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Brandenburg/Havel Reine Lebensfreude beim Saisonauftakt der Symphoniker
Lokales Brandenburg/Havel Reine Lebensfreude beim Saisonauftakt der Symphoniker
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12:07 30.09.2018
1. Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker unter Leitung des Chefdirigenten Peter Gülke. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Der Jubel wollte nicht enden. Begeistert applaudierte das Publikum am Freitagabend den Brandenburger Symphonikern, die unter der Leitung von Chefdirigent Peter Gülke die neue Konzertsaison eröffnet haben. „Im Fluss“ war das erste Sinfoniekonzert der Saison betitelt.

Felix Mendelssohn Bartholdy war 19 Jahre jung, als er die Konzert-Ouvertüre D-Dur op. 27 „Meeresstille und glückliche Fahrt“ 1828 schrieb. Seiner Komposition lagen die beiden gleichnamigen Poeme von Johann Wolfgang von Goethe zugrunde. Vor ihm hatten bereits Beethoven und Schubert die beiden Gedichte vertont.

„Der junge Mendelssohn hat etwas riskiert“, sagte Peter Gülke in seiner Einführung in das Konzert. Diese Komposition sei ein Wagstück gewesen: „Seht her, ich spiele in dieser Liga mit.“

Mendelssohns Werk stellt große Anforderungen an das Orchester. Vor allem der Anfang erfordert höchste Konzentration von den Musikern, wenn das Stück von der reglosen Stille des Meeres erzählt. Ab und an setzen helle Flöten- und Geigentöne dem düsteren Klangteppich Glanzlichter auf. Langsam nimmt das Schiff aus Musik Fahrt auf. Schließlich künden Hornsignale und Trommeln von der glücklichen Ankunft im Hafen. en Symphonikern ist es wunderbar gelungen, die wechselnden Stimmungen – bedrohliche Stille und glückliche Ankunft – in dieser Komposition erlebbar zu machen.

Für die Aufführung der Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester Es-Dur KV 364 von Wolfgang Amadeus Mozart haben die Brandenburger Symphoniker die Bratscherin Charlotte Walterspiel und den Geiger Martin Dehning als Solisten eingeladen. Dieses vielschichtige Werk schrieb Mozart 1779 mit 23 Jahren in Mannheim nach seiner Rückkehr aus Paris.

Auch wenn der erste und der dritte Satz heiter und beschwingt wirken, so zeigt Mozart im Andante eine dunkle Seite voller Hintergründigkeiten. Mozart spielt gekonnt mit den Dialogmöglichkeiten der beiden Solisten und erzielt so große Intensität. „Der große Esprit, der in diesem Werk steckt, wird oftmals gar nicht wahrgenommen“, hat Gülke in seiner Einführung festgestellt. Wahrgenommen hat das Publikum die außerordentliche Brillanz des Spiels der beiden Solisten und des Orchesters.

Bis heute rätseln Fachleute, wie es möglich war, dass bei dem schwer depressiven Robert Schumann sein musikalischer Genius bis zuletzt unzerstört erhalten blieb. „Das ist absolut unerklärlich“, sagte Peter Gülke, als er Schumanns Symphonie Nummer e ES-Dur opus 97 (Rheinische) vorstellte. In der Tat feiert Schumann mit dem fünfsätzigen vielschichtigen Werk das Leben. Wer käme da auf die Idee, dass der Schöpfer dieser Musik ein depressiver Mensch gewesen war. Die Musik im dritten Satz wirkt wie eine Träumerei am Rhein. Der vierte Satz klingt pompös und feierlich. Und der letzte Satz im Dreivierteltakt ist einfach Lebensfreude pur. Virtuos haben die Symphoniker jede Nuance der Komposition ausgeleuchtet.

Von Ann Brünink

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