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Lokales Die Galerie der Despoten

Die Galerie der Despoten

Einigige der in Galerieform abgestellten bemalten Mauerteile an der Oderstraße. Über den Namen des Künstlers bewahrt sein Kurator Patrice Lux Stillschweigen. Die Abgebildeten sind aber bekannt.
Fotos: MAZ-Archiv

M. Ahmadinedschad
Ganz links in der Reihe steht ein Comic von Mahmud Ahmadinedschad, geboren im Oktober 1956, von 2005 bis August 2013 Präsident der Islamischen Republik Iran. Für Ahmadinedschad ist der Antiamerikanismus die einigende Kraft, die seine Macht im Iran konsolidiert hat. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister von Teheran verbot er zum Beispiel das öffentliche Abspielen westlicher Musik. Der Biograph Kasra Naji bringt seine Politik auf den kurzen Nenner: „Ahmadinedschad gegen die Welt“. International im Blickfeld war er vor allem wegen des iranischen Atomprogramms. Im Westen wird befürchtet, dass es zur Herstellung von Nuklearwaffen dient. Der Präsident bestritt das immer. Die Sorgen waren nicht zuletzt deshalb sehr groß, weil Ahmadinedschad zum Kampf gegen Israel aufgerufen hatte.

Idriss Déby (links)
Bereits in der vierten Amtszeit ist Idriss Déby, geboren 1952, Präsident des Tschad. Zu den Merkmalen seiner Politik gehört: Unliebsame Gegner werden zum Schweigen gebracht oder gekauft. Laut Markus Petry, Entwicklungsberater im Tschad, gibt es im Land willkürliche Verhaftungen Oppositioneller, viel Kleinkorruption und Machtmissbrauch von Polizei und Militär. Der Tschad gehört trotz seiner Öl-Einnahmen zu den ärmsten Ländern der Welt. Mit dem Ölgeld wird vor allem die Armee gestärkt, mit der Déby auch international punktet. So hat er Anfang des Jahres Frankreich für den Militäreinsatz gegen islamistische Rebellen in Mali 2400 Soldaten zur Verfügung gestellt. Weil Déby für den Kampf gegen den Terror gebraucht wird, hält sich der internationale Druck gegen ihn wegen seiner Innenpolitik in Grenzen.

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