Im derzeit ersten ist bereits der Verbinder, in dem sich der frühere Haupteingang befand, abgebrochen worden und liegt auf einer hinteren Wiese aufgetürmt. Nun folgt der Seitenflügel. „Wir haben überlegt, ob ein Umbau sinnvoll ist“, erinnert Kothera. Aber Klassenräume für 30 Schüler müssen nach Gesetzesvorgabe mindesten 60 Quadrater haben, „in den Kreisschulen haben wir durchschnittlich 65 bis 70. Doch das gab dieses Gebäude nicht her“, so Kothera. Deshalb kommt der Abrissbagger ab 23. Oktober. Anschließend wird zunächst das im Boden verbleibende Fundament stabilisiert, bevor das neue Schulgebäude auf diesem Platz hochgezogen wird. Die Baustelle ist umzäunt: „Wir kontrollieren das täglich, damit niemand reinkommt. Und den Abbruch haben wir sicherheitshalber in die Ferien gelegt“, so Kothera vom Fachdienst Bau.

Der Neubau ab März 2018 wird ein neuer Klassenraumtrakt mit fünf Zimmern auf jeder der vier Etagen, mit Fahrstuhl und Toiletten für Mädchen und Jungen auf jeder Etage. Im rechten Winkel schließt sich dann der neue „Verbinder“ zwischen Neubau und den bestehen Gebäudeteil an. Hier wird sich die Aula befinden und der neue Haupteingang. Künftig geht es also morgens auf der Rückseite rein. „Wir haben festgestellt, dass 70 Prozent der Schüler übers Blaue Wunder zur Schule kommen und nur 30 Prozent über die Walther-Bothe-Straße.“

Während die alte Sporthalle an die Stadt zurückgegeben wird, baut der Landkreis als Träger der Torhorstschule eine neue auf dem Areal des jetzigen Ausweich-Schulhofes. Auch neue Sportanlagen entstehen bis Mitte 2019. Weichen muss der Pavillon im Grünen Klassenzimmer der Schule, an dem so mancher Torhorstschüler ausgezeichnet und mache Schulfete gefeiert wurden. „Dafür gibt es Ersatz“, so Kothera. Alte und neue Schulgebäude werden peu a peu neu ausgestattet. „Was noch verwendbar ist, bleibt natürlich. Auch arbeiten wir die Sitzmöbel, die der Förderverein bezahlt hat, auf.“

Während die unteren Klassen in der zweijährige Bauzeit zusammenrücken mussten, sind 250 der 700 Schüler der Klassen 11 bis 13 „umgesiedelt“ worden. Für zwei Millionen Euro hatte der Kreis ein altes Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände in Lehnitz ausgebaut und modern ausgestattet. Kein Provisorium, sondern ein Außenstandort der Schule mit eigenem Sekretariat und Cafeteria. Was anschließend aus dem Standort wird, sei noch nicht entschieden.

Von Heike Bergt

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