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Lokales Zoff in Woidkes Staatskanzlei: Wer fliegt raus, wer darf rein?

Zoff in Woidkes Staatskanzlei: Wer fliegt raus, wer darf rein?

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat seine Regierungszentrale umgebaut - nach nur zwei Jarhen. 2014 im Herbst hatte er Rudolf Zeeb zum Staatskanzleichef ernannt und den geräuschlos agierenden Albrecht Gerber (SPD) ins Wirtschaftsministerium geschickt. Später wechselte er den langjährigen Regierungssprecher Thomas Braune aus - zugunsten von Andreas Beese. Beide Personalien erwiesen sich als einigermaßen unglücklich....

Quelle: dpa-Zentralbild

Fast zwei Jahrzehnte lang bekleidete der Jurist Rudolf Zeeb Posten in Brandenburgs Landesregierung. 1998 fing er - aus Baden-Württemberg kommend - als Referatsleiter in der Staatskanzlei an. Bis zum Abteilungsleiter stieg Zeeb auf, bevor er ins Finanzministerium wechselte und Leiter der Haushaltsabteilung wurde. Von dort aus begann 2004 seine Karriere als „ewiger“ Staatssekretär: erst Finanzen, dann Inneres - von 2010 bis 2013 unter dem heutigen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD). 2014 holte ihn Woidke in die Regierungszentrale. Doch als Chef der Staatskanzlei freundete er sich mit weiteren Korrekturen der Polizeireform nicht an und geriet wegen seiner Rolle in der Dienstwagenaffäre zunehmend unter Druck. Kurios sein Abgang: Er stritt mit Woidke über Strukturfragen, reichte ein Rücktrittsgeruch ein. Das lag fast zwei Monate unbearbeitet herum, Zeeb hatte sich inzwischen in den Urlaub verabschiedet. Keiner wusste, ob er daraus je zur Arbeit zurückkehren würde. Jetzt weiß man: Nein.

Quelle: dpa-Zentralbild

Thomas Kralinski (44, hier rechts neben Ministerpräsident Woidke im Bundesrat) wird künftig anstelle Zeebs die Regierungsgeschäfte koordinieren – als Chef der Staatskanzlei. Seine Karriere in Brandenburg verlief rasch: 2003 wechselte der gebürtige Weimarer nach Brandenburg, als Referent bei der Landes-SPD. Zuvor hatte er Politologie studiert und für die SPD-Fraktion im Dresdner Landtag gearbeitet. 2004 übernahm er die Geschäftsführung der märkischen SPD-Landtagsfraktion. 2014 schickte ihn Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach Berlin – als „Bevollmächtigter Brandenburgs beim Bund und für Medien“, wie es offiziell heißt. Kralinski, der auch als Osteuropa-Kenner gilt, fasste diese Aufgabe einmal so zusammen: „Ich bin Brandenburgs oberster Lobbyist.“

Quelle: dpa
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